Covid-19-Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen fürchten Wirtschaftseinbruch

Epoch Times21. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 15:34
Vergleichsweise optimistisch zeigen sich die Deutschen in einer weltweiten Studie über die Auswirkungen der Lungenseuche Covid-19. Während über 70 Prozent der Befragten in Japan, Italien und Frankreich Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen haben, erwarten in Deutschland 62 Prozent negative Effekte.

Eine große Mehrheit der Befragten aus neun Ländern befürchtet, dass sich die Covid-19-Epidemie in China negativ auf die Finanzmärkte und die Weltkonjunktur auswirken wird. In Japan (84 Prozent), Australien (80 Prozent), Italien (78 Prozent), Russland (76 Prozent), Kanada (76 Prozent) und Frankreich (73 Prozent) ist die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen durch den Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit am größten. Das ist das Ergebnis einer internationalen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Ipsos, die vom 14. bis 15. Februar 2020 durchgeführt wurde.

Auch in Deutschland erwarten beinahe zwei Drittel aller Befragten (62 Prozent), dass die Epidemie der Weltwirtschaft schaden wird. Nur jeder Zehnte (10 Prozent) rechnet nicht mit negativen Effekten.

Global gesehen zeigen sich die Deutschen damit allerdings noch vergleichsweise optimistisch. Nur in Großbritannien ist der Anteil derjenigen, die mit negativen Folgen für Konjunktur und Finanzmärkte rechnen, geringer als in Deutschland (60 Prozent).

In Deutschland wächst Sorge vor Covid-19 am schnellsten

Mit der wachsenden Anzahl von Infizierten steigt auch die Sorge der Menschen, dass sich das Coronavirus zu einer weltweiten Bedrohung entwickeln könnte – vor allem in Deutschland. Inzwischen ist mehr als jeder zweite Bundesbürger (54 Prozent) der Überzeugung, dass die Corona-Epidemie eine große oder sogar sehr große Gefahr für die Welt darstellt. In keinem anderen Land ist das Bedrohungsempfinden der Bürger seit der letzten Ipsos-Erhebung vom 07. bis zum 09. Februar stärker angestiegen als in Deutschland (+7 Prozentpunkte).

Als individuelle Gefahr für das eigene Wohlergehen wird das Virus allerdings nur von den wenigsten Befragten wahrgenommen. Lediglich 7 Prozent der Deutschen fühlen sich durch den COVID-19-Ausbruch in China persönlich bedroht, was sogar einem Rückgang von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche entspricht. Auch in Australien (-4), den USA (-3), Frankreich (-2) und Kanada (-1) nimmt das subjektive Gefühl, sich wegen des Virus in einer persönlichen Gefahrenlage zu befinden, tendenziell eher ab.

In Japan zeigt sich dagegen ein rasanter Anstieg des individuellen Bedrohungsempfindens. Während sich zuvor nur jeder sechste Japaner (16 Prozent) persönlich bedroht fühlte, sieht dies inzwischen mehr als jeder Vierte (26 Prozent) so.

Kaum jemand rechnet mit baldigem Ende der Epidemie

In allen neun befragten Ländern glaubt eine klare Mehrheit der Befragten nicht daran, dass das Virus in absehbarer Zeit eingedämmt werden kann. In Deutschland rechnet nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) damit, dass die Ausbreitung der Lungenkrankheit innerhalb der nächsten Wochen gestoppt werden kann.

Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) gehen stattdessen davon aus, dass es mehrere Monate (45 Prozent) oder sogar länger (23 Prozent) bis zur Eindämmung des Coronavirus dauern wird. Auch in allen anderen Ländern überwiegt die Skepsis, ob der COVID-19-Ausbruch kurzfristig unter Kontrolle gebracht werden kann.

Besonders pessimistisch zeigen sich abermals die Japaner: Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) rechnen hier nicht mit einem baldigen Ende der Epidemie.

Die Ergebnisse stammen aus einer Ipsos Global Advisor-Studie, die vom 14. bis 15. Februar 2020 unter 9.001 Erwachsenen im Alter von 18 bis 74 Jahren in Kanada und den Vereinigten Staaten bzw. 16 bis 74 Jahren in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Russland durchgeführt wurde.

Die Stichprobe besteht aus etwa 1000+ Personen in jedem Land. Die Stichproben in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA können als repräsentativ für die allgemeine erwachsene Bevölkerung unter 75 Jahren in diesen Ländern angesehen werden. (pr/sua)

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