Innenminister Reul zur Kriminalstatistik NRW: Anstieg der Sexualdelikte „sehr ernst zu nehmende Entwicklung“

Von 15. Februar 2019 Aktualisiert: 16. Februar 2019 2:12
Der Anstieg der Sexualdelikte und die deutliche Steigerung an Morden und Mordversuchen in Nordrhein-Westfalen machen den Behörden schwer zu schaffen. Ergänzt werden die nüchternen Zahlen durch eine "unangenehme Wahrheit": der hohe Ausländeranteil an den Tatverdächtigen.

Der „WDR“ berichtet aktuell in einem Video (ab 8:58 min) über die Veröffentlichung der Kriminalitätsstatistik 2018 in Nordrhein-Westfalen über „fast schon historische Erfolge“ der Polizei. „Erneut ist die Kriminalität deutlich zurückgegangen“, so der Sender. Die angezeigte Kriminalität sei auf dem niedrigsten Stand seit fast 30 Jahren gesunken, auf 1,28 Millionen Straftaten, ein Minus von 6,6 Prozent, so die „Kölnische Rundschau“.

Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche sank um 23,4 Prozent auf 29.904 Fälle, dem niedrigsten Stand seit 1981. Inneminister Reul dazu: „Das ist eine sensationelle Zahl“. Einer der Gründe sei laut dem Minister auch die Schließung der Balkanroute.

Auch die angezeigten Diebstähle sanken um fast neun Prozent, von 549.916 auf 499.101 Fälle. Darin enthalten: 2018 gab es 34.064 Anzeigen wegen Taschendiebstahl (- 17 Prozent).

Und dennoch: Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik sind keine erfreulichen, wenn man genau hinschaut: Zum Einen tauchen die Zahlen für islamistischen, rechten und linken Terror gar nicht erst in der Statistik auf, zum Anderen gibt es einen gegensätzlichen Trend bei andere Verbrechen, so die Aussage des „WDR“.

Eine weitere Einschränkung merkt die Deutsche Polizeigewerkschaft an. Trotz der guten Zahlen handele es sich lediglich um das Hellfeld (bekannt gewordene Straftaten“:

Wir benötigen in NRW eine empirische Studie zum Dunkelfeld.“

(Erich Rettinghaus, Landeschef DPolG)

Sexualdelikte im Vormarsch

14.100 Fälle an Sexualstraftaten bedeuten einen Zuwachs um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Jouwatch“ zitiert dazu den Innenminister des nördlichen Bundeslandes:

Das ist eine sehr ernst zu nehmende Entwicklung.“

(Herbert Reul, Innenminister, CDU)

Laut Reul könnten die gestiegenen Zahlen in dem Bereich möglicherweise auf ein verändertes Anzeigeverhalten im Zuge der „MeToo“-Debatte zurückzuführen sein. Bei den schweren Sexualdelikten wie Vergewaltigungen war sogar ein Rückgang um 16,5 Prozent auf 2.140 Fälle zu verzeichnen, was statistisch aber immer noch täglich fast sechs derartige Verbrechen in NRW ausmacht.

Mit 3,6 Prozent mehr Missbrauchsfällen gegenüber Kindern stieg deren Fallzahl laut „WDR“ auf fast 2.500 an. Dramatisch: Fast jeder zweite Täter war Wiederholungstäter. Ein ganz großes Defizit gebe es im Bereich der Justiz, sagte Ursula Enders von der Beratungsstelle „Zartbitter“ dem Sender: Viele Verfahren würden eingestellt, zum Beispiel im Bereich der Kinderpornografie. Es gebe lediglich Geldstrafen, eine Eintragung ins polizeiliche Führungszeugnis gebe es jedoch nicht.

Alarm: Mehr Morde, mehr versuchte Morde

Doch nicht nur bei den Sexualdelikten ist ein starker Zuwachs zu verzeichnen.

Alarmierend sind auch die Zahlen für Morde und Mordversuche in NRW. Das bevölkerungsreichsten Bundesland führt in seiner 2018-Statistik dafür 140 Fälle an. Im Vorjahr waren es noch 113 Fälle. Dies bedeutet einen Anstieg um 24 Prozent, informiert das Innenministerium auf seiner offiziellen Seite, laut der „Rheinischen Post“ vermerkte das Innenministerium zu diesem Umstand , dass es „beruhigend“ sei, dass fast kein Mord ungesühnt blieb – die Aufklärungsquote: 96 Prozent.

Im Video des „WDR“ wird auf diesen Umstand nur kurz und auch noch fehlerhaft eingegangen: „So sind die zur Anzeige gebrachten Fälle von Mord und Totschlag um 2,4 Prozent gestiegen.“

Die „unangenehme Wahrheit“ und noch mehr

Laut den Erhebungen der Sicherheitsbehörden gab es 443.000 Tatverdächtige, von denen 31,8 Prozent keinen deutschen Pass besitzen. Innenminister Reul nannte den hohen Ausländeranteil eine „unangenehme Wahrheit“, so „Jouwatch“.

Wie die „Welt“ in diesem Zusammenhang berichtet, liege der Ausländeranteil nach Angaben von Reul in NRW bei 12,8 Prozent. Bei den Kriminalitätszahlen sind demnach aber auch die reisenden ausländischen Täter inbegriffen, die nicht in dem Bundesland leben.

Innerhalb der Gruppe der ausländischen Tatverdächtigen liege der Anteil der Zuwanderer bei 8,8 Prozent. Zuwanderer sind zudem im Deliktbereich der Gewaltkriminalität stark vertreten: 13 Prozent. In NRW stellen die Zuwanderer einen Gesamtanteil an der Bevölkerung von 2,4 Prozent.

AfD: Doppelte Staatsbürgerschaft = deutsche Täter

Doch auch diese Zahlen sind nur die halbe Wahrheit. Die AfD-Landtagsfraktion in NRW stellte fest, dass Tatverdächtige mit doppelter Staatsbürgerschaft in der Statistik automatisch als deutsche Straftäter geführt würden.

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