Keine Lösung für Fachkräftemangel: Zuwanderer haben kaum Interesse an Pflegeberufen

Epoch Times23. Oktober 2019 Aktualisiert: 23. Oktober 2019 11:54
Während Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Mexiko Pflegepersonal anwirbt, um den Fachkräftemangel in der Pflege in den Griff zu bekommen, fragt AfD-Politiker Axel Gehrke die Bundesregierung, wie es um die Beschäftigung derjenigen, die bereits nach Deutschland zugewandert sind, steht. Eine entsprechende Antwort der Bundesregierung liegt nun vor.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war in den vergangenen Wochen auf Tour, um ausländische Fachkräfte anzuwerben. Sein letztes Ziel: Mexiko. Denn es gilt 50.000 unbesetzte Pflegestellen in Deutschland zu füllen.

Dazu meint Spahn:

„Wir haben einen riesigen Bedarf an Pflegekräften in Deutschland, alleine 50.000 bis 80.000 offene Stellen schon jetzt“, sagt Spahn. „Das Geld wäre da, aber der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Und deswegen brauchen wir auch Pflegefachkräfte aus anderen Ländern, die bei uns mit anpacken wollen.“

Auch der Kosovo, die Philippinen oder Brasilien zählen zu Spahns Plan, Pflegekräfte aus dem Ausland nach Deutschland zu lotsen.

Asylwerber und der Pflegeberuf

Doch wie steht es um die Beschäftigung derjenigen, die bereits nach Deutschland zugewandert sind? Wie attraktiv ist der Pflegesektor für diese Menschen?

Eine Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage des AfD-Politikers Axel Gehrke lag der WELT nun vor.

Die untersuchte Gruppe umfasst Staatsbürger der acht wichtigsten Asylherkunftsländer, diese sind Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

Im Juni vergangenen Jahres waren 218.894 Menschen aus diesen Ländern sozialversicherungspflichtig in Deutschland beschäftigt (ohne Auszubildende). 1853 von ihnen arbeiteten dabei im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege, zu dem auch der Rettungsdienst und die Geburtshilfe zählt. In der Altenpflege arbeiteten etwas mehr von ihnen, insgesamt 2274.

Rechnet man die beiden Pflegebereiche zusammen, arbeiteten 2018 rund 1,8 Prozent der Staatsbürger aus den wichtigsten Asylherkunftsländern in der Pflege. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Entwicklung konstant. Zwischen 2015 und 2017 lag der Anteil zwischen 1,8 und 2,1 Prozent. Die Mehrzahl arbeitete als Helfer.

Auszubildende aus den Hauptasylherkunftsländern im Pflegebereich beliefen sich auf 26.578 Personen im vergangenen Jahr. Davon waren 944 Azubis im Bereich der Krankenpflege und 940 in der Altenpflege.

Die Bundesregierung teilte mit, keine „spezifischen Maßnahmen“ zu planen, um Asylberechtigte vermehrt in Engpassberufe, insbesondere in der Alten- und Krankenpflege, in Beschäftigung zu „drängen“.

Diese würden, wie auch anerkannte Flüchtlinge, „je nach ihren bereits vorhandenen Kenntnissen und Fähigkeiten sowie ihren individuellen Neigungen passgenau gefördert und in Arbeit vermittelt“.

Reaktionen

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD, Detlev Spangenberg, meint zur Regierungsantwort: „Die Politik behauptet immer wieder, Asylzuwanderung würde die Arbeitskräftesituation in Mangelberufen verbessern. Die Zahlen zeigen, dass dieser Effekt nicht eingetreten ist. Einen Fahrplan, wie dem Demografieproblem in der Pflege unter Einbeziehung der hier vorhandenen personellen Ressourcen begegnet werden könnte, hat die Bundesregierung offenbar nicht.“

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Wie auch in Deutschland wollen junge Männer naturgemäß lieber Autoschlosser als Altenpfleger werden. Pfleger ist ein Beruf, in den man nicht krampfhaft reingedrängt werden sollte“, sagte Spangenberg zur WELT.

Karin Maag (CDU), gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, plädiert dafür, von gezielter Anwerbung abzusehen.

Nicht jeder kann und will pflegen. Es schadet dem Beruf, wenn wir Menschen drängen, die kein Interesse daran haben“, sagte Maag.

Es sei allerdings richtig, dass beispielsweise in Bayern ausgewählte abgelehnte Asylwerber in Deutschland bleiben könnten, solange sie einen Arbeitsvertrag haben, gut integriert sind und die deutsche Sprache beherrschen. (rm)