Ein Mädchen auf dem Weg zur Schule.

Zwölfjährige streikt vor der Schule für Präsenzunterricht – „Alles an der Schule fehlt mir“

Epoch Times18. November 2020 Aktualisiert: 18. November 2020 21:15

In Italien protestiert eine Zwölfjährige für ihr Recht auf richtigen Schulunterricht. Seit Anfang des Monats sitzt Anita Iacovelli von Montag bis Freitag mit ihrem pinken Klappstuhl und ihrem kleinen Klapptisch vor ihrer geschlossenen Schule in Turin und macht dort ihre Aufgaben. Damit will sie die Rückkehr zum Präsenzunterricht erreichen.

Mit Maske sowie mit Jacke, Mütze und Handschuhen zum Schutz vor der Kälte löst Anita an ihrem improvisierten Arbeitsplatz Aufgaben und beteiligten sich mit ihrem Tablet am Online-Unterricht. Ein selbstgebasteltes Schild erklärt, warum sie hier sitzt, statt gemütlich daheim zu lernen: „Anwesend! Der Unterricht in der Klasse ist unser Recht. Vorrang für die Schule“, steht darauf.

Freundin Lisa schloss sich dem Protest an

Mit ihrer Protestaktion hat Anita am 6. November begonnen. An dem Tag stufte die Regierung die nordwestitalienische Region Piemont und damit auch Turin wegen gestiegenen positiven Testergebnissen als „rote Zone“ ein. Die meisten Geschäfte, Bars und Restaurants mussten schließen, und die Bewegungsfreiheit der Menschen wurde eingeschränkt. Während Grundschüler weiter zur Schule gehen können, müssen ältere Kinder nun von zu Hause aus lernen. Auch Anitas Italo-Calvino-Schule wurde geschlossen.

Die Zwölfjährige will sich damit nicht abfinden und lernt seitdem eben vor statt in ihrer Schule. Nach ein paar Tagen schloss sich ihre Freundin Lisa dem Protest an. Auch ein paar Schüler einer Nachbarschule kommen mittlerweile dazu.

Ministerin telefonierte mit Anita

Anitas Aktion weckt nicht nur bei Passanten Interesse, die sich immer wieder über Anitas Klassenzimmer im Freien wundern. Auch Italiens Bildungsministerin Lucia Azzolina erfuhr von der Aktion. Sie „hat mich angerufen und mir gratuliert, weil sie meinen Kampf gut findet“, erzählt Anita. Die Ministerin habe ihr „versprochen, dass sie alles tun werde, um die Schulen so bald wie möglich wieder zu öffnen“.

„Als sie angekündigt haben, dass die Schulen schließen werden, habe ich bemerkt, dass ich nicht noch ein Jahr Distanzunterricht ertrage“, sagt Anita. „Es ist schwierig, sich vor dem Computer zu konzentrieren – man kann dem Unterricht nicht so folgen wie in der Klasse.“

Anita: „Alles an der Schule fehlt mir“

Die Corona-Pandemie hat die Zwölfjährige schmerzhaft aus ihrem normalen Leben gerissen. „Alles an der Schule fehlt mir“, sagt die blonde, zierliche Schülerin. „Der Präsenzunterricht, den Lehrern in die Augen zu sehen und nicht per Bildschirm, mit meinen Klassenkameraden zusammen sein, morgens aufstehen und mich für die Schule fertig zu machen, statt im Schlafanzug vor dem Computer zu bleiben.“

Anitas Mutter Cristiana Perrone bringt ihre Tochter täglich zu der geschlossenen Schule. „An dem Morgen, als ich ihr erzählt habe, dass die Schulen mit der Ausrufung der roten Zone schließen werden (…), wurde sie total wütend“, erzählt Perrone. „Sie hat mich nicht wirklich nach meiner Meinung gefragt, sie sagte mir nur: ‚Ich gehe vor meine Schule.'“. (afp)

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