Lauterbach bedauert geringe Nachfrage nach AstraZeneca und fordert Geldbuße für „Impfschwänzer“

Epoch Times4. Juli 2021 Aktualisiert: 4. Juli 2021 19:55

SPD-Gesundheitsexperte hat sein Bedauern über die geringe Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca geäußert und nach Gesprächen im Freundeskreis von weggeworfenen Impfdosen berichtet. „Es ist leider erschreckend, dass die Nachfrage nach AstraZeneca in Deutschland stark eingebrochen ist“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Die Arztpraxen müssen auf Grundlage von Gesprächen mit befreundeten Ärzten bereits ein Drittel der vorliegenden AstraZeneca-Dosen vernichten, weil sie sie nicht rechtzeitig loswerden.“

Lauterbach hatte zuvor für AstraZeneca in Kombination mit mRNA-Impfstoffen wie Biontech und Moderna geworben und den Impfstoff als wichtiges Instrument in der Pandemiebekämpfung bezeichnet. Angesichts dessen erteilte er einer Abgabe der bereits vorliegenden und bestellten Covid-Impfdosen an andere Länder vorerst eine Absage. „Ich sehe keinen Grund dafür, AstraZeneca-Dosen an andere Länder abzutreten, solange wir noch keine Herdenimmunität in Deutschland haben. Bis dahin wird es aber noch mindestens einige Monate dauern. Wir sollten parallel die Produktion von Impfstoff für ärmere Länder fördern“, sagte Lauterbach.

Das Konzept der Herdenimmunität ist unter Medizinern umstritten.

Lauterbach will Strafe für Covid-„Impfschwänzer“

Angesichts der vielen ausgefallenen Impftermine mehren sich in der Politik die Stimmen, die eine Strafe für Impfschwänzer fordern. „Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der „Bild am Sonntag“. Denn diese Terminausfälle führten dazu, „dass wir langsamer impfen, als wir könnten, und dass wir Impfstoff wegwerfen müssen“.

Lauterbach sagte, er sei selbst Impfarzt im Corona-Impfzentrum Leverkusen und kenne das Problem der ausgefallenen Termine. Der Unionsfraktionsvize im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), will die Impfschwänzer an den Kosten der nicht wahr genommenen Termine beteiligen. „Impftermine einfach verfallen zu lassen, ist nicht nur rücksichtslos, sondern ein Schlag ins Gesicht all derer, die derzeit noch auf den knappen Impfstoff warten“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Wer nur zu bequem sei, zum Hörer zu greifen oder mit wenigen Klicks einen Termin abzusagen, sollte für die angefallenen Ausfallkosten aufkommen müssen.

„Mit Bußen wird keine Akzeptanz gefördert“

Widerspruch kommt von den Kassenärzten. „Mit Bußen wird keine Akzeptanz gefördert. Solidarisches Verhalten kann man zudem nicht mit Strafen erzwingen“, sagte Kassenärzte-Chef Andreas Gassen der „Bild am Sonntag“.

Radikaler sieht Außenhandels-Präsident Anton Börner die Situation. Er fordert unabhängig von dem Recht auf körperliche Unversehrtheit, der informellen Selbstbestimmung und zahlreichen Impfschäden nach Covid-Impfungen eine Impfpflicht.

„Es ist eine sittliche Pflicht für jeden Bürger, sich impfen zu lassen. Impfverweigerer ohne gesundheitlichen Grund handeln rücksichts- und verantwortungslos“, sagte Börner der „Bild am Sonntag“ und fordert eine deutliche Antwort von der Politik. „Eine Impfpflicht muss ernsthaft diskutiert werden. Auch wer seinen Impftermin grundlos sausen lässt, verhält sich grob unsolidarisch gegenüber seinen Mitbürgern.“ Wenn dieses Verhalten am Ende dazu führe, dass Impfdosen weggeschmissen werden, müsse es mit einem Bußgeld bestraft werden. (dts/afp/er)



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