Klinisch tot und doch am Leben – Schwebend über dem OP (Teil 1)

Epoch Times14. Juni 2019 Aktualisiert: 14. Juni 2019 13:20
Herzstillstand. Was 344 Menschen an der Schwelle Ihres Todes erlebten, fasste der niederländische Herzspezialist Pim van Lommel in seiner Studie zusammen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert die „Widerspruchslösung“. Danach gilt jeder, der sich nicht ausdrücklich gegen eine Organspende ausgesprochen hat, per Gesetz als Organspender. Dabei ist längst unter Ärzten bekannt und bewiesen, dass selbst ein Herzstillstand nicht bedeutet, dass der Mensch tot ist. Ganz im Gegenteil.

Mit einer umfassenden Studie belegte bereits im Jahr 1988 der niederländische Kardiologe, Dr. Pim van Lommel, dass das Bewusstsein eines Menschen nicht an den menschlichen Körper gebunden ist. In seinem Buch „Endloses Bewusstsein – Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung“ berichtet er über seine Erkenntnisse. Ein Interview auf Thanatos.TV gibt dazu einen kurzen Einblick.

Bereits im Jahr 1988 führte der Herzspezialist van Lommel Umfragen in zehn niederländischen Krankenhäuser durch. 344 Patienten, die einen Herzstillstand überlebt hatten, das heißt, die alle klinisch tot gewesen waren, wurden nach ihrer Wahrnehmung befragt. Dabei stellte sich heraus, dass von den 344 Patienten 18 Prozent in einen Zustand des erweiterten Bewusstseins gelangten. 82 Prozent erlebten diesen Zustand nicht.

Der Mediziner berichtete, dass weder die Dauer der Bewusstlosigkeit oder Medikamentengabe, noch Religion, Bildung, Geschlecht oder das Wissen, dass Nahtoderfahrungen möglich sind, spezifische Faktoren seien, die Nahtoderlebnisse beeinflussen. Weder Sauerstoffmangel im Gehirn, noch Angst vor dem Tod oder irgendwelche Medikamentennebenwirkungen spielten eine Rolle.

Das erstaunliche Ergebnis der Erfahrungen

Alle Patienten, die nach ihrer „Rückkehr“ befragt wurden, sagten, dass sie im Zeitpunkt des Todes keinen Schmerz mehr gespürt hätten. Sie befanden sich im außerkörperlichen Bewusstsein, in einem außerkörperlichen Zustand. Sie konnten ihren Körper sehen, der beispielsweise im Krankenhaus lag und gerade reanimiert wurde.

Alle Patienten mit einer Nahtoderfahrung berichteten davon, dass sie an einen Tunnel geführt wurden. In einer anderen Dimension wurden sie von Verstorbenen begrüßt. Sie begegneten Lichtwesen, in deren Gegenwart sie bedingungslose Liebe und eine tiefe Weisheit empfanden. Die Fragen, die von den Patienten an dieses lichte Gestalt gestellt wurden, wurden beantwortet, noch bevor sie ausgesprochen waren. Es gab eine Lebensrückschau und manchmal einen Einblick in das, was die Zukunft bereithält. In diesem Moment gab es dann oft eine Grenze, deren Überschreitung in diesem Moment unüberwindbar schien. Die Menschen wussten, dass es beim Überschreiten dieser Grenze kein Zurück mehr gab. Und genau an dieser Stelle wurden sie oft zurückgeschickt in ihre Körper. „Es ist noch nicht an der Zeit“, gab van Lommel zu verstehen.

Aus dieser lichtvollen, befreiten Erfahrung kehren diese Patienten dann zurück und treten mit ihrem Bewusstsein in den menschlichen Körper ein, mit all seinen Schmerzen und Einschränkungen. Wie müssen sich diese Menschen in diesem Moment fühlen?

Woher kommt das Bewusstsein?

Der Sterbeforscher betont, dass man als Medizinstudent lernen würde, dass das Bewusstsein die Produktion von Gehirnfunktionen ist. Doch das sei nur eine Hypothese, die diskutiert werden müsste. Denn in Anbetracht der Studie weiß er, dass man innerhalb von Sekunden das Bewusstsein verlieren kann. Dann gibt es keine Körperreflexe mehr. Auch wenn eine Nulllinie auf dem Monitor im Krankenhaus zu sehen sei, hätten die Patienten ganz klare Gedanken, Wahrnehmungen, Emotionen, Beobachtungen und ihr Gedächtnis funktioniert. Und das alles, obwohl eine Gehirnfunktion nicht messbar ist. Kann man noch von einem Hirntod sprechen?

Van Lommel sagt:

In meinen Augen ist Bewusstsein im Gehirn nicht zu finden. Das Gehirn hat eine vermittelnde, aber keine erzeugende Funktion. Es ist ein Sender und Empfänger für Bewusstsein.“

Der Austausch von Nachrichten zwischen Körper und Bewusstsein finde über das Bewusstsein statt. Durch seine Studien erlangte der Kardiologe zu der Erkenntnis:

Bewusstsein ist überall“

Das sei ein sehr wichtiger Aspekt für die Medizin. Er habe hunderttausende Menschen über Nahtoderfahrungen sprechen hören und Tausende Emails mit Nahtoderlebnissen von Menschen aus aller Welt erhalten. Alle führten zu demselben Ergebnis:

Der Tod ist nur eine Veränderung des Bewusstseinszustandes, wie die Geburt“.

Man sei nicht an den Körper gebunden, im Gegenteil: „Ich bin auch ohne meinen Körper ein bewusstes Wesen“, sagte van Lommel.

Durch seine Forschung kam er zu einer tiefgreifenden Erkenntnis: „Wir müssen das Gesundheitswesen verändern.“

Der Umgang mit Patienten im Tiefkoma, während des Sterbeprozesses, auch bei der Abtreibung müsse überdacht werden.

Wir versuchen, Patienten mit schweren Leiden am Leben zu erhalten anstatt die Natur ihre Arbeit machen zu lassen“

Auch wenn sich nur wenige Neurowissenschaftler an wissenschaftlichen Diskussionen interessieren würden, so ist sich von Lommel sicher:

Wir wissen aus der Geschichte der Wissenschaft, dass es Zeit braucht, bis neue Ideen akzeptiert werden. Und neue Konzepte werden immer zuerst stark bekämpft. Auch das zeigt die Geschichte der Wissenschaft.“

Das Buch von Dr. Pim van Lommel: „Endloses Bewusstsein – Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung“
ISBN 978-3426876244

(sua)

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