Grünen-Politiker wollen „Deutschland“ aus Programmslogan streichen

Epoch Times7. Mai 2021 Aktualisiert: 7. Mai 2021 16:38
„Deutschland. Alles ist drin.“ – so lautet der Titel des Wahlprogramms der Grünen, über das die Basis in wenigen Wochen abstimmen soll. Ein Titel, mit dem sich offenbar nicht jedes Parteimitglied anfreunden kann. Einige befürchten negative Assoziationen mit dem Wort „Deutschland“.

Zum Parteiprogramm der Grünen für die Bundestagswahl sind 3.500 Änderungseinträge eingegangen, die auf der Bundesdelegiertenkonferenz diskutiert und abgestimmt werden sollen. Über 300 Parteimitglieder sind der Meinung, dass das Wort „Deutschland“ im Slogan des Wahlprogramms nichts verloren hat. Immerhin stehe nicht Deutschland im Mittelpunkt der Politik, sondern „der Mensch“.

Antragsteller Michael Sebastian Schneiß, Mitarbeiter des grünen EU-Parlamentariers Erik Marquardt, fordert in seinem Antrag mit weiteren 305 Parteimitgliedern, darunter auch Kandidaten für den Bundestag, das Wort „Deutschland“ zu streichen.

Die simple Begründung: „Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch in seiner Würde und Freiheit. Und nicht Deutschland.“

Künftig soll der Titel also nur noch lauten „Alles ist drin.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU im Bundestag, Stefan Müller, hatte den Grünen daraufhin „ein gestörtes Verhältnis zu Deutschland“ vorgeworfen. Auf Twitter verteidigt Antragsteller Schneiß seinen Vorschlag.

Auch Timon Dzienus, Bundesvorstandsmitglied der Grünen Jugend, gehört zu den Unterstützern des Antrags. In der Vergangenheit hatte er sich unter anderem mit der linksextremen Organisation Ende Gelände solidarisiert. Diese Organisation wurde vom Landesamt für Verfassungsschutz als „linksextremistisch“ eingestuft, da es zu „gezielter Diskreditierung von Staatlichkeit“ und Gewalt gegen Polizisten gekommen war.

„Deutschland“ – negative Assoziation mit „nationalistischer Politik“

Ein weiterer Änderungsantrag, der das Wort „Deutschland“ im Titel infrage stellt, wurde von Peter Konrad Müller aus dem Kreisverband Hamm initiiert, wie die „Welt“ berichtet.

Zusammen mit mehr als 20 Unterstützern schlägt Müller darin vor, das Wort „Deutschland“ durch „Grün“ zu ersetzen. So solle der Titel des Wahlprogramms also lauten: „Grün. Alles ist drin.“

Die Antragsteller begründen ihren Änderungswunsch damit, dass das Wort „Deutschland“„sehr negativ assoziiert werden“ könne. Sie schließen Parallelen zu „Deutschland über alles“ und bringen auch den „America first“-Wahlspruch des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump mit einem „Deutschland first“ in Verbindung.

„,Deutschland‘ erinnert eher an eine nationalistische Politik. Und das steht ganz im Gegensatz zu unserer multinationalen Ausrichtung und unserem Bekenntnis zu Europa“, heißt es weiter. Zudem sei der Titel „nichtssagend“ und weise Parallelen zum Wahlprogramm der AfD auf, die den Titel „Deutschland. Aber normal.“ gewählt hat.

Die Grünen-Politikerin Juliana Wimmer betonte, dass es ihr als Außenpolitikerin um eine „globale Perspektive“ und als Juristin „um die Menschenwürde aller“ gehe. „Darum finde ich ‚Grün – Alles ist drin‘ besser. Freue mich auf unsere Parteidebatte“, wird sie von „RT“ zitiert.

Das weckt der „Welt“ zufolge Erinnerungen an einen der größten Fehler in der Geschichte der Grünen: Im Wahlkampf im Jahr der Wiedervereinigung 1990 hieß der Slogan der Partei: „Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Wetter“. Damit scheiterte man kläglich am Einzug ins Parlament. Dies gestanden sich selbst die aktuellen Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck 30 Jahre später als Fehler ein.

Man darf also gespannt sein, wie Baerbock und Habeck zu diesem Änderungsantrag Stellung beziehen werden. Immerhin symbolisiert es ein Problem, vor dem die Grünen stehen, denn noch ist die Partei in alle Richtungen anpassungsfähig: Grün-Schwarz, Ampel oder Grün-Rot-Rot – die Koalitionsoptionen der Grünen sind nach Lage der Umfragen ziemlich mannigfaltig. (aa)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion