Hongkong: Überfall auf Epoch Times-Reporterin – mit Baseballschläger krankenhausreif geprügelt

Von 12. Mai 2021 Aktualisiert: 12. Mai 2021 13:17
Ein erneuter Angriff auf die Epoch Times in Hongkong macht Schlagzeilen. Ein Unbekannter schlug eine Reporterin vor ihrem Wohnhaus krankenhausreif. Zeugen vermuten, dass die KP Chinas dahintersteckt.

Eine Reporterin der Hongkonger Ausgabe der Epoch Times wurde am 11. Mai von einem Unbekannten mit einem Baseballschläger geschlagen. Es wird vermutet, dass der Angriff vom chinesischen Regime inszeniert wurde, um die Berichterstattung der Zeitung zu verhindern.

Sarah Liang befand sich vor ihrem Wohngebäude, als der Angriff am Dienstagmittag stattfand. Der Angreifer schlug mehr als 10 Mal mit dem Schläger auf sie ein, bevor er mit einem Auto flüchtete. Der Angriff dauerte etwa eine Minute und Liang wurde mit Prellungen an beiden Beinen zurückgelassen.

Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von Angriffen auf Einrichtungen und Reporter der Epoch Times in Hongkong – mutmaßlich organisiert von der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) als Teil ihrer Kampagne, die Berichterstattung des Blattes in der Stadt zu unterbinden.

Die Publikation ist als eines von wenigen unabhängigen Medien in Hongkong bekannt für unzensierte Berichterstattung über politische Machtkämpfe, Korruption und Menschenrechtsverletzungen, die vom kommunistischen Regime begangen werden.

Liang wurde mit einem Krankenwagen zur Behandlung in das Queen Elizabeth Hospital gebracht. Gegen 15:00 Uhr Ortszeit traf die Polizei im Krankenhaus ein, um Liangs Zeugenaussage aufzunehmen. Gegen 18:30 Uhr Ortszeit befand sie sich nach wie vor im Krankenhaus.

Zeuge sah Vorfall

Ein Zeuge mit dem Nachnamen Li sagte, dass er aus einem nahegelegenen Restaurant kam, als er eine Frau schreien hörte: „Helfen Sie mir, ich werde verprügelt.“

Allerdings habe er einen großen Mann in den 40ern gesehen, der einen Baseballschläger trug, in ein Auto sprang und flüchtete. Laut Li war das Fluchtfahrzeug des Angreifers ein schwarzer Mercedes-Benz mit dem Kennzeichen „TV3851“. Den direkten Vorfall konnte er nicht sehen, da ein Bus die Sicht verhinderte.

Li glaubt, wer auch immer hinter dem Angriff steckte, wollte der Epoch Times eine Warnung zukommen lassen und das Blatt an seiner Berichterstattung hindern. Er bezeichnete den Angriff als brutal und unmenschlich und fügte hinzu, dass er bereit wäre, gegen den Angreifer auszusagen.

Bereits am 12. April drangen unbekannte Personen in die Druckerei der Hongkong-Epoch Times ein und zertrümmerten mit Hämmern die Anlagen, sodass der Betrieb für einige Tage eingestellt werden musste. Weniger als zwei Jahre zuvor wurde die gleiche Druckmaschine von vier maskierten Personen in Brand gesetzt. Die Angreifer wurden von der Polizei bislang noch nicht gefunden. Es wird allgemein angenommen, dass die KPC hinter beiden Angriffen steckt.

Epoch Times-Reporterin zuvor bereits mehrmals bedroht

Wie Liang im Interview mit lokalen Medien vor dem Krankenhaus sagte, handelte es sich bei dem Vorfall aus ihrer Sicht um Vorsatz. Bereits am 8. Mai hatte sich ein anderer Mann verdächtig genähert, der sie vermutlich tätlich angreifen wollte. Er sei wieder verschwunden, nachdem ein von ihm unter seiner Kleidung versteckter Schläger auf den Boden gefallen war.

Liang forderte Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam auf, sich diesem Fall anzunehmen, da sich die öffentliche Sicherheit in der Stadt zu verschlechtern scheint. Die Epoch Times-Reporterin glaube, dass der Angreifer mit der Kommunistischen Partei Chinas in Verbindung stehe, und dass das chinesische Regime versuche, sie mit Gewalt einzuschüchtern.

Liang wurde im vergangenen Monat auch in zwei separaten Vorfällen angegriffen. Am 26. April wurde sie von einem unbekannten Mann vor einer örtlichen U-Bahn-Station belästigt. Zwei Tage zuvor betrat ein selbsternannter Zusteller ihr Wohnhaus und klopfte an die Tür ihrer Wohnung. Liang öffnete ihre Tür nicht, nachdem der Lieferant sich nicht identifizieren konnte.

Direktorin der Epoch Times besorgt um die Sicherheit der Mitarbeiter

Jun Guo, die Direktorin der Hongkonger Ausgabe der Epoch Times, sagte, es gebe keinen Zweifel, dass die KPC hinter dem Angriff auf Liang stecke. Guo rief die internationale Gemeinschaft auf, auf die Sicherheit aller in Hongkong arbeitenden Reporter zu achten.

Das Ziel der KPC mit diesem Angriff wie auch den vorherigen, sei es, die Epoch Times zu zwingen, ihre Geschäfte in Hongkong aufzugeben, sagte Guo. Sie sei besorgt um die Sicherheit der Mitarbeiter in der Druckerei der Zeitung. In letzter Zeit seien mehrere unbekannte Fahrzeuge und Personen in der Nähe der Anlage gesichtet worden.

Die chinesische Ausgabe der Epoch Times fordert die Hongkonger Polizei auf, ihrer Pflicht nachzukommen und alle Fälle zu untersuchen.

Das englische Original erschien in der US-Edition The Epoch Times: Epoch Times Reporter Attacked by Man With Softball Bat in Hong Kong. Die deutsche Bearbeitung erfolgte durch nh.



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