US-Präsident Donald Trump im Oval Office. 23. Januar 2017.Foto: Ron Sachs - Pool/Getty Images

Trumps China-Strategie wird „unberechenbar“: Insider zu Geopolitik und Waffenhandel

Von 1. Februar 2017 Aktualisiert: 1. Februar 2017 18:05
„Unberechenbar“ will US-Präsident Trump in Zukunft das Verhältnis USA/China angehen. Das sagte sein Berater Michael Pillsbury in einer indischen Zeitung. Trotzdem seien die Chinesen „optimistisch“, weil sie Trump vor allem als Geschäftsmann sehen.

 Es wird vor allem um Waffenhandel und Territorial-Streitigkeiten gehen im kommenden Verhältnis der USA zu China. Das enthüllte Trump-Berater Michael Pillsbury in der „Times of India“. Für die Inder ist das Thema brennend wichtig, weil sie ihre eigene Geostrategie danach ausrichten werden.

Die Chinesen nannten gegenüber den USA bereits „sechs Bereiche“, „die für Präsident Xi Jinping und die herrschende Elite von überragender Bedeutung sind“, so Pillsbury.

Raketenschild in Südkorea

Besonders nervös ist China wegen THAAD, der „Terminal High Altitude Area Defense“ in Südkorea. Dies sind Raketen-Abfangjäger und SPY-Radarsysteme, welche die USA in Absprache mit Südkorea dort stationieren möchten.

Falls die USA dieses Waffensystem weiter aufstocken, würde das Chinas ICBM-Fähigkeit neutralisieren – also die Fähigkeit, mit Interkontinentalraketen Ziele im US-Festland zu treffen. Und das möchten die Chinesen natürlich nicht.

Waffenhandel

Auch haben die Chinesen erstmals die US-Waffenlieferungen nach Indien angesprochen: Indien ist aktuell der größte Waffenabnehmer der USA, laut Pillsbury. China ist besorgt, falls die Lieferungen 2017 weitergehen sollten, wie von Premier Modi bestellt.

Indiens Territorialansprüche

Außerdem befürchten die Chinesen, dass Trump Indiens Anspruch auf das umstrittene Grenzgebiet Arunachal Pradesh unterstützen könnte. Auf diesen indischen Bundesstaat erhebt auch China Anspruch.

„Künstliche Inseln“

Außerdem wünschen sich die Chinesen, dass Trump im Idealfall ihrer Ablehnung des UN-Seerechtsurteils über die chinesischen Territorialforderungen im Südchinesischen Meer zustimmt. Dies ist zu bezweifeln, da der neue US-Außenminister Rex Tillerson bei seiner Bestätigung im Senat vorschlug, dass die USA Chinas Zugang zu den künstlichen Inseln sogar blockieren sollten.

Weitere Sorgenpunkte Chinas sind die „ein China-Politik“ und Taiwan (was wiederum in den Bereich des Waffenhandels fällt); der Dalai Lama und die tibetische Exil-Regierung (hier hat China gefordert, dass Trump den Dalai Lama nicht treffen soll).

Chinesen bezüglich Trump „optimistisch“

Pillsbury bemerkte exklusiv zur „TOI“: „Die Chinesen sind [bezüglich Trump] optimistisch. Sie denken, dass er ein Geschäftsmann ist, der klare ökonomische Motive hat, um Amerika wieder groß zu machen. Und sie glauben, dass sie ihm dabei helfen können.“

Im außenpolitischen Magazin ‚Foreign Policy‘ hatten zuvor die beiden Trump-Berater Alexander Grey und Peter Navarro einen Artikel veröffentlicht, der Trump’s Asien-Pazifik-Politik als eine Strategie von „Frieden durch Stärke“ beschrieb. Pillsbury kommentiert: „Der Artikel von Gray und Navarro wurde offiziell von der Trump-Kampagne genehmigt.“ Gray und Navarro sagten darin, Trump werde die US-Wirtschaft niemals auf dem Altar der Außenpolitik opfern und Handels-Abkommen wie TPP zustimmen. Und zweitens werde Trump das US-Militär wieder zur unangefochtenen Spitzenstreitmacht aufstocken.

Trumps Strategie wird „unberechenbar“

Wie könnte nun Trumps Politik in dieser Region aussehen? Pillsbury sagt, dass Trump sich „unvorhersehbar“ verhalten werde. „Vor allem möchte er von den Chinesen für unberechenbar gehalten werden. Das ist seine Verhandlungsstrategie.“

Und welche Absichten, denkt er, hat China? Pillsbury zitierte einen chinesischen Überläufer, der meinte: „Wir verfolgen Ihre amerikanische Strategie. Wir wollen eine Monroe-Doktrin in Asien haben – das keine andere Macht Zutritt hat. Wir wollen Technologie stehlen. Ihr Amerikaner habt das einst getan, indem ihr die Engländer getäuscht und übertroffen habt, und die Briten leisteten dabei keinen Widerstand.“

Pillsbury meinte: „Der Aspekt, dass man die herrschende Macht täuschen kann, gefällt ihnen besonders.“

Chinas Traum: Wirtschaftsmacht Nr. 1 werden

„Die Menschen wissen noch nicht, was chinesische Ökonomen bereits schriftlich prognostizieren: Dass sie bis 2020 die USA überholt haben wollen, bis 2030 sicher doppelt so groß sein wollen, und bis 2049 – am Ende des Marathons – dreimal so groß wie die amerikanische Wirtschaft dastehen wollen.“

Wie schätzt der Trump-Berater nun die zwei wahrscheinlichsten Möglichkeiten ein, wie sich China entwickeln könnte? Pillsbury sagt: „Eines ist, dass die Wirtschaftsreformen erfolgreich sind und China erfolgreich seinen Binnenmarkt auf Konsum umstellt und deshalb viel mehr amerikanische Exporte kauft. Das wäre das ‚Make America great again‘-Szenario. Das andere Szenario wäre: Präsident Xi schränkt weiterhin Menschenrechte ein, bekämpft Korruption und erhöht die Militärausgaben – dann hätten wir in 10 oder 15 Jahren ein militärisch starkes China.“ Diese beiden Top-Szenarien hätten eine Realisierungschance von je 30 Prozent, schätzt der Trump-Berater. Allerdings hält er Chinas Zukunft zu 40 Prozent unvorhersagbar.


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