Will mit Türkgücü München noch in den DFB-Pokal: Geschäftsführer Max Kothny.Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa

Fußballtrainer Kothny: Es ist nicht leicht einem Spieler ohne Symptome zu erklären, dass er nicht spielen darf

Von 26. Oktober 2020 Aktualisiert: 27. Oktober 2020 13:22
Ein positiver Corona-Test hat Konsequenzen. Unter normalen Umständen müssen sich die Otto-Normalverbraucher auf amtliche Anordnung in Quarantäne oder Isolierung begeben und dort 14 Tage bleiben. Bei Fußballvereinen hingegen ergibt sich ein anderes Bild.

In München sorgten vor dem Wochenende drei falsch-positive Corona-Tests für Wirbel. Der Drittligist Türkgücü München musste seine Partie gegen den FSV Zwickau absagen. Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny erklärte den Sachverhalt gegenüber „MDR“.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schreibe vor, dass am Tag vor dem Spiel Corona-Tests durchgeführt werden müssen. Bis 10:30 Uhr müssen die Vereine am Spieltag beim DFB eine entsprechende Meldung abgeben, ob alle getesteten Personen negativ seien. In der Nacht zum Freitag vor dem Spiel hatte Kothny erfahren, dass drei Corona-Tests positiv ausgefallen waren. Entsprechend wurde das Spiel gegen Zwickau abgesagt, weil es nicht genug Spieler gab.

Die Umstände waren jedoch „nicht so einfach“, teilte Kothny mit. „Einem Spieler oder einem Angestellten der Fußball GmbH, der gar keine Symptome aufweist, ist es natürlich schon schwer zu vermitteln und zu sagen: ‚Ey, du bist hier positiv auf das Coronavirus getestet worden.‘“ Entsprechend den Handlungsempfehlungen wurden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Die Fußballer befanden sich bereits vor Ort in Zwickau in einem Hotel.

Entwarnung beim Türkgücü München

Inzwischen gab der Türkgücü München Entwarnung. Das zuständige Corona-Labor habe bestätigt, dass die drei positiven Corona-Meldungen vom vergangenen Freitag „falsch-positiv“ beziehungsweise negativ seien, teilte der Verein nach einer weiteren Testreihe der gesamten Mannschaft und des Betreuerstabes mit.

Der DFB wird im Laufe der kommenden Woche Ermittlungen über die Verbesserung von Labortests durchführen. Türkgücü München steht wie andere Vereine, die mit denselben Problemen zu kämpfen haben, in engem Austausch mit den Verantwortlichen des DFB und der Deutschen Fußball Liga, um die Fehlerquote künftig zu reduzieren.

Das komplette Team sowie der Betreuer- und der Trainerstab, die mit nach Zwickau gefahren waren, durften die seit Freitag angeordnete Quarantäne am Sonntag mit sofortiger Wirkung wieder verlassen. Das Team um Trainer Alexander Schmidt nimmt am Montag wieder den normalen Trainingsbetrieb auf.

„Es ist sehr traurig, dass unser Spiel beim FSV Zwickau wegen drei falsch-positiven Tests abgesagt werden musste, besonders aus sportlicher Sicht, aber auch aufgrund der entstandenen Kosten. Nun gilt es den Fall aufzuarbeiten, um solche Szenarien in Zukunft zu vermeiden“, erklärte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny.

Falsch-positive Tests bei FC Bayern München und den Würzburger Kickers

Auch beim deutschen Fußballmeister FC Bayern München und dem Zweitligisten Würzburger Kickers gab es am Wochenende falsch-positive Fälle. Ein Corona-Test am vergangenen Dienstag fiel bei FC-Bayern-Spieler Serge Gnabry positiv aus. Er konnte in der Champions League gegen Atlético Madrid nicht antreten. An den folgenden vier Tagen waren die PCR-Tests negativ. Ebenso fielen die durchgeführten Antigen-Tests am Samstag und Sonntag negativ aus.

„Das Münchner Gesundheitsamt geht daher nun davon aus, dass der positive PCR-Test vom vergangenen Dienstag falsch-positiv war und hat daher die Quarantänemaßnahmen aufgehoben“, erklärte der FC Bayern am 25. Oktober.

Auch die Tests von zwei Co-Trainern und einem Fußballspieler der Würzburger Kickers wurden als „falsch-positiv“ gewertet. Alle drei waren in Quarantäne geschickt worden. Corona-Schnelltests am Samstag fielen hingegen negativ aus, sodass das Training am Sonntag wieder aufgenommen wurde.

