Gewaltige Steinmassen gefährden Schiffahrt im Jangtse

Von 16. April 2009 Aktualisiert: 16. April 2009 23:36
Laut den Chongqinger Abendnachrichten droht eine Bergflanke von fast 36 Millionen Kubikmetern in der Gemeinde Guling, Kreis Yunyang, in den Jangtse-Fluss abzurutschen und könnte so den halben Fluss blockieren. Der Kreis hat den Ausnahmezustand verhängt und den Zugang zu der Region beschränkt.

Ausgelöst worden sei die gefährliche Situation durch jüngste Stürme und Wasserstandsschwankungen im nahegelegenen Drei-Schluchten-Staudamm. Der stellvertretende Bürgermeister Chu aus Guling spricht von einer dreihundert Meter langen, sechshundert Meter breiten und zwanzig Meter hohen Bergflanke, die gefährdet sei. Sollten Sand und Steine in den Jangtse abgleiten, würde er blockiert. Die Schiffahrt sei gefährdet. Bereits im vorigen Jahr warnten Experten vor einem erhöhten Risiko einer geologischen Katastrophe im April und Mai diesen Jahres zum Ende der Regenzeit, wenn der Boden mit Wasser gesättigt ist.

Die geologische und Umwelt-Überwachungsstation in Yunyang verzeichnet seit dem 10. März eine Wanderung der Masse von einem Zentimeter pro Tag. Am ersten April besuchte der Experte für Katastrophenschutz, Huang Jiayu, das Gebiet und sagte, das Risiko, dass die Bergflanken abrutschten, sei hoch. Die Situation habe sich durch sinkende Wasserstände im Reservoir und die starken Regenfälle noch weiter verschärft.

Probleme von Anfang an

Es wird von Fachleuten als wahrscheinlich angenommen, dass dieser Vorfall etwas mit der veränderten geologischen Gesamtsituation durch den Bau des Drei-Schluchten-Staudamms zu tun hat. Der ehemalige Professor und anerkannte Wasserkraftexperte, Huang Wanli, der Tsinghua-Universität hatte bereits während der Expertengespräche und Planungsstufen zum Drei-Schluchten-Staudamm in sechs Briefen an das Regime seine Bedenken am Projekt zum Ausdruck gebracht. Nach seiner damaligen Einschätzung würde durch das Herabsetzen der Fließgeschwindigkeit der Jangtse im Oberlauf versanden.

Dies würde  das Gebiet um Chongqing betreffen und sich sogar bis nach Luzhou, eine Präfektur in der Profinz Sichuan, und Hechuan, ein Kreis in der Provinz Chongqing, auswirken. Getreidefelder in Sichuan etwa würden zerstört.

Gegenwärtig reiche die technische Ausstattung nicht für Langzeitmessungen der Sedimentablagerungen. Der Druck durch das Gewicht des eingeschlossenen Wassers könnte ebenfalls zu Bodenverschiebungen an Land und damit zu Erdbeben führen. Von der Perspektive der nationalen Sicherheit sei der Drei-Schluchten-Damm auch ein Risiko, das sogar die Gefahr eines kriegerischen Angriffs in den Schatten stelle. Professor Huang prognostiziert, dass angesichts der massiven Sicherheitsbedenken sogar die Gefahr bestehe, dass der Damm zwangsweise gesprengt werden müsse.

Weiter sagte der Professor, dass die zu Beginn herausgegebenen Berichte, die den Dammbau positiv begutachteten, voller Fehler gewesen seien. Er drängte die Regierung, die Studien nochmals zu überprüfen und spezielle Themen öffentlich zu diskutieren.

1986 hielten das Zentralregime und der Staatsrat eine Reihe von Besprechungen über das Drei-Schluchten-Projekt ab. Professor Huang wurde nicht eingeladen, daran teilzunehmen. Auf seine zahlreichen Briefe an das Regime, die auf die zu erwartenden Schäden durch das Projekt hinwiesen, hat er keine Antwort bekommen.

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