Dinosaurier, Stegosaurus
Dinosaurierfossilien-Puzzle.Foto: AFP PHOTO/ DANI POZO

Stegosaurier am Nordpol, buddelnde Panzerechsen und gigantisch-mikroskopische Puzzles

Epoch Times22. März 2021 Aktualisiert: 23. März 2021 10:26
Knochen von Dinosauriern liegen oft wie Puzzleteile in der Erde – meist wurden sogar mehrere Puzzles zusammen ausgekippt, wenn beispielsweise viele Tiere in einer Fundstelle zusammenkommen. Umso schwieriger ist die exakte Zuordnung zu einzelnen Tieren. Forscher der Universität Bonn liefern Antworten – während woanders neue Rätsel, in Form von Stegosauriern und Ankylosauriern, ausgegraben werden.

Versteinerte Saurierknochen sind relativ selten, aber wenn, dann oft gleich in großen Mengen vorhanden. „An vielen Fundorten finden sich die Überreste von Dutzenden von Tieren“, erklärt Prof. Dr. Martin Sander vom Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn.

Doch nicht nur Knochen stellen Paläontologen mitunter vor große Rätsel. Zähne von Stegosauriern und der Fund eines Ankylosauriers – jener Panzerechse mit einer Keule am Schwanzende – zwingen Forscher, jenseits der üblichen Dino-Theorien zu „graben“. Welcher Knochen – oder welcher Zahn – zu welchem Tier gehört, ist dabei häufig schwer zu sagen.

Dino-Puzzle: „Wenn der linke Oberschenkel älter ist als der rechte, haben wir ein Problem“

Mit viel Glück befinden sich die Knochen noch genauso angeordnet wie in dem lebendigen Saurier. Doch oft wurden sie schon vor der Einbettung im Erdreich durch Aasfresser und fließendes Wasser gestört und verteilt. Dazu kommt, dass sich Langknochen verschiedener Arten erstaunlich ähnlich sehen. Noch schwieriger wird es, die Knochen einzelnen Individuen zuzuordnen, wenn gleich mehrere Exemplare an einer Stelle entdeckt wurden. Deutsche und Schweizer Forscher haben eine neue Methode und Studie vorgestellt, die eine sicherere Antwort auf diese Frage erlaubt.

Das Anbohren alter Knochen und die anschließende mikroskopische Untersuchung des entnommenen Materials soll nun Abhilfe schaffen. So können die Forscher unter anderem aufgrund der Knochenstruktur sagen, wie alt ein Tier bei seinem Tod war. Zum einen sind junge Knochen besser durchblutet und weisen daher mehr Hohlräume auf. Zum anderen verläuft das Knochenwachstum in Schüben – ähnlich wie Jahrringe bei Bäumen. Auf diese Weise lassen sich Knochen einem bestimmten Individuum leichter zuordnen. „Wenn der linke Oberschenkel zehn Jahre älter ist als der rechte, dann haben wir ein Problem“, sagte Sander in einer Pressemitteilung lakonisch.

Gleichzeitig weist die Studie auf ein häufiges Problem hin:

Bei vielen in Museen befindlichen Dino-Skeletten ist bis heute nicht klar, ob ihre Knochen von einem oder mehreren Individuen stammen. Wenn fehlende Teile durch Knochen anderer artgleicher Exemplare bewusst ergänzt werden, sei dies nicht weiter schlimm. Gefährlicher sei es dagegen, wenn Forscher Funde kombinieren, ohne es zu merken, und diese dann auch noch von verschiedenen Arten oder unterschiedlich alten Tieren stammen.

Besonders schwerwiegend seien diese Fehler, wenn es sich bei den Skeletten um sogenannte Typus-Exemplare handelt. Denn diese gelten als Muster oder Standard für die entsprechende Art. Aus ihnen lassen sich schließlich wichtige und relevante Erkenntnisse über Körperbau, Fortbewegung oder Lebensweise der Art ableiten. Eine fehlerhafte Zuordnung könnte dann schnell zu falschen Interpretationen führen.

Stegosaurier vom Nordpol hatten Zähne wie ein Hai

Ebenso klein und ebenfalls von unterschiedlichen Exemplaren sind mehrere Dutzend Stegosaurier-Zähne aus Jakutien (Russland). Die kräftigen und gedrungenen Stegosaurier gehören heute zu den berühmtesten Dinosauriern. Sie sind leicht an den Stacheln am Schwanz und den knöchernen Platten auf dem Rücken zu erkennen. Außerdem lebten sie vor etwa 165-125 Millionen Jahren, während der Jura– und frühen Kreidezeit. Sie waren fünf bis sieben Meter lang und hatten einen überproportional kleinen Kopf. Ihre Zähne waren daher mit einem Zentimeter Höhe und Breite entsprechend klein.