Corona-Test für Otto-Normalverbraucher

Ein positiver Corona-Test führt üblicherweise zwangsläufig zur Quarantäne oder Isolierung der getesteten Person. Das haben uns mehrere Ministerien auf Anfrage in den vergangenen Wochen bestätigt. Anders als bei Rückkehrern aus Risikogebieten kommen Personen, die sich in Quarantäne befinden, nicht so schnell wieder heraus, selbst wenn sie sich erneut testen lassen.

„Ein negatives Testergebnis führt jedoch nicht zur Aufhebung oder Verkürzung der Quarantänezeit“, wie das Stuttgarter Ministerium für Soziales und Integration auf Nachfrage der Epoch Times mitteilte. Vom Bremer Senat hieß es: „Bei positiven Personen gibt es keine Ausnahmeregelung, alle bleiben mindestens 14 Tage in Quarantäne.“

Darüber hinaus wird auch nach dem Infektionsschutzgesetz für alle Kontakte von positiv getesteten Personen eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Daran ändert auch ein negativer Corona-Test nichts.

Ob die Corona-Tests überhaupt geeignet sind, Aussagen zu treffen, die eine Quarantäne rechtfertigen, wird inzwischen mehr und mehr, auch von Politikern, angezweifelt. Auf unsere Fragen zum PCR-Test äußerte sich der Charité-Virologe Christian Drosten, der den Test entwickelt hat, nicht. So blieb unsere Frage, ob ein PCR-Test ohne ärztliche Diagnose geeignet sei, eine Viruserkrankung bei einer getesteten Person festzustellen, von Drosten unbeantwortet.

Berliner Abgeordneter kritisiert Test-Chaos

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Der Berliner Abgeordnete Marcel Luthe (parteilos) hatte bereits in der vergangenen Woche ein massives Chaos bei den Tests in Deutschland beklagt. Er kritisierte, dass etwa der entscheidende Ct-Wert bei den Tests von den staatlichen Stellen nicht einmal erfasst werde. Das hatte eine Antwort des Berliner Senats auf seine parlamentarische Anfrage ergeben. Luthe sagte:

„Wenn Sie den Ct-Wert nicht erfassen, nützen Ihnen Ihre ganzen Daten nichts, denn wenn zum Beispiel dieser Wert erhöht wurde in der letzten Zeit, dann würden Sie jetzt lauter Menschen finden, die gar nicht ansteckend im Sinne des Gesetzes und im medizinischen Sinne sind, die damit Zahlen nach oben schrauben, auf deren Grundlage wir handeln, die in Wirklichkeit aber gar kein Problem darstellen.“

Der Abgeordnete bemängelte weiter, dass es 550 unterschiedliche Tests in Deutschland gebe. „Es gibt keine Zulassungsstelle für medizinische Tests. Im Prinzip kann jeder seinen Test auf den Markt werfen. Was der testet, wie genau der ist, erfahren Sie erst mal nicht, und diese Daten werden alle nicht erfasst.“

Epidemiologe über Corona-Schnelltests

Der Epidemiologe Timo Ulrichs weist darauf hin, dass die Corona-Schnelltests, auf die Deutschland seit vergangener Woche setzt, häufiger falsch-negative Ergebnisse liefern als PCR-Tests. „Die Sensitivität ist niedriger als die von einem PCR-Test, das heißt, es treten mehr falsch-negative Ergebnisse auf“, sagte der Experte von der Akkon-Hochschule in Berlin dem Nachrichtenportal Watson. „Die Spezifität hingegen ist gut, das heißt, wenn der Test positiv ist, dann handelt es sich ziemlich sicher um eine Coronavirus-Infektion“, so der Epidemiologe.

Das Risiko, dass ein Ergebnis falsch-positiv ist, sei dagegen gering. Der Antigen-Corona-Schnelltest ist Teil der neuen Corona-Testverordnung. Der Vorteil der neuen Tests sei laut Ulrichs, dass das Ergebnis bereits nach wenigen Minuten und vor Ort ablesbar ist. Trotzdem sei die Anwendbarkeit begrenzt, denn „die Probennahme sollte nur von geschultem Personal vorgenommen werden, sonst treten viele falsch-negative Testergebnisse auf“.

Einen flächendeckenden Einsatz der Tests außerhalb von Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Schulen sieht der Epidemiologe nicht: „Die Verfügbarkeit wird bald ausreichend sein, allerdings nur für die oben genannten Bereiche und nicht als Massentests für die gesamte Bevölkerung. Dafür wären nicht genügend vorhanden und das wäre auch zu teuer.“

(Mit Material von dts)

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