Kandel trauert um Mia: Schweigemarsch und Gottesdienst für ermordete 15-Jährige

Epoch Times3. January 2018 Aktualisiert: 3. Januar 2018 13:29
Ein pfälzer Städtchen trauert um eines seiner Kinder, ermordet von einem Menschen, der einst Hilfe suchend nach Deutschland kam.

Kandel, 9.000 Einwohner, ein kleines Städtchen in der Pfalz, 20 Kilometer von Karlsruhe entfernt, 15 Kilometer bis zur französischen Grenze: Seit knapp einer Woche ist hier nichts mehr, wie es einmal war …

Am 27. Dezember, Mittwochnachmittag vergangener Woche, ermordete ein angeblich minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan die 15-jährige Mia V. im örtlichen DM-Markt.

Umringt von Freunden, Kunden und Mitarbeitern des Marktes lag die Schülerin am Boden in ihrem Blut. Freunde flehten sie an: Mia, bleib da, bleib wach. Das Mädchen stirbt kurz darauf im Krankenhaus.

Der Onkel des Mädchens erinnert sich gegenüber der „Bild“ an den Moment, als Mias Vater ihn anrief:

Mein Schwager rief mich gestern an und weinte ins Telefon: ‚Mia ist umgebracht worden.'“

(Jürgen Stöffler, 55, Mias Onkel)

Stiller Gedenkmarsch in Kandel

Am Dienstag wurde in Kandel eine „privat angemeldete, initiativenübergreifende und stille Gedenkveranstaltung für die am 27.12.2017 ermordete Mia durchgeführt“.

Entgegen Meldungen der Lokalzeitung „Die Rheinpfalz“, die von rund 400 Teilnehmern berichtete, heißt es im Text zum Video, dass gezählte 600 Teilnehmer vor Ort waren. Außerdem wurde eine Anzeige gegen das Blatt angekündigt, weil es den Veranstalter des Marsches, einen Mann aus dem Raum Mannheim „Reichsbürgerszene“ zuordnete, heißt es.

„Rheinpfalz“ berichtete, dass der Marsch um 18 Uhr am Drogeriemarkt, dem Tatort, startete und nach einer Runde durch die Innenstadt dorthin zurückkehrte. Inzwischen seien dort jedoch Menschen mit bunten Schirmen gekommen. Dann soll ein vermummter Marschteilnehmer versucht haben, den Schirmträgern ihre bunten Utensilien abzunehmen. Die Polizei trennte daraufhin Marschteilnehmer und die Personen mit den bunten Schirmen.

Gottesdienst für Mia

Bereits am Montag widmete die Gemeinde den Neujahrsgottesdienst in der katholischen St.-Pius-Kirche der ermordeten Schülerin. Der Täter sitzt derweil im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess.

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