„Mir ist nicht klar, warum die Grünen bei 15 Prozent noch am Triell teilnehmen dürfen“

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Wolfgang Kubicki.Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images
Epoch Times18. September 2021

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat sich ausdrücklich für die Bildung einer Jamaika-Koalition mit der Union nach der Bundestagswahl ausgesprochen. „Wir würden sehr gerne eine Jamaikakoalition eingehen. Selbst dann, wenn die Union zweitstärkste Kraft hinter der SPD wäre“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Dabei sei es egal, wie groß der Abstand zwischen Union und SPD wäre. „Das ist nicht das entscheidende Kriterium. Es reicht, dass ein solches Bündnis die Mehrheit hätte“, so Kubicki. Er wisse allerdings nicht, ob die Grünen in einer solchen Lage mitmachen würden, vor allem, ob sie das ihrer Basis vermitteln könnten.

FDP-Chef Christian Lindner sagte der „Rheinischen Post“, es gebe keinen Automatismus, „dass der Kandidat der stärksten Partei ins Kanzleramt einzieht“. Mehr denn je komme dieses Mal auf die Koalitionsgespräche nach der Wahl an.

„Die Schwäche der Union ist überraschend“, sagte Lindner mit Blick auf aktuelle Umfragewerte. „Dennoch haben CDU und CSU solidere Koalitionsoptionen.“ In Nordrhein-Westfalen regiere die FDP erfolgreich mit der Union. „Das lässt der FDP neue Verantwortung zuwachsen.“

Scharfe Kritik am TV-Triell

Scharfe Kritik äußerte Kubicki am TV-Triell an diesem Sonntag: „Aus dem Triell ist längst ein Duell geworden.“ Die Sender sollten daraus Konsequenzen ziehen, forderte der FDP-Politiker. „Mir ist nicht klar, warum die Grünen bei 15 Prozent überhaupt noch daran teilnehmen dürfen.“

Kubicki kündigte zudem an, dass die Liberalen in einem Kabinett unter FDP-Beteiligung mindestens eine Frau als Ministerin stellen würden: „Sollten wir uns an einer Regierung beteiligen, wird es sowohl Minister, als auch Ministerinnen der FDP geben“, sagte Kubicki den Funke-Zeitungen.

Der Parteivize äußerte darüber hinaus die Erwartung, dass in den kommenden Tagen bis zur Bundestagswahl viele Unionswähler aus strategischen Gründen zur FDP wechseln könnten: „Sollte der Abstand zwischen Union und SPD weiterhin bei vier oder fünf Prozentpunkten liegen, vermute ich, dass es in der letzten Woche vor der Wahl eine Wanderung der Unionsanhänger zur FDP geben wird“, so Kubicki.

Grund dafür sei die Annahme, dass nur die FDP ein Rot-Rot-Grünes Bündnis verhindern könne. An diesem Sonntag kommt die FDP in Berlin zu einem außerordentlichen Bundesparteitag zusammen, um ihren Wahlaufruf zu verabschieden. (dts/oz)



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