Seit 2012 sammelten Paläontologen auf einer Reihe von Expeditionen insgesamt 60 solcher Stegosaurier-Zähne. Eine dieser Fundstellen liegt heute am Fluss Teete. Während der Kreidezeit befand sie sich hingegen in der Nähe des Nordpols. Mit der Untersuchung des Fundortes und den dort entdeckten Zähnen wollen die Forscher nun herausfinden, ob und wie sich die lokale Tierwelt von der in den südlichen Regionen unterschied.

Weiterhin soll geklärt werden, welches Klima dort herrschte und wie die Tiere durch Polartag und Polarnacht beeinflusst wurden.

Dass Zähne von Tieren unterschiedlichen Alters gefunden wurden, zeige laut den Paläontologen Pavel Skutchas, dass die Stegosaurier wahrscheinlich sesshaft waren. Zudem waren fast alle Zähne stark abgenutzt. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da sich bei Dinosauriern stetig neue Zähne bildeten. Eine Studie der Forscher ergab nun, dass jakutische Stegosaurier nur etwa 95 Tage zur Bildung neuer Zähne benötigten. Bei anderen Dinosaurierarten dauerte dies dagegen normalerweise 200 Tage oder länger.

„Die Tatsache, dass sich die Zähne schnell bildeten und wieder abnutzten, ist ein Zeichen, dass die Stegosaurier aus dieser Region irgendeine Art von zäher Nahrung zu sich nahmen“, so die Forscher. Um welche harte Pflanze es sich genau handelt, ist bislang unbekannt. Trotz weiteren Erkenntnissen über einen der bekanntesten und beliebtesten Dinosaurier bleiben weitere Fragen derzeit noch offen. „Was ist ein ‚gewöhnlicher‘, ’normaler‘ Stegosaurus? Das muss noch untersucht werden“, sagte Skutchas abschließend.

Ankylosaurier waren möglicherweise grabende tonnenschwere Panzerechsen

Ankylosaurier waren zwei Meter hohe, sechs Meter lange und 2,5 Tonnen schwere Pflanzenfresser aus der späten Kreidezeit (vor 84 – 72 Millionen Jahren). Ihre Markenzeichen waren ein mit Knochenplatten und Dornen besetzter Rückenpanzer sowie ihre knöcherne Schwanzkeule. Nun haben Paläontologen in der Mongolei ein bereits in den 1970er Jahren entdecktes Skelett des Tieres ausgegraben. Wie die Forscher in einer Studie schreiben, soll das von ihnen untersuchte Exemplar in der Lage gewesen sein, zu graben.

Laut Yuong-Nam Lee, Paläontologe und Studienautor, und seinen Kollegen weisen mehrere anatomische Merkmale des Ankylosaurus darauf hin, dass dieser an das Graben angepasst gewesen sein könnte. So sind die Knochen seiner Vorderfüße beispielsweise in einem flachen Bogen angeordnet, was ihm ermöglicht haben könnte, weiche Erde zu graben.

Weiterhin könnte die Verschmelzung mehrerer Wirbel und die im Vergleich zu anderen Dinosauriern geringere Anzahl an Hinterfußknochen dabei geholfen haben, sich beim Graben oder Bewegen des Schwanzes zu verankern. Weiterhin könne die Körperform (in der Mitte breiter, vorne und hinten schmaler) dazu beigetragen haben, dass sein Körper beim Graben gerade blieb.

In ihrer Studie stellten die Autoren verschiedene Theorien auf. So könnten Ankylosaurier im Boden nach Wasser, Mineralien oder Nahrung gegraben haben. Eine weitere Theorie zeigt auf, dass die Panzerechsen sich vielleicht auch zum Schutz vor Raubtieren in flache Gruben zusammenkauerten. So war ihre weiche Unterseite vor Angreifern geschützt.

Da ähnliche anatomische Merkmale auch bei anderen Ankylosauriern gefunden wurden, legen die Ergebnisse nahe, dass auch andere Mitglieder dieser Familie die Fähigkeit zu graben besaßen. (ts)

(Mit Material der Universitäten Bonn, Sankt Petersburg (Russland) und Seoul (Südkorea))



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion