Tschüss, Political Correctness! – Trumps Sieg war Amerikas Sehnsucht nach Ehrlichkeit und Veränderung

Von 10. November 2016 Aktualisiert: 11. November 2016 20:40
Der Wahlsieg von Donald Trump passt in unsere Zeit der großen Veränderungen, findet Zhang Tianliang. Der Triumph des umstrittenen Anti-Establishment-Kandidaten markiert ein nötiges Rollback und den Beginn der Rückkehr zum gesunden Menschenverstand, so der Historiker. Ein Kommentar aus chinesischer Sicht.

Der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen hat viele Medien, Umfrageinstitute und die Eliten schockiert. Für mich jedoch war er logisch und nachvollziehbar. In meiner Serie über Chinas Historie hatte ich bereits das Phänomen beleuchtet: Wenn große und einschneidende Veränderungen auftreten, dann meistens global und in verschiedenen Weltteilen gleichzeitig. Aus Sicht der deistischen Philosophie Altchinas wirkt darin gleichsam ein Arrangement höherer Mächte, das die ganze Welt umfasst.

So hatten zum Beispiel der 1. und 2. Weltkrieg globale Auswirkungen. Auch der Zusammenbruch des Ostblocks betraf viele kommunistisch geführte Länder in Europa und Asien. Blickt man etwas mehr als 2000 Jahre zurück, in die Zeit als der Kaiser Qin China zu einem Reich vereinigte, bemerkt man, dass zeitgleich auch das alte Indien ein Großreich über seinen gesamten Kontinent errichtete. Und zeitgleich mit der Qin- und Han-Dynastie in China [221 vor Chr. bis 220 nach Chr.] erblühte auch das römische Reich im Zenit seiner Macht.

Fast zeitgleich, während in Asien Buddha, Laotse und Konfuzius als Menschheitslehrer wirkten, trat in Griechenland Sokrates in Erscheinung.

Dieses Phänomen der globalen historischen Gleichzeitigkeit zeigt sich jetzt auch im Jahr 2016: Das politische Establishment und die Eliten wurden in letzter Zeit von drei Ereignissen stark erschüttert.

Brexit, Trumps Wahl und Chinas Machtwechsel

Ereignis Nr. 1 war der Brexit: Die Briten brachten mit ihrer Austritts-Entscheidung die Bemühungen der EU für ein vereinigtes Europa zum Einsturz.

Ereignis Nr. 2 ist der Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl, der einen Bruch mit der Globalisierung bedeutet.

Ereignis Nr. 3 trug sich in China zu. Dort ließ sich Staatschef Xi Jinping vor wenigen Tagen problemlos zur Führerikone der KP ausrufen und fegte damit seinen 90-jährigen Vorvorgänger Jiang Zemin endgültig aus dem Zentrum der Macht. [Anm. d. Dieser massive Wandel im politischen Establishment Chinas und Asiens blieb vom Westen weitgehend unbemerkt.]

Auch in Südkorea, wo die Bürger sehr vom Konfuzianismus beeinflusst sind und sich bezüglich der Regierung immer sehr brav und tolerant verhalten haben, fanden dieser Tage plötzlich riesige Demonstrationen wegen eines Politskandals statt: Empörte Bürger forderten den Rücktritt der dortigen Präsidentin.

Trumps Kampf gegen die Mainstream-Medien

Donald Trump hat in den vergangenen Monaten gewaltig gegen Mainstream-Medien und die politischen und wirtschaftlichen Eliten angekämpft, um ins Weiße Haus zu kommen. Und es gelang ihm, obwohl die Menschen bei ihrer Wahlentscheidung sehr abhängig von den Medien sind. Vor der Wahl stellten sich fast alle Mainstream-Medien gegen Trump. Manche gaben dabei sogar ihre Neutralität auf und arbeiteten aktiv daran, die korrupten Machenschaften Hillary Clintons zu decken. So zum Beispiel die New York Times, die Washington Post und das Magazin Foreign Policy. Hinzu kamen noch die Fernsehsender CBS, ABC, NBC die alle tendenziös pro Clinton berichteten. Herausragend positionierte sich dabei CNN und bekam dafür von Trump den Spitznamen „Clinton News Network“.

