Berliner Grundschultest: Ein Drittel der Drittklässler liegt beim Lesen unter dem Mindeststandard

Epoch Times21. Dezember 2018 Aktualisiert: 22. Dezember 2018 8:58
Wie auch in den letzten Jahren absolvierten 2018 die Berliner Grundschüler einen schulischen Test namens "VERA 3" - die Ergebnisse sind eher beunruhigend.

Wie auch in den letzten Jahren absolvierten 2018 die Berliner Grundschüler einen schulischen Test namens „VERA 3“, dessen Ergebnisse zum Vergleich mit anderen Bundesländern dienen sollen.

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte zuvor – nach einem monatelangen Hin und Her um die Veröffentlichung der VERA-Vergleichsdaten im Oktober 2017 – mitgeteilt, dass diese künftig nicht mehr veröffentlicht werden. Die Ergebnisse würden nicht veröffentlicht, da sie vor allem den Lehrern dazu dienen sollten, die Lücken ihrer Schüler noch besser zu erkennen.

Allerdings beharrte der Berliner Abgeordnete Joschka Langenbrinck (SPD) auf die Auskunftsrechte der Abgeordneten, mit Hinweis auf entsprechende Gerichtsentscheidungen. Dadurch wurden die Ergebnisse nun doch bekannt. Allerdings wurden sie ohne die separate Ausweisung nach Herkunftssprache und Geschlecht der Schüler veröffentlicht. Der Grund für diese Auslassung wurde nicht genannt.

2018 erneut schwache Ergebnisse in Berlin

Auch 2018 waren es rund 25.000 Drittklässler, die zur Hälfte aus Mädchen und zu etwas weniger als einem Drittel aus Kindern, nicht deutscher Herkunft bestanden, die an dem Vergleichstest teilnahmen. Sie bekamen Aufgaben in den Bereichen Lesen, Sprachgebrauch und Mathematik gestellt.

Die Ergebnisse überraschen aufgrund der bereits schlechten Ergebnisse im letzten Jahr nicht. So erreichte gerade mal ein Drittel der Drittklässler den Mindeststandard beim Lesen.

Kompetenzstufenverteilung:  I (Unter Mindeststandard), II (Mindeststandard), III (Regelstandard), IV (Regelstandard Plus) und V (Optimalstandard)

Ähnlich sieht es in den Bereichen Sprachgebrauch und für die mathematischen Teilbereiche „Größen und Messen“ und „Raum und Form“ aus. Auch die Zahl der Schüler in der zweiten Kompetenzstufe, die den Mindeststandard abbildet, ist überrepräsentiert. Somit bleiben in allen vier Kompetenzbereichen 50 bis 60 Prozent der Schüler unterhalb des Regelstandards.

Die Vergleichsarbeit sei eine bewusste Überforderung der Schüler

Bildungs-Staatssekretär Mark Rackles (SPD) begründet die schwachen Ergebnisse damit, dass die Vergleichsarbeit VERA 3 eine bewusste Überforderung der Schülerinnen und Schüler darstellen würde. Denn sie überprüfe bundesweit geltende Bildungsstandards, die von den Schülerinnen und Schülern erst nach eineinhalb Jahren am Ende der Jahrgangsstufe 4 erreicht werden müssten.

Bei einer durchschnittlichen Lernentwicklung ist zwangsläufig zu erwarten, dass ein größerer Teil der Schülerinnen und Schüler diese Lernstandards noch nicht erreicht hat“, so der Staatssekretär.

Zudem würden laut Rackles, die VERA-3-Ergebnisse zeigen, „dass viele Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 3 schon deutlich früher als erwartet über bestimmte Kompetenzen verfügen, wie die prozentuale Verteilung auf die Kompetenzstufen zeigt“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage von Langenbrinck.

Anders als bei VERA 3 im Jahr 2017 wurde dieses Jahr keine Rechtschreibleistung getestet. Im Vorjahr hatten in diesem Kompetenzbereich rund die Hälfte der Drittklässler nicht den Mindeststandard erreicht. (er)

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