Der junge Holländer im Selbstversuch: Einen Monat lang keinen Alkohol und keinen Zucker (+VIDEO)

Epoch Times27. April 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 2:41
Haben Sie heute Ihren Kaffee gesüßt? Ja? Etwas anderes wäre auch gar nicht Frage gekommen? Dann kann es sein, dass Sie süchtig nach Zucker sind. Ein junger Holländer hat es gewagt, einen Monat lang alle gesüßten Speisen und E-Nummern zu streichen und auch keinen Alkohol mehr zu trinken. Der Entzug war heftig!

Der junge Holländer Sacha Harland trank vor dem Experiment bisweilen Alkohol und ernährte sich in der Hauptsache von konventionellen, industriell gefertigten Lebensmitteln. Sein Körpergewicht war “normal”. Einer wie du und ich.?! Er hätte nicht gedacht, was ein Monat ohne Zucker und Alkohol mit ihm und seinem Körper machen würde. Und dass er so süchtig nach Zucker war.

Denn Zucker lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, was uns erst einmal Energie verschafft. Doch gleichzeitig schüttet unsere Bauchspeicheldrüse Insulin aus, das Nährstoffe aus der Nahrung zu den Zellen befördert. Insulin ist gut und wichtig.

Wer aber zuviel davon hat, der suggeriert seinem Körper: Ohne Insulin kriegst du keine Nährstoffe mehr. Also braucht es noch mehr Insulin, das wir eben über noch mehr Schokoriegel, noch mehr gesüßte Saucen oder noch mehr Zucker im Kaffee bekommen.

Sachas Gesundheitswerte sind vorher okay

Sacha hat sich von LifeHunters überzeugen lassen, einen Monat lang keinen Zucker und keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Die Ergebnisse wurden in einem Video auf YouTube veröffentlicht.

Zunächst lässt sich der junge Mann von einer Sportmedizinerin durchchecken. Sie misst seinen Blutdruck, schaut sich Herz- und Lungenfunktion an und macht ein EKG. Außerdem schaut sie sich seine Blutwerte an. Seine Cholesterinwerte sind etwas erhöht, sonst ist alles in Ordnung.

Der Speiseplan: Obst, Salat, Ei und Wasser

Unterdessen hat sein Freund schon mal Sachas Aussichten für die nächsten Wochen geklärt: Tabu sind nun beispielsweise Eistee mit 10 Stück Würfelzucker, Fertig-Tomatensuppe mit 5 Stückchen Würfelzucker pro Schüssel oder eine Tandoori-Sauce für Nudeln mit sogar 15 Stück Würfelzucker. Da bleibt wirklich nicht mehr viel übrig an den üblichen Speisen.

Fortan gibt es bei Sascha Früchte, Ei und Jogurt zum Frühstück. Sein Getränk der Wahl ist stilles Leitungswasser. Oft isst er Salat.

Der Entzug

Schon in der ersten Woche geht es Sacha richtig schlecht, er fühlt sich “cranky”, also krank. Verquollen und sozusagen “auf Entzug” liegt er im Bett. “Es ist wirklich schwer”, sagt er. Er fühlt sich sehr gereizt und das macht es für die Menschen in seiner Umgebung nicht gerade leicht.

Die ersten Tage liegen hinter ihm und er hat ständig Hunger. Die leckeren Softdrink-Werbungen scheinen nur für ihn gemacht zu sein. Sie ziehen ihn in seinen Bann. Wie gerne würde er mal wieder einen Hamburger essen.

“Zucker raubt dir die Vitamine, er macht dich müde”, erklärt eine Ernährungsberaterin im Video. Bei Alkohol ist es ähnlich. Er ist ein Zellgift, das die Leber mühselig wieder abbauen muss. Alkohol entzieht dem Körper Magnesium. Außerdem ”verbraucht” er weitere wichtige Elektrolyte wie Kalium, Natrium und Calcium, die durch den gesteigerten Harndrang ausgeschieden werden. In Folge trocknet der Körper aus.

Tipps vom Ernährungsprofi

Die Ernährungsberaterin empfielt Sacha deshalb Obst und Gemüse und ballaststoffreiches Brot. Auch ungesättigte Fette würden ihm gut tun. Es bleiben also noch Lebensmittel übrig, die für Sacha in Frage kommen, etwa Olivenöl, Fisch und Nüsse.

Sacha ist energiegeladen und will keinen Süßkram mehr

Nach drei Wochen passiert etwas Außergewöhnliches. “Das Frühstück ist fertig und ich möchte euch mal was sagen: Das ist das erste Mal, seitdem ich begonnen habe, dass ich keinen Süßkram am Morgen mehr will”, erklärt Sacha im Video.

Als die letzte Woche fast vorbei ist, kommt er morgens besser aus dem Bett und fühlt sich voller Energie. “Eine schöne Überraschung”, findet er. Die Zuckersucht ist überwunden!

Als Sacha wieder zur Ärztin geht, haben sich seine Werte verbessert: Sein Gewicht ist von 81,7 kg auf 77,2 kg gesunken. Sein Körperfettanteil ist von 15,5% auf noch gesündere 14,2% gefallen. Sein Blutdruck beträgt nun 135/75 statt der früheren 125/75. Und auch die überhöhten Cholesterinwerte sind um 8% gesunken. Sacha geht es gut. Er wird in Zukunft nicht auf Schokoriegel verzichten, aber bewusster mit dem Thema umgehen.

Die Zuckersucht ist wissenschaftlich erforscht

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Die Zuckersucht wird auch von der Wissenschaft bestätigt: Im April 2016 veröffentlichte die Neurowissenschaftlerin Selena Bartlett der Queensland University of Technology ihre erfolgreichen Therapieergebnisse von Zuckersucht. Sie geht davon aus, dass Medikamente gegen Nikotinsucht auch gegen den pausenlosen Heißhunger auf Zucker eingesetzt werden können. Es handelt sich dabei um die weltweit erste Studie, die sich mit der Therapie einer Zuckersucht beschäftigt. Das berichtet "Zentrum der Gesundheit".

"Die neuesten Zahlen der WHO zeigen, dass fast 2 Milliarden Menschen weltweit übergewichtig sind. Davon sind 600 Millionen sogar adipös. Es ist anzunehmen, dass viele unter anderem infolge einer Zuckersucht derart mit Übergewicht zu kämpfen haben”, sagt Bartlett. (kf)