Statistik: Im letzten Jahr wurden 143 Kinder in Deutschland bei Verbrechen getötet

Epoch Times5. June 2018 Aktualisiert: 5. Juni 2018 19:21
Im letzten Jahr wurden 13.539 Kinder unter 14 Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch, weitere 4208 Kinder misshandelt - und 143 Kinder bei Verbrechen getötet.

143 Kinder sind im vorigen Jahr in Deutschland Tötungsdelikten zum Opfer gefallen. Das ergab eine Sonderauswertung der polizeilichen Kriminalitätsstatistik, die die Kinderschutzorganisation Deutsche Kinderhilfe sowie das Bundeskriminalamt (BKA) und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin vorstellten.

13.539 Kinder unter 14 Jahren wurden demnach Opfer von sexuellem Missbrauch, zudem wurden 4208 Kinder misshandelt.

Die Zahl berücksichtigt Delikte wie Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung und Körperverletzung mit Todesfolge. Sie schwankte in den vergangenen zehn Jahren zwischen 108 und 186, einen Trend gab es nicht.

Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von 7,52 Prozent. Dazu kamen 77 Fälle von versuchten Mord und versuchtem Totschlag.

Sexualdelikte gingen zurück

Bei den Sexualdelikten gab es im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 3,64 Prozent. Das war der niedrigste Stand seit 2008. Die Zahl der Fälle schwankte seither ebenfalls ohne erkennbaren Trend in einem vergleichsweise engen Bereich zwischen rund 14.000 und 15.500.

Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie werden dabei gesondert erfasst. Hier gab es im vergangenen Jahr rund 16.300 Fälle. Die Zahl der Misshandlungen stagnierte demnach. Sie hatte 2017 bei 4204 gelegen. Seit 2008 pendelt sie um die Marke von 4000 pro Jahr.

Viele Taten bleiben unentdeckt

BKA-Chef Holger Münch verwies bei der Vorstellung auf die potenziell hohe Zahl von Verbrechen, die nicht in der offiziellen polizeilichen Kriminalitätsstatistik  erfasst würden. „Wir müssen davon ausgehen, dass viele Taten unentdeckt bleiben“, erklärte Münch. „Signale von Kindern“ müssten ernst genommen werden.

Darüber hinaus müssten diese auf Gefahren vorbereitet werden – auch solche im virtuellen Raum

Kinderhilfe-Vorstandsvorsitzender Rainer Becker forderte dabei eine bessere Erkennung von „Risikofaktoren wie Trennungskonflikte und psychische Störungen bei Eltern“.

Das sei Aufgabe verschiedener Institutionen von Kita und Schule über Ärzte bis hin zur Polizei. „Um der Verantwortung gerecht zu werden, müssen die Institutionen aber finanziell und personell gut ausgestattet sein“, betonte er.

Der Missbrauchsbeauftragte Wilhelm Rörig äußerte sich „erschüttert“ über das Ausmaß von Missbrauch und die Verbreitung entsprechender Aufnahmen im Internet.

Erschreckend sei insbesondere „der Anstieg härtester Gewaltszenen“ und eine zunehmende Zahl von Filmen und Bildern des Missbrauchs von Babys und Kleinkindern. Kinderschutz im Internet finde bisher „nicht statt“. Die IT-Branche müsse daher gesetzlich zu mehr Schutzmaßnahmen verpflichtet werden, forderte er. (afp)

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