"Eine Insel mit ´ner Basis, in dem weiten blauen Meer ...": Man sieht bereits die Landebahn. Chinas Bauaktivitäten auf dem Fiery Cross Reef könnten sich zum neuen Zankapfel mit den USA entwickeln.Foto: CSIS Asia Maritime Transparency Initiative / Digital Globe

China baut Landebahn ins südchinesische Meer: So empfindlich reagiert die USA

Von und 14. Mai 2015 Aktualisiert: 14. Mai 2015 13:14

+++ UPDATE: China hat auf die amerikanischen Pläne, Flugzeuge und Schiffe zu den von Chinesen beanspruchten Inseln zu senden, mit einem klaren Statement reagiert.

Hua Chunying, die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte laut Wallstreet Journal: „Wir sind ernsthaft besorgt über diesbezügliche Äußerungen der amerikanischen Seite. Wir denken, die amerikanische Seite sollte hier etwas klarstellen.“

Peking fordere „die entsprechenden Länder dringend auf, sich riskanter oder provokativer Aktionen zu enthalten“, so Hua, am 13. Mai 2015 in der Pekinger Pressekonferenz des Außenministeriums. +++

Ende des UPDATES

Das wird definitiv kein Ferienresort: Was die Chinesen gerade auf einem Riff im südchinesischen Meer bauen, beunruhigt die USA und einige Nachbarstaaten. Aus dem Fiery Cross Reef, einem Fels der Spratly Inselgruppe, der bisher knapp unter der Wasseroberfläche lag und nur als Hindernis für Schiffe bekannt war, ist in den vergangenen Monaten eine kleine Insel mit Landebahn geworden. Baggerschiffe waren fleißig am Werk, um für China einen Außenstützpunkt im südchinesischen Meer zu bauen – und damit Fakten in einem umstrittenen Gebiet zu schaffen. 

Chinas Landebahn auf dem Fiery Cross Reef wird für Kampfjets und Überwachungsflugzeuge nutzbar sein. Damit erweitert sich drastisch die Zone, in der China direkt mit den USA konkurriert, weshalb die Amerikaner nun verstärkt in den Spratlys patrouillieren wollen. 

Hier gibt´s interaktive Satellitenbilder der Inselbasen!

Die New York Times zitierte einen US-Professor: „Das ist ein großer strategischer Schritt. Um das Meer zu kontrollieren, muss man den Luftraum kontrollieren.“ Bald werde China wahrscheinlich Radar und Raketen auf dem Fiery Cross Reef stationieren, welche die Philippinen und Vietnam bedrohen könnten. (Da diese US-Verbündeten ebenfalls Ansprüche auf die Spratlys erheben, rüsten sie ihre bescheidenen Stützpunkte in der Region gerade nach.)

Es geht um Fischfanggründe und Erdöl

Neben China erheben noch Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen ganz oder teilweise Ansprüche auf die Spratly-Inseln, die aus mehr als 100 kleinen Eilanden, Riffen und Atollen bestehen. Es gibt dort reiche Fischfanggründe, auch wird unter den Inseln Erdöl vermutet. Durch das Gebiet verlaufen laut Bloomberg einige der verkehrsreichsten Schifffahrtslinien der Welt.

Das US-Verteidigungsministerium erwägt nun die offizielle Entsendung von Militärflugzeugen und -schiffen in das Gebiet, berichtete Reuters. Zur Sicherung des freien Schiffsverkehrs, wie ein Regierungsvertreter betonte. Aber eigentlich fühlen sich die USA in ihrer Vormachtstellung bedroht.

Die USA bestehen nun darauf, dass es sich bei dem Gebiet um freie, internationale Gewässer handele, in denen China nicht derartig operieren dürfe. Die Chinesen vertreten felsenfest die These, dass es sich hier um ihr Territorium handelt.

Senator John McCain nannte die chinesischen Schritte „aggressiv“: Dies zeige, wie notwendig es für die Obama-Regierung sei, mehr Militärressourcen in die wirtschaftlich wichtige Region Asien zu verlegen. Offiziell hat das Weiße Haus jedoch noch nichts entsandt …

Konfrontationen per Flugzeug und Schiff

Wie das The Wall Street Journal berichtet, will Verteidigungssekretär Ash Carter mit Überwachungsflugzeugen der Navy über dem Gebiet fliegen und sich mit US-Schiffen den künstlichen Inseln bis auf 12 Seemeilen nähern. Die ist der Bannkreis, den China um sein Territorium gewahrt wissen will. (Einige US-Vertreter halten zumindest einige der gebauten Stützpunkte gemäß dem Seerecht der UN für nichts, was als legitime Insel zu betrachten sei, da sie ja vor ihrer Erbauung auch nicht als Inseln galten. Doch einige Stellen, an denen die Chinesen aktiv waren, galten als ihre Inseln, was die Sache kompliziert macht.)

Begegnungen der Chinesen und Amerikaner gab es bereits. So erhielten US-Jets in der Nähe, von chinesischer Seite Funkwarnungen, sie würden sich chinesischem Gebiet nähern.

Die US-Piloten antworteten darauf, man bewege sich in internationalem Luftraum. Auch wurde das Kampfschiff USS Fort Worth in die Spratlys entsandt, berührte aber noch keine der 12 Meilen-Zonen. Ein chinesisches Schiff nahm bereits Verfolgung und Beobachtung eines US-Schiffes auf. „China wird konsequent Maßnahmen zur Sicherung seines Eigentums und Landes ergreifen“, so eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums am Mittwoch zu dem Vorfall.

Mehr Hintergründe zu Chinas Insel-Strategie siehe:

China baut Vietnam Militärbasis vor die Nase“

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