Deutsche Firmen in Wuhan – Nach aktuellem Stand sind keine Deutschen erkrankt

Von 24. Januar 2020 Aktualisiert: 27. Januar 2020 23:19
Wuhan, elf Millionen Einwohner, eine der Wirtschaftsmetropolen Chinas. Mit 8-stündiger Vorlaufzeit hatte Chinas Regierung am 23.01 um 2:30 Uhr angekündigt die Stadt unter Quarantäne zu stellen. Bus-, Zug- und Flugverkehr wurden ab 10 Uhr Ortszeit fast komplett eingestellt.

Durch die Verbreitung des Coronavirus sah sich das chinesische Regime gezwungen drastische Maßnahmen zu ziehen, die auch die Wirtschaft weiter beeinflussen werden. Wuhan ist eines der größten Logistik- und Frachtverteilungszentrum im Landesinneren und mit Shanghai durch den Yangtse-Fluss verbunden. Durch die gerade begonnenen Feiertage zum chinesischen Neujahr sind viele Unternehmen ab heute ohnehin geschlossen, die Folgen werden sich wohl erst später zeigen. Doch auch Deutsche Unternehmen ziehen erste Maßnahmen.

15 Städte sind inzwischen abgeriegelt, die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen steigt stetig weiter an. Die größte Konzentration der gemeldeten Fälle liegt in der Provinz Hubei.

Das Auswärtige Amt schrieb auf Anfrage der Epoch Times, es seien „für die gesamte Provinz Hubei um die 100 Deutsche mit ständigem Wohnsitz registriert“. Allerdings seien die Zahlen nur aus einer freiwilligen Liste zum Zwecke der Krisenvorsorge. Aufgrund der Feiertage „lässt sich aber derzeit nicht sagen, wie viele dieser Deutschen sich jetzt“ in Wuhan aufhalten würden.

Nach aktuellem Stand sind keine Deutschen betroffen

Maria Adebahr, Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte in der heutigen Regierungspressekonferenz, dass nach aktuellem Stand keine Deutschen von dem Virus betroffen seien. Dennoch haben auch deutsche Unternehmen in China erste Maßnahmen gezogen.

Als wohl erstes Unternehmen hatte der Autozulieferer Schaeffler als Reaktion auf das Virus heute gemeldet, vorerst alle Reisen von und nach China für seine Mitarbeiter zu verbieten. Der Konzern mit insgesamt 89.000 Mitarbeitern hat acht Werke in China und neben weiteren Standorten auch ein Logistikzentrum in Wuhan. Auf Anfrage teilte uns ein Pressesprecher mit, dass keiner der sechs Mitarbeiter in Wuhan Deutscher wäre. Das Zentrum wäre nach jetziger Kenntnis bis zum heutigen Feiertag noch normal in Betrieb gewesen.

Auch Firmen wie Siemens, Bosch, Webasto, Klebeband-Hersteller tesa, der Softwarehersteller SAP, Einkaufsmärkte von Metro (vier) sind alle in Wuhan vertreten.

Metro kündigte laut dem „Handelsblatt“ unter anderem an, in seinen Märkten Körpertemperatur-Kontrollpunkte einzurichten, in kürzeren Abständen zu desinfizieren, sowie die Mitarbeiter mit Mundschutz auszurüsten.

Der Softwarehersteller SAP hat es mit seinem Büro in Wuhan dort wesentlich einfacher, laut dem Blatt würden viele Mitarbeiter von zu Hause arbeiten. Dennoch würden Vorsichtsmaßnahmen getroffen, wie Informationen zum Coronavirus, Hinweise für die Vorbeugung und Notfallmaßnahmen bekannt gemacht.

Größte Reisewelle der Welt schürt Angst der Finanzmärkte

Der SARS-Ausbruch im Jahr 2003 war laut Experten in Chinas Konjunktur deutlich zu spüren und auch Aktienmärkte blieben nicht stabil. So könnten auch diesmal „die potenziellen wirtschaftlichen und finanziellen Kosten könnten beträchtlich sein“, sagte Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking laut „WirtschaftsWoche“.

Die Abriegelung der Städte erfolgte zudem erst, nachdem die jährlich größte Reisewelle der Welt schon fast abgeschlossen war. „Ich glaube nicht, dass wir dies schnell zum Stoppen bringen“, sagte Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin zu der Verbreitung des Coronavirus gegenüber Reuters Tv. „Wir müssen das sehr ernst nehmen im Moment. Ich befürchte, das Ganze wird uns noch lange Zeit begleiten.“

Durch die Quarantäne der derzeit 15 Städte sind Tourismus, wie Hotels und Fluggesellschaften jetzt schon betroffen. Die Berichte über den Virus setzen auch die Finanzmärkte erneut unter dem Eindruck, zu spüren vor allem in Chinas Börsen. Insbesondere die Aktien von Fluggesellschaften, Kinos und Kasinobetreibern verloren, Pharmawerte waren dagegen gefragt. „Die ultimative Angst ist, dass sich das mit der enormen Reisetätigkeit der Menschen während der Urlaubszeit ausbreiten könnte“, sagte Alex Wong, Direktor beim Finanzdienstleister Ample Finance.

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