Verbraucher sparen bei frischem Obst und Gemüse

Die Alltagskosten vieler Menschen sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Gespart wird einem Verband zufolge bei gesunden Lebensmitteln.
Laut einem Statistik-Handbuch zur Fruit Logistica wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 5,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse geerntet.
Laut einem Statistik-Handbuch zur Fruit Logistica wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 5,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse geerntet.Foto: Fabian Sommer/dpa
Epoch Times7. Februar 2024

Verbraucher sparen angesichts gestiegener Lebenskosten dem Deutschen Fruchthandelsverband zufolge zunehmend bei den Ausgaben für frisches Obst und Gemüse. „Der Verbrauch privater Haushalte hat in den vergangenen Monaten nachgegeben“, sagte Verbands-Geschäftsführer Andreas Brügger der Deutschen Presse-Agentur. „Die Leute haben weniger Geld im Portemonnaie – und dann sparen sie beim Essen – und geben lieber Geld für anderes aus als für Frisches.“

Im EU-Vergleich lägen die Deutschen beim Konsum von frischem Obst und Gemüse deutlich unter dem Durchschnitt. Von der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, täglich 400 Gramm Obst und Gemüse zu verzehren, seien die Deutschen mit durchschnittlich 287 Gramm weit entfernt.

Die Branche trifft sich von diesem Mittwoch an zur Fachmesse Fruit Logistica in Berlin. Den Unternehmen machen nach Verbandsangaben die Auswirkungen der hohen Inflation und viel Bürokratie zu schaffen. „Die Unternehmen ersticken in Bürokratie und Dokumentationspflichten. Das macht alles nur noch teurer – die Waren aber ja nicht besser“, sagte Brügger.

Unmut in der Agrarpolitik

Laut einem Statistik-Handbuch zur Fruit Logistica wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 5,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse geerntet. Laut Brügger sind rund zwei Drittel des frischen Obstes und Gemüses in deutschen Geschäften Einfuhren aus anderen Ländern. In Italien wurden im vergangenen Jahr 17,44 Millionen Tonnen Obst und Gemüse geerntet, in Spanien sogar 21,596 Millionen Tonnen.

Dass zahlreiche Landwirte derzeit ihren Unmut über die Agrarpolitik kundtun, ist aus Sicht des Fruchthandelsverbands verständlich. Die Landwirtschaft und auch der Gartenbau seien mit „Auflagen ohne Ende“ konfrontiert. Die Kürzung der Agrardieselsubventionen habe den Ausschlag für die Proteste gegeben, die Probleme seien aber umfangreicher.

Überlegungen zu einem Verpackungsverbot für frisches Obst und Gemüse hält Brügger für falsch. Für eine angemessene Darbietung der Waren, für mehr Haltbarkeit und entsprechend weniger Lebensmittelverschwendung seien Verpackungen zwingend notwendig. Von der Gesamtmasse an Verpackungen im Lebensmittelbereich machten jene für frisches Obst und Gemüse zudem nur wenig aus.

Bei der Fruit Logistica präsentieren sich laut der Messe von Mittwoch bis Freitag mehr als 2770 Aussteller aus 94 Ländern. (dpa)



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