Warnschild Coronavirus.Foto: iStock

Keine Grenzschließung, keine Reisewarnung: Innenministerium sieht keine Gefahr

Epoch Times24. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 15:11
"Grenzschließungen gehören im Moment nicht zu unseren Überlegungen", sagte ein Ministeriumssprecher mit Blick auf die Coronavirus-Krise in Italien.

Italien hat sich zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt.  Elf Städte im Norden des Landes wurden abgeriegelt, 52.000 Menschen stehen praktisch unter Quarantäne. Über 200 Infizierte und fünf Tote wurde bislang gemeldet.

Trotz der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Italien erwägt das Bundesinnenministerium keine Grenzschließungen. „Grenzschließungen gehören im Moment nicht zu unseren Überlegungen“, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Auch gibt das Auswärtige Amt keine Reisewarnung für Italien heraus. Eine Sprecherin verwies darauf, Voraussetzung für eine solche Warnung sei die „konkrete Gefahr für Leib und Leben“.

Reisende können allerdings die aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beachten, sagte die Sprecherin. Dort seien die von Italien ergriffenen Maßnahmen im Umgang mit dem Virus beschrieben.

Italien meldet über 200 Infizierte und fünf Tote

In Italien ist die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten auf mehr als 200 gestiegen. Das teilten die örtlichen Behörden am Montag mit. Die mit Abstand meisten bestätigten Fälle gibt es demnach in der Lombardei.

Aber auch in den Regionen Venetien, Emilia-Romagna und Piemont wurden Infizierte festgestellt. Bisher kamen in Italien fünf Personen durch das Coronavirus ums Leben. Als Reaktion auf die Ausbreitung des Virus waren am Wochenende mehrere Ortschaften und Städte abgeriegelt worden. Die betroffenen Gebiete dürfen weder betreten noch verlassen werden. Aus Sorge vor dem Virus war zudem der berühmte Karneval in Venedig abgesagt worden.

Entsprechende Überlegungen gebe es in Deutschland derzeit nicht, versicherte der Sprecher des Innenministeriums. Ein Sprecher des Gesundheitsressorts fügte hinzu, hierzulande sei es bislang gelungen, einzelne Infizierte zu isolieren und zu behandeln. Auch wären derartige Maßnahmen Ländersache, hieß es. In Deutschland gibt es bislang 16 bestätigte Infektionen. (afp)

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