RKI-Präsident Lothar Wieler nimmt an einer Pressekonferenz zur Corona-Lage teil. (Archivbild)
RKI-Präsident Lothar Wieler nimmt an einer Pressekonferenz zur Corona-Lage teil. (Archivbild)Foto: Kay Nietfeld/dpa

FDP legt bei Kritik an RKI-Chef Wieler nach – „Viel Vertrauen zerstört“

Epoch Times7. Februar 2022 Aktualisiert: 7. Februar 2022 13:37

Die der Kritik des designierten FDP-Generalsekretärs Bijan Djir-Sarai an RKI-Präsident Lothar Wieler haben weitere liberale Politiker ihren Unmut über den Behördenchef geäußert. „Mit der Veränderung des Genesenenstatus quasi über Nacht hat RKI-Chef Wieler erneut Irritationen ausgelöst“, sagte FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer dem „Spiegel“. Der Bundestag müsse künftig über den Genesenenstatus entscheiden.

„Dabei geht es um die demokratische Legitimation und damit auch um das Vertrauen in den liberalen Rechtsstaat.“ Auch FDP-Fraktionsvize Konstantin Kuhle sieht das so: „Die neue Bundesregierung hat sich vorgenommen, über wichtige Corona-Entscheidungen im Parlament zu befinden. Das sollte auch für die Veränderung des Genesenenstatus gelten“, sagte er dem Nachrichtenmagazin. Er bescheinigte dem RKI, mit der plötzlichen Entscheidung „viel Vertrauen zerstört“ zu haben.

Bundesregierung hat „volles Vertrauen“ zu RKI-Chef Wieler

Demgegenüber hat die Bundesregierung, Lothar Wieler, ihr Vertrauen ausgesprochen. „Ich kann mich kurzfassen in dieser Sache: Der Präsident des RKI, Herr Professor Wieler, genießt nach wie vor das volle Vertrauen der Bundesregierung“, sagte Vizeregierungssprecherin Chistiane Hoffmann am Montag in Berlin.

Auch die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche stellte sich hinter Wieler. Die Kritik an ihm sei „völlig unangemessen“, sagte sie dem „Spiegel“. Womöglich hätte es bei der Frage des Genesenenstatus eine „bessere Kommunikation mit dem Bundesgesundheitsministerium“ geben können: „Das kann ich nicht bewerten, aber auch das würde nicht die Qualifikation von Professor Wieler infrage stellen.“

Die Entscheidung über den Genesenenstatus ins Parlament zu verlegen, lehnt sie ab: „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir jetzt mit populistischen Forderungen Aktion vortäuschen.“

Der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar kritisierte SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach: „Herr Wieler ist für mich nicht die entscheidende Person. Angesichts des sonstigen Sendungsbewusstseins hätte ich eine bessere Kommunikation von Herrn Lauterbach selbst erwartet.“

Hintergrund ist die Ad-hoc-Entscheidung des RKI Mitte Januar, den Genesenenstatus von sechs auf drei Monate zu verkürzen. Daran gab es Kritik von Ministerpräsidenten. Lauterbach sprach im ZDF von einer „Kommunikationsfehlleistung“. (dts/afp/red)



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