Verfolgungsjagden mit einem Tesla können peinlich enden. Symbolbild.Foto: istock

USA: Verfolgungsjagd im Tesla endet mit leerem Akku – Verdächtiger kann entkommen

Von 27. September 2019 Aktualisiert: 27. September 2019 12:35
In Kalifornien wollte das Polizeidepartment in Fremont – Sitz des Tesla-Hauptwerks – mit gutem Beispiel vorangehen und seine Streifenwagen-Flotte um ein Elektroauto erweitern. Vor einer Woche endete eine Verfolgungsjagd auf der Stadtautobahn jedoch damit, dass der damit betraute Polizeibeamte infolge des prekären Batteriestandes seine Bemühungen abbrechen musste. 

Im Textsammelband „Schalom Björn! Bekenntnisse eines jüdischen Fangirls“ der in Viersen lebenden Autorin Mirjam Lübke findet sich unter anderem eine Satire mit dem Titel „Knight Rider Germany 2019“. Darin bemüht sich ein Ex-Bademeister namens „Michael Ritter“ redlich, mithilfe des ihm beigegebenen sprechenden Elektroautos K.A.T.H.A. Verbrecher zu jagen, was aber stets an dessen politisch korrekten Bedenken und am Ende an einem leeren Akku scheitert.

Keine Parodie einer Fernsehserie der 1980er Jahre, sondern allenfalls Realsatire war es hingegen, was das Polizeidepartment am vergangenen Freitag (20.9.), dem Tag des „weltweiten Klimastreiks“, im kalifornischen Fremont erlebte.

Mit einem elektrisch betriebenen Tesla des Typs S, Baujahr 2014, der Teil der Streifenwagenflotte der Polizeibehörde ist, hatte ein Beamter in der Stadt, die auch Sitz des weltweit größten Tesla-Fertigungswerks ist, die Verfolgung eines verdächtigen Fahrzeuges aufgenommen.

Mit 240 Stundenkilometern auf der Stadtautobahn überfordert

Wie die „East Bay Times“ berichtet, erreichte das Fahrzeug auf der Stadtautobahn dabei gar eine Geschwindigkeit von 240 Stundenkilometern, als kurz vor der Abfahrt Jacklin Road auf die Interstate 680 South in Milpitas plötzlich die Anzeige aufleuchtete, wonach die Batterie nur noch für etwa neun weitere Kilometer ausreichen würde.

Der Beamte Jesse Hartman informierte prompt seine Kollegen und bat sie, an seiner statt die Verfolgung weiterzuführen. Während sich der Verkehr auf der Autobahn verdichtete, konnte der Fahrer des verdächtigen Fahrzeugs über den Seitenstreifen entkommen. Zwar wurde sein Wagen später unweit des Endpunktes der Verfolgungsjagd mit Sachschaden im Gebüsch aufgefunden, der Fahrer war jedoch zu Fuß geflohen.

Hartman musste unverrichteter Dinge die Fernstraße in San José verlassen und sich zurück auf den Weg in die Dienststelle machen – nicht ohne zuvor dort nach einer Ladestation suchen zu müssen, die ihm zumindest die sichere Ankunft dort gewährleisten konnte.

Polizeisprecherin Geneva Bosques erklärte den unrühmlichen Vorfall damit, dass der Tesla nach der Schicht vor Hartmans Dienstantritt nicht wiederaufgeladen wurde, weshalb der Batteriestand niedriger war als dies üblicherweise der Fall sei.

Anschaffungskosten ein Drittel höher als bei herkömmlichen Dienstautos

Der Polizeichef von Fremont, Capt. Sean Washington, meinte, es wäre üblich, dass eine Batterie zum Ende einer Elf-Stunden-Schicht zu 40 oder 50 Prozent aufgeladen bliebe. Das Department in Fremont hatte bereits Anfang des Jahres mit seinem Vorhaben für Aufmerksamkeit gesorgt, die erste Polizeibehörde im ganzen Land zu werden, die auch Elektro-Streifenwagen der Marke Tesla umfasst. Das Modell, das Hartman zur Verfügung stand, war Teil des Pilotprogramms, das Auskunft darüber geben soll, inwieweit sich Elektroautos auch auf breiterer Basis für den Polizeigebrauch eignen.

Die Behörde gab, wie die East Bay Times weiter berichtet, im Vorjahr 61 000 US-Dollar für die Anschaffung des gebrauchten Modells aus – und hat mehr als ein Jahr dafür aufgewendet, um den Wagen für den Polizeigebrauch aufzurüsten. Im Mai wurde der Tesla in Dienst gestellt.

Bislang wurden Neuwagen des Typs Ford Explorer benutzt, deren Anschaffungskosten etwa 20 000 US-Dollar unter jenen des gebrauchten Tesla gelegen hätten. Allerdings verspreche sich die Behörde langfristig Ersparnisse bezüglich der Sprit- und Wartungskosten. Leistung und Kosten werden, so Sprecherin Bosques, aufgezeichnet und ausgewertet. Ende des Jahres sollen die Ergebnisse dem Stadtrat präsentiert werden.

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