„Hard to Believe“: Angehende Ärzte entsetzt über staatlich organisierten Organraub in China

Von 4. November 2019 Aktualisiert: 4. November 2019 22:29
"Es ist schwer vorstellbar, dass Ärzte für Profit töten würden" heißt es in der mit 18 Awards ausgezeichneten Dokumentation "Hard to Believe". Noch schwerer vorstellbar war für die Besucher der Filmvorführung an der Medizinischen Universität Graz das Ausmaß, in dem das kommunistische Regime in China Verbrechen gegen die Menschheit begeht und die geringe Medienaufmerksamkeit in Anbetracht der Geschehnisse.

Am 16. Oktober 2019 veranstalteten das Referat für Gesundheits-, Gesellschafts- und Bildungspolitik der Österreichischen Hochschülerschaft der Medizinischen Universität Graz in Kooperation mit dem Österreichischen Falun-Dafa-Verein eine Filmvorführung der Dokumentation „HARD TO BELIEVE“.

Die im Jahr 2016 veröffentlichte Dokumentation gibt Einblicke in den staatlich organisierten Organraub, sowie der Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden in China. Weiters werden die Hintergründe beleuchtet, warum viele Regierungen und Medien der Welt die Augen vor den bis heute andauernden Verbrechen verschließen.

Seit ihrem Erscheinen erhielt die von Swoops Films produzierte Dokumentation 18 Awards, darunter den London Film Award 2017.

Der Abend im größten Hörsaal der Medizinischen Universität in Graz wurde von Landtagsabgeordneter Assoz. Prof. Dr.rer.nat. Sandra Holasek und Professorin für Ethik in der Medizin Prof. Dr. Martina Schmidhuber eröffnet. Beide betonten die Wichtigkeit von Ethik und Menschlichkeit, sowie die Verantwortung von demokratischen Ländern sich für entsprechende Werte einzusetzen.

Obwohl es nicht das erste Mal ist, dass Regierungen ihre eigene Bevölkerung zur Einschränkung von Glaubens- oder Meinungsfreiheit ermorden, stellt das Ausmaß des Genozides an Falun-Gong-Praktizierenden in China und das daraus resultierende Millionengeschäft mit Organen, ein nie zuvor dokumentiertes Grauen dar.

Nach dem Film wurden die medizinischen Hintergründe des Organraubes in China, sowie dokumentierte Fälle in einem Gastvortrag von Mag. Katja Hausmann, Repräsentantin der amerikanischen Organistion „Doctors against Forced Organ Harvesting“ (DAFOH), näher beleuchtet. Die unabhängige Organisation DAFOH steht seit ihrer Gründung für höchsten ethischen Standard in der Medizin und setzt sich gegen Organraub und illegalen Organhandel ein.

Als Abschluss der Veranstaltung standen Mag. Katja Hausmann (DAFOH) und Mag. Yong Wang (Vorsitzender des Österreichischen Falun-Dafa-Vereins) den schockierten Zuhörern, in einer offenen Diskussion Rede und Antwort.

„Unfassbar, dass es im 21. Jahrhundert so etwas geben kann“

Viele der Zuschauer in Graz haben im Laufe des Abends zum ersten Mal von der Tragweite der Verbrechen des chinesischen Regimes erfahren. Sie berichten von bleibenden Eindrücken Fassungslosigkeit angesichts der dokumentierten Geschehnisse.

Die Dokumentation ist sehr bewegend. Der Titel „Hard to Believe” trifft es genau. Man kann es wirklich kaum glauben, welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegenwärtig stattfinden,“ kommentiert Univ. Prof. Dr. Martina Schmidhuber vom Institut für Moraltheologie die Filmvorführung.

„Unfassbar, dass es jetzt – im 21. Jahrhundert – so etwas geben kann“, zeigt sich MMag. Winkler, Lehrer für Physik und Biologie, am Ende der Veranstaltung entsetzt.

Landtagsabgeordnete des Landes Steiermark Assoz. Prof. Dr.rer.nat Sandra Holasek lobt die Dokumentation und betont: „Es ist immer wieder schön, wenn schwierige Themen durch Kunst aufgelöst werden. Die Filmproduktion ist eine ganz wichtige Form der Kunst, um Themen den Menschen näher zu bringen. Die Recherche und die Darstellung der Recherche und die Darstellung der Menschen und ihrer Lebensbilder ist sehr gelungen und beeindruckend für den Betrachter.“

„Wo ist die Presse?“

Die Frage „Wo ist die Presse?“ wird im Laufe der Dokumentation gestellt. Die Tatsache, dass die Medien sich wenig mit den Schicksalen der Betroffenen in China beschäftigen, traf bei den  Zuschauern in Graz auf Unverständnis.

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Medizinstudentin Anne März war von den grausamen Bedingungen der erzwungenen Organentnahmen schockiert. Ebenso davon, dass diese Verbrechen sowie die Verfolgung von Falun-Dafa-Praktizierenden nicht präsenter sind:

Es zeigt, wie machtvoll die Medien sind und wie schnell so etwas unterdrückt und unter den Teppich gekehrt wird. Das sollte meiner Meinung nach einfach nicht sein. Es ist eigentlich ein Thema, das mitunter in den Medien zurzeit am präsentesten sein sollte,“ sagt sie.

Gerade weil die Verfolgung und Ermordung verschiedener „unerwünschter“ Gruppen – wie Tibeter, Uiguren und als mit Abstand größte Opfergruppe Falun-Dafa-Praktizierende – durch das kommunistische Regime nicht die Titelblätter vieler Medien ziert, war den Zuschauern klar, dass sie selbst die Informationen verbreiten müssen.

Es sei wichtig das nicht im Bewusstsein schlummern zu lassen unter dem Motto „Aha, da passiert etwas Schlimmes“, sondern man müsse das Thema ansprechen, darüber reden und verstärkt publik machen, ist Mag. pharm. Dr.rer.nat. Schachner-Nedherer, Wissenschaftlerin an der Medizinischen Universität, nach der Veranstaltung überzeugt.

Im Laufe des Abends wurde wiederholt die Verantwortung vor allem in medizinischen Berufen betont.

Ich glaube das gerade Medizinstudierende sich damit auseinandersetzen müssen. Ethische Fragen sind für ÄrztInnen in jeder Alltagssituation ein Konflikt, dem wir uns stellen müssen,“sagt Tammo Schoch vom Referat für Gesundheits-, Gesellschafts- und Bildungspolitik der Österreichischen Hochschülerschaft der Medizinischen Universität Graz.

Er ist sich sicher, in Zukunft noch mit vielen seiner KollegInnen und Freunden über das Gesehene zu sprechen. Als Mitveranstalter des Abends schätzte er die gut besuchte Veranstaltung als Erfolg ein.