Neben seinem Enthusiasmus für Kalligrafie und Lesen ist Wang für eine andere Freizeitbeschäftigungen bekannt: die Gänsezucht.Foto: Jade/The Epoch Times

Wang Xizhi, der weise Meister der Kalligrafie

Von 20. August 2012 Aktualisiert: 20. August 2012 0:41

 

Wang Xizhi aus der Östlichen Jin-Dynastie ist der in China am meisten geschätzte Kalligrafie-Künstler. Oft als der „Weise der Kalligrafie“ bezeichnet, hinterließ er sein größtes Werk der Schönschreibkunst, das „Vorwort zu der Zusammenkunft am Orchideenpavillon“, welches ein Musterbeispiel für Kursivschrift (Xíngshū) ist, deren Haupteigenschaften geschmeidige, aber zierliche Striche sind.

In jungen Jahren suchte Wang Xizhi auf Reisen immer nach Grabsteinen mit Inschriften, von denen er Steinabreibungen herstellte. Durch das Studium dieser Beispiele formte er seinen eigenen Schreibstil.

Er mochte das Schreiben und die Beschäftigung mit der Struktur der chinesischen Schriftzeichen so sehr, dass er manchmal so tief in Gedanken versunken war, dass er Mahlzeiten ausließ oder vergaß, schlafen zu gehen. Nach einer Überlieferung heißt es, dass sein Diener einmal eine Platte mit Dampfbrötchen und einer Schüssel Soße neben ihm abstellte, als er ganz vertieft in seine kalligrafische Arbeit war. Später kam seine Frau in sein Studierzimmer und sah, dass Wang ein Dampfbrötchen in die Tinte getaucht hatte und es gerade essen wollte.

Wang hatte in jedem Raum seines Hauses mehrere Schreibhocker und sobald er an ein chinesisches Schriftzeichen mit einem guten Aufbau dachte, nahm er einen Schreibpinsel in die Hand, um das Zeichen sofort aufzuschreiben.

Als Wang jung war, war er noch kein angesehener Kalligraf. Er arbeitete jedoch viele Jahre sehr hart, um der Beste zu werden. Sein Handgelenk war stark und stabil. Eine Geschichte besagt, dass er einmal ein paar Zeichen auf einen Tisch schrieb, die danach auch mit Wasser nicht mehr weggewischt werden konnten. Ein anderes Mal bearbeitete ein Schreiner ein Holzbrett, auf das Wang Xizhi ein paar Worte geschrieben hatte. Der Schreiner stellte fest, dass die Tinte drei Fen (traditionelles chinesisches Längenmaß: 1 Fen = 0,33 cm) tief in das Holzbrett eingedrungen war. Später bezeichneten die Menschen die Kalligrafien Wangs als „3 Fen tief ins Holz“ und es wurde sogar zu einem Idiom in der chinesischen Sprache.

Neben seinem Enthusiasmus für Kalligrafie und Lesen ist Wang für eine andere seiner Freizeitbeschäftigungen, die Gänsezucht, bekannt. Eine Überlieferung besagt, dass er erkannte, wie er den Kalligrafie-Pinsel führen sollte, wenn er die Körperhaltung der Gänse beobachtete.

Wang und seine Freunde veranstalteten ein Festmahl im Orchideenpavillon, wo sie viele Gedichte schrieben, während sie sich angeregt unterhielten. Am Ende des Festessens verfassten sie insgesamt 37 Gedichte. Wang schrieb das „Vorwort zu der Zusammenkunft am Orchideenpavillon“, welches zum überragendsten seiner kalligrafischen Kunstwerke wurde. Der gesamte Text des „Vorwort zu der Zusammenkunft am Orchideenpavillon“ besteht aus 324 Schriftzeichen, wobei gleiche Worte jedes Mal in einem anderen Stil, jedoch alle elegant und in einer Einheit, geschrieben wurden.

Das Original des „Vorwort zu der Zusammenkunft am Orchideenpavillon“ von Wang Xizhi ist leider nicht erhalten geblieben. Bis heute existieren davon erfreulicherweise mehrere Kopien und es wird als Musterbeispiel für die Kursivschrift angeführt.

 



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