Quarantäne mit dem Schweißgerät: Städte, Straßen, Gebäude und Türen in China werden verriegelt

Von 6. Februar 2020 Aktualisiert: 12. Februar 2020 9:13
Wer noch nie im "Land der Mitte" war, für den mag einiges unvorstellbar sein. In China wird vieles anders gehandhabt als in der westlichen Welt. Mit dem Voranschreiten des Virus schreitet die Abriegelung der Städte voran, auch Straßen, Gebäude und Türen werden verschlossen, sogar zugeschweißt.

Die Lungenerkrankung in Wuhan hat sich rapide ausgeweitet. Um den Schutz vor Epidemien zu verstärken, kündigten die Behörden nun die Schließung weiterer Städte an. Am 4. und 5. Februar wurden 16 Städte in verschiedenen Provinzen abgeriegelt. Das sind mehr als 100 Millionen Einwohner. Zusätzlich gab es Anweisungen für die Schließung der gesamten Provinz Liaoning, mit insgesamt 43,9 Millionen Einwohner. Kurz darauf folgte die Provinz Jiangxi mit 44 Millionen Einwohnern.

China ist vom neuen Coronavirus hart getroffen. Wie bereits bekannt ist, hatten laut dem Bürgermeister von Wuhan rund 5 Millionen Menschen schon vor Beginn der Quarantäne die Stadt verlassen. Die meisten verließen den Ausgangspunkt der Lungenseuche in der letzten Woche vor der Schließung. Die Quarantäne begann am 23. Januar. Bereits am 8. Dezember bestätigten Gesundheitsbehörden von Wuhan den Ausbruch eines neuen Virus.

8-Millionen-Stadt Nanjing geschlossen – und Türen von Wohnblocks verschweißt

Die Stadt Nanjing kündigte am Abend des 4. Februar gegen 23 Uhr die Schließung der Stadt an. Die Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangsu liegt rund 300 km flussaufwärts von Shanghai entfernt, direkt am Jangtse. Acht Millionen Menschen wohnen hier. Die Behörden der Stadt kündigten an, dass bis zum Ende der Coronavirus-Epidemie in Wuhan die „umfassende Umsetzung des geschlossenen Gemeindemanagements“ aufrechterhalten werden muss, also eine Abschottung.

Während dieses Zeitraums sollen alle bis auf einen Ein- und Ausgang der Gemeinde verschlossen bleiben. Es gibt strikte Kontrollen.

In Nanjing wurden am 4. Februar offiziell zwei Fälle des Virus bestätigt, einer davon im Bezirk Gulou, Dorf Anle in der Jianning Straße. In einem Video auf Twitter heißt es, das wegen des Erkrankten nun 25 Familien in einem Wohnblock unter Quarantäne gestellt würden.

Männer mit weißen Schutzanzügen wären nun den zweiten Tag in Folge da, so eine Stimme hinter der Kamera. Sie würden jetzt die drei Türen des gesamten Wohnblocks versiegeln. Man sieht vereinzelt Funken des Elektroschweißgerätes bei der Schließung der Türen. Zu Beginn des Videos sieht man ein Schild am Haus mit der Adresse.

Außer Supermärkten und Apotheken sind alle Läden geschlossen

Die Behörden der Stadt hatten in der Ankündigung betont: diejenigen, die in den letzten 14 Tagen in andere Provinzen oder von Epidemien heimgesuchten Gebieten verreisten, müssen jetzt „die Initiative ergreifen“. Eine Meldung bei der Polizei und strikte Isolation sollte sofort – und von selbst –  erfolgen. Ansonsten würden Strafen verhängt.

Weitere Maßnahmen umfassen die Verstärkung der Desinfektion in der Gemeinde, die Begrenzung der Geschäftszeiten an öffentlichen Orten und die Aussetzung des Baus verschiedener Projekte. Außer Supermärkten und Apotheken sind auch hier alle Läden geschlossen. Diese Regelungen sind in allen betroffenen Gebieten sehr ähnlich.

Viele Videos im Netz zeigen, wie Städte und Straßen mit Chemikalien desinfiziert werden – sei es per Lkw auf großen Straßen, oder wie hier in einer Gasse.

Nur an jedem zweiten Tag darf ein Bewohner pro Haushalt außer Haus gehen

In vier Großstädten der Provinz Zhejiang hat das chinesische Regime die Bewegungsfreiheit von mindestens dreizehn Millionen Menschen massiv eingeschränkt: in Taizhou, in Teilen von Hangzhou, wo sich der Sitz des chinesischen Internetriesen Alibaba befindet, in Yueching und mehrere Bezirke von Ningbo.

Taizhou ist 150 Kilometer von der Wirtschaftsmetropole Shanghai und 850 Kilometer vom Zentrum der Coronavirus-Epidemie in der Provinz Hubei entfernt.