92 Prozent TV-Berichte gegen ihn

Fox News war auf Grund seiner konservativen Linie fast das einzige große Medium, das sowohl in TV als auch im Netz dauerhaft die illegalen Aktivitäten der Clintons ans Tageslicht brachte. Am 1. November schrieb Michael Goodwin dann auf Fox News einen Kommentar, in dem er statistisch alle Berichte der drei großen US-Sender untersuchte, die während der 12 Wochen nach dem Ernennungsparteitag der Republikaner erfolgten. Die Berichte über Trump waren zu 92 Prozent feindlich, konzentrierten sich lediglich auf seine Persönlichkeit und beschäftigten sich in keiner Weise mit seinen politischen Zielen. Gleichzeitig berichteten die drei großen Sender sehr wenig über Clintons Skandale und versuchten möglichst, diese totzuschweigen.

Das Verhalten der Medien hat die Unterstützer von Trump empört. Deshalb griffen viele Mainstream-Medien wie die Washington Post, das Wallstreet Journal und Fox TV nach der Wahl zum Begriff „angry voters“ / „Wutwähler“ – gemeint waren damit alle, die sich über das manipulative Verhalten der Medien ärgerten. Und deshalb war Trumps Sieg meiner Ansicht nach eigentlich ein Kampf zwischen den bürgerlichen Schichten und der Elite.

Ein nötiges Rollback

Am Wahlabend war lange vor dem offiziellen Ergebnis klar, dass Trump Präsident wird. „Wir haben heute Abend eine Revolution erlebt“, mailte ich einem Freund. Dies war keineswegs ein Betriebsunfall der Geschichte. Die Ursache dieser Revolution ist wirtschaftlicher und politischer Natur, doch der Sieg von Trump ist nur ein oberflächliches Symptom. Dahinter gibt es viele kulturelle, moralische und spirituelle Faktoren, die uns nachdenklich machen sollten.

Die großen Probleme in Wirtschaft und Politik, die Amerika in den vergangenen Jahren erlebte, waren eigentlich Konsequenzen des Verlustes eines Glaubens an höhere Mächte. Die sogenannten Liberalen, die im Namen der Freiheit Schritt für Schritt traditionelle Werte abschafften, haben mit ihrer Politik auch den Glauben und die Ehrfurcht des Menschen vor höheren Mächten schrittweise abgeschafft. Dadurch sank Amerika in einen moralischen Abgrund, dessen Auswirkungen wir heute erleben. Wären die Liberalen noch einmal an die Macht gekommen, hätte dies weitere katastrophale Auswirkungen gehabt.

Man stößt sofort an die Grenzen der „political correctness“, sobald man diese wirtschaftlichen, politischen, moralischen und religiösen Faktoren diskutiert.

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Ich habe mich sehr gefreut, dass die Mehrheit der Wähler in Amerika begonnen hat, sich von der „political correctness“ zu verabschieden und stattdessen zu grundsätzlichem Menschenverstand und einer Ethik der Verantwortung zurückkehrt. Diese Wahl spiegelt das Streben der Amerikaner wieder, ihre wahren traditionellen Werte und die Grundsätze der US-Verfassung zu bewahren.

Solche Bemühungen werden wir bald auch in China sehen, wo sich eine noch tiefgreifendere friedliche Revolution anbahnt. In diesem Sinne wünsche ich Amerika und China viel Glück.

Zur Person:

Zhang Tianliang ist ein chinesischer Historiker und Politkommentator. Er lebt in USA, hat eine Sendung über Chinas alte Geschichte auf NTDTV und kommentiert für die US-Ausgabe der chinesischsprachigen EPOCH TIMES.

(Deutsch von yz/rf)

Siehe auch:

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