Mitte Dezember kommen sich Jupiter und Saturn so nah, wie seit 800 Jahren nicht mehr. Eine solche "große Konjunktion" könnte auch den Stern von Bethlehem erklären.
Mitte Dezember kommen sich Jupiter und Saturn so nah, wie seit 800 Jahren nicht mehr. Eine solche "große Konjunktion" könnte auch den Stern von Bethlehem erklären.Foto: iStock

Seit 1623 wieder: Jupiter und Saturn verschmelzen am Nachthimmel zum „Stern von Bethlehem“

Von 21. Dezember 2020 Aktualisiert: 22. Dezember 2020 20:14
Nach fast 800 Jahren erstrahlt am Abendhimmel wieder ein vermeintlicher Weihnachtsstern. In der großen Konjunktion kommen sich Saturn und Jupiter so nah, dass sie als „heller Doppelstern“ betrachtet werden könnten. Mitte Dezember ergänzen eine schmale Mondsichel und die Sternschnuppen der Geminiden das Himmelsspektakel um den „Stern von Bethlehem“.

Der „Stern von Bethlehem“ ist das wohl wichtigste Himmelsereignis des Christentums, vielleicht war es jedoch gar kein „Stern“, dem die drei Könige gefolgt sind. Eine ähnliche Erscheinung zeigte sich bereits 1623 und ist wiederum bis zum Jahresende 2020 sichtbar: Die große Konjunktion von Jupiter und Saturn.

Nach Angaben des Night Sky Network der NASA treten Konjunktionen zwischen den Planeten alle 20 Jahre auf. Die sogenannte „große Konjunktion“ zwischen Jupiter und Saturn tritt aufgrund ihrer Umlaufzeiten um die Sonne am seltensten auf. Dieses Jahr erreichen die beiden Planeten ihre größte Annäherung zur Wintersonnenwende am 21. Dezember.

NASA: „Doppelstern“ auch für Laien gut erkennbar

Bereits seit dem Sommer nähern sich Jupiter und Saturn zusehends. Wer derzeit täglich kurz nach Sonnenuntergang gen Westen schaut, kann die Planeten bereits verfolgen, bis sie etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang hinter dem Horizont verschwinden.

„Jupiter und Saturn [haben] schon seit einigen Monaten eine gute Show abgeliefert, aber der Höhepunkt wird ihre Annäherung am 21. Dezember sein“, schrieb Paul Delaney, Professor für Astronomie und Physik an der York University. „An diesem Datum werden sie viel näher als der scheinbare Durchmesser des Mondes sein, ein Abstand von 0,1 Grad.“ Beide Planeten sehen dann aus wie ein heller Doppelstern und liegen bei vielen Teleskopen im selben Sichtfeld.

Für alle Nicht-Astronomen: Die beiden Planeten sind lediglich ein Fünftel des scheinbaren Monddurchmessers voneinander entfernt. In Wirklichkeit haben sie Ihre Bahnen selbstverständlich nicht verlassen. Im Gegensatz zu echten Sternen „leuchten“ Jupiter und Saturn dabei kontinuierlich. Ihr fehlendes Flackern macht sie laut NASA auch für Laien gut erkennbar. P.S.: Jupiter ist der hellere der beiden Punkte.

„Stern von Bethlehem“, Mond und Sternschnuppen

Obwohl sich die beiden Gasplaneten in der Vergangenheit öfter begegneten, ist das Himmelsereignis in diesem Jahr etwas Besonders. Derart „nah“ kamen sich die beiden Gasplaneten zuletzt am 4. März 1226. Diese seltene, etwa alle 400 Jahre wiederkehrende Konstellation, könnte damit auch die Erklärung für den „Stern von Bethlehem“ liefern. Das nächste Mal kommen sich Jupiter und Saturn am 15. März 2080 so nah.

Anders als vor 800 und in 60 Jahren fällt die große Konjunktion dieses Jahr wieder in die Weihnachtszeit. Zusätzlich zum „Stern von Bethlehem“ gesellt sich am 16. und 17. Dezember eine schmale Mondsichel.

Ebenfalls spektakulär – und nicht auf die Stunde(n) nach Sonnenuntergang beschränkt – sind die Sternschnuppen der Geminiden, die bis etwa Mitte Dezember etwa 20 Mal pro Stunde über den Himmel zucken. Im Gegensatz zu den Perseiden im Sommer, sollte man sich jetzt aber dick anziehen.


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