In der Stadt darf vorerst nur noch ein Bewohner pro Haushalt jeden zweiten Tag für Einkäufe das Haus verlassen. Die gleiche Regelung gilt für die betroffenen Viertel von Hangzhou und Ningbo. Die Behörden in Taizhou setzten zudem von Dienstag bis Mittwoch 95 Zugverbindungen aus.

Nach den Neujahrsfeiertagen machen sich viele Menschen wieder auf den Heimweg, dieses Video soll einen Bahnhof in Shanghai am 3. Februar zeigen:

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„Bitte gehen Sie nicht hinaus, gehen Sie nicht hinaus!“

In Taizhou dürfen Bewohner von Wohnkomplexen nach Regierungsangaben nur durch einen bestimmten Eingang in die Gebäude gelangen. Dabei müssen beim Herein- und Herausgehen Ausweise kontrolliert und die Temperatur gemessen werden. Wohnungseigentümern ist es zudem untersagt, ihr Eigentum an Menschen zu vermieten, die unlängst in besonders schwer vom Coronavirus betroffenen Regionen wie Hubei waren.

In Hangzhou wurden die Maßnahmen erst um 3 Uhr morgens verhängt, dabei wurde noch am Tag vorher dementiert, dass die Stadt geschlossen wird. Es heißt „geschlossenes Management“. Die Stadt wird sehr streng kontrolliert, die Regeln sind dabei fast überall gleich. „Bitte gehen Sie nicht hinaus, gehen Sie nicht hinaus!“, lautete eine Lautsprecherdurchsage.

Einige Dörfer oder Straßen werden auch in Eigenregie abgesperrt. Straßensperren stoßen manchmal auf Unverständnis, wie ein weiteres Video belegt. Dort will ein Mann trotz starken Einredens der Polizei eine Straßenblockade überwinden. Auf dem Nummernschild seines Autos steht das Schriftzeichen „贵“ für die Provinz Guizhou.

Einsperren ohne eine Vorwarnung

Die chinesische Regierung steht wegen der Ausbreitung des Virus massiv unter Druck. Immer mehr Details über den Ausbruch des Wuhan-Virus wurden schon bekannt. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit erklärte am Mittwoch, im Kampf gegen die Epidemie sei „politische Sicherheit“ die „Top-Priorität“.

Gegen „jede Art Unruhe stiftender Aktivitäten feindlicher Kräfte“ müssten entschiedene Vorsichts- und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das Oberste Gericht der Provinz Heilongjiang hat am 31. Januar einen Gerichtsbeschluss erlassen, der für das „Verbreiten von Gerüchten“ eine Höchststrafe von bis zu 15 Jahren vorsieht.

In Wuhan finden sich manche Bewohner ohne Vorwarnung eingesperrt, manche können aber noch ihre Türen einen Spalt aufmachen.

Das folgende Video soll in Wenzhou, nur knapp 100 Kilometer Luftlinie südlich von Taizhou aufgenommen worden sein. In dem Tweet steht: „Nachdem Wenzhou gefallen ist, mobilisierten die Behörden eine große Anzahl von Polizeikräften, um die Stabilität zu gewährleisten!

„Sehr unschöne Entwicklungen“ für Dienstleister

Die Quarantäne wandert mit den neu gemeldeten Städten näher an die Wirtschaftsmetropole Shanghai, in der es offiziell schon hunderte Infizierte gibt.

Auch die „iPhone-Stadt“ Zhengzhou wird seit dem 4. Februar „geschlossen verwaltet“. Hier hat Foxconn seine wichtigste Produktionsstätte, in der für Apple täglich rund eine halbe Million iPhones zusammengebaut werden. Mit dem aktuellen Zwangsstopp bis zum 9. Februar steht damit die Hälfte der iPhone-Produktionslinien von Foxconn still. Eine Verlängerung der Zwangspause würde große Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Wegen dem Coronavirus hat Foxconn auch seine Produktion in Suzhou bis zum 08. 02, in Shanghai bis zum 09.02 und in Dongguan (Provinz Guangdong) bis zum 10.02 gestoppt.

In Zhengzhou ist ebenfalls ein neues provisorisches Krankenhaus im Aufbau. Am 29. Januar wurde bereits damit begonnen. Das Container-Krankenhaus in Wuhan wurde am 3. Februar fertig. Unter der Aufsicht des chinesischen Militärs ging es mit 1000 Betten in Betrieb. Dadurch soll es nun dem „Militärgeheimnis“ unterstehen, für dessen Verrat schwere Strafen drohen.

Laut einem Experten werden in Folge der Abriegelung Wuhans wegen des Coronavirus viele Chinesen ihre Existenz verlieren. Gerade bei Dienstleistungen könnten durch den Einbruch des Tourismus vor Ort „sehr unschöne Entwicklungen“ auftreten, sagte Markus Taube, Professor für Ostasien-Wirtschaft an der Uni Duisburg-Essen, am Dienstag dem Deutschlandfunk.

Dies habe mit der dünnen Finanzdecke von kleinen Unternehmen zu tun. „Die Familie wird erneut die Hauptlast tragen müssen für die Menschen, die hier betroffen sind.“

Wie chinesische Staatsmedien berichten, steht auch in Zhengzhou ein Notfall-Krankenhaus kurz vor dem Abschluss. Auf Twitter kommentierte jemand das aus einzelnen Containern zusammengesetzte Quarantäne-Zentrum mit: „Eine weitere Stadt, die anscheinend gerade kritisch wird.“

Eine ganze Provinz „unter Kontrolle“

Am 5. Februar veröffentlichte das neue Hauptquartier für Prävention und Kontrolle der Provinz Liaoning ein Rundschreiben mit 30 strengen Anweisungen und Kontrollmaßnahmen. Das Schreiben besagt, dass alle Städte, Bezirke, Gemeinden und Dörfer in der Provinz eine „geschlossene Verwaltung“ vornehmen müssen.

Auf einen Schlag unterstehen somit alle 43 Millionen Einwohner (Stand 2016) den neuen Abschottungsmaßnahmen zur Seuchenbekämpfung.

Auch Hefei, Hauptstadt der Provinz Anhui, Kunming, Hauptstadt der Provinz Yunnan und Zigong, Provinz Sichuan, übernahmen am 5. Februar ähnliche Maßnahmen. Einer unvollständigen Auflistung zufolge führen derzeit mindestens 37 Städte ähnliche Kontrollmaßnahmen durch, Provinz Liaoning nicht eingeschlossen.

Mindestens 13 Städte sind ähnlich wie Wuhan komplett abgeriegelt. Flughafen und Bahnhöfe sind geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel wurden gestoppt. Dies soll hauptsächlich die weitere Ausbreitung der Epidemie nach außen verhindern. In Wuhan ist selbst das Autofahren verboten.

Gleichzeitig haben mit der Ausbreitung der Epidemie viele Städte im ganzen Land Kontrollmaßnahmen verbessert, um die Umsetzung der strengen Reisemaßnahmen zu fördern.

„Mehr Beweise von Hunderten von Menschen, die vor dem Anhui Provinz Krankenhaus in Hefei in China stehen, um untersucht zu werden“, wurde ein Foto betitelt. Es soll angeblich am 30. Januar geschossen sein und zeigt das Krankenhaus in Hefei mit einer langen Schlange davor.

„Tödlicher und ansteckender als jedes Virus“

Auch Hongkongs Regierung ordnete nun für alle Ankömmlinge aus Festlandchina eine zweiwöchige Quarantäne an. Medizinisches Personal hatte zuvor eine Petition mit 3000 Unterschriften versehen und streikte schon mehrere Tage für eine komplette Grenzschließung.

Das chinesische Außenministerium bezog sich kürzlich auf ausländische Reisewarnungen für China, dabei sagte eine Sprecherin: „Panik ist tödlicher und ansteckender als jedes Virus“. Am selben Tag wurde bei einem erst 30 Stunden alten Baby in einem Kinderkrankenhaus in Wuhan das Virus festgestellt.

Wer Regeln und Gesetze in China nicht befolgt, muss teils mit harten Strafen rechnen. Ein Video aus Nancheng zeigt einen wütenden Mob, der auf eine Person einschlägt. Ein Familienangehöriger soll aus Wuhan mit dem Virus eingereist sein und die Familie habe die Reise nicht angezeigt, steht es in der Beschreibung.

Reihenfolge der Abriegelung von Städten und Bezirken in China:

23. Januar: Wuhan, Ezhou, Xiantao, Zhijiang, Qianjiang und Tianmen (Provinz Hubei)
24. Januar: Huanggang, Xianning, Chibi, Xiaogan, Huangshi, Jingmen, Yichang, Enshi, Dangyang, Shiyan (Provinz Hubei)
25. Januar: Suizhou (Provinz Hubei)
31. Januar: Bezirke Wanzhou und Liangping (Chongqing)
31. Januar: Wuzhong und Yinchuan (Autonome Region Ningxia Hui)
2. Februar: Wenzhou (Zhejiang)
4. Februar: Hangzhou, Taizhou, Yueqing und Ningbo (Zhejiang), Zhengzhou und Zhumadian (Henan), Linyi (Shandong), Harbin (Heilongjiang), Nanjing, Xuzhou und Nantong (Jiangsu), Fuzhou (Fujian), Jingdezhen (Jiangxi)
5. Februar: Alle Städte der Provinz Liaoning, Kunming (Yunnan), Zigong (Sichuan), Jinan, Tai’an, Rizhao und Qingdao (Shandong), Nanchang (Jiangxi), Hefei (Anhui), Nanning (Guangxi)
6. Februar: Alle Städte der Provinz Jiangxi

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