Britische Ärzte warnen: Chinesische Beatmungsgeräte könnten tödlich sein

Von 1. Mai 2020 Aktualisiert: 2. Juni 2020 13:58
Britische Ärzte warnen vor Beatmungsgeräten aus China. Das Modell Shangrila 510 könne erheblichen Schaden anrichten, da seine Sauerstoffversorgung „schwankend und unzuverlässig“ sei. Das kann unter Umständen zum Tod der Patienten führen. Die Ärzte hoffen auf Ersatzgeräte, da sie in Großbritannien dringend gebraucht werden.

Leitende britische Ärzte warnen in einem Brief der „NBC News“ vorliegt: 250 Beatmungsgeräte, welche das Vereinigte Königreich von China gekauft hat, könnten „erheblichen Patientenschaden, einschließlich des Todes“ verursachen, wenn sie in Krankenhäusern verwendet werden.

Die Ärzte betonen, dass die Geräte eine problematische Sauerstoffversorgung hätten, nicht richtig gereinigt werden könnten und ein fremdartiges Design hätten. Sie schreiben auch, dass die Bedienungsanleitung „verwirrend“ sei und die Geräte für den Einsatz im Krankenwagen und nicht in Krankenhäusern gebaut worden seien.

Mangelhafte Geräte aus China – kein Einzelfall

Das China mangelhafte Geräte liefert sei kein Einzelfall. Zudem sei es ein deutliches Beispiel für das Beschaffungsproblem, das viele Länder in der Corona-Krise plagt, schreibt NBC in Hinblick auf die globale Situation.

Seit März haben sich viele Regierungen um den Kauf weiterer medizinischer Geräte – großteils aus China – bemüht, um große Versorgungslücken zu schließen. Die chinesische Regierung schicke aber oft fehlerhafte Waren und Geräte ins Ausland, betont das Medium.

Ungenaue Corona-Test-Kits aus China wurden beispielsweise von Spanien, der Türkei, Großbritannien, Tschechien und den Niederlanden angeprangert. Qualitätsmängel bei Mundschutzmasken aus China gab es unter anderem in den Niederlanden, Finnland, Irland, Österreich, Belgien und Schweden.

Am 4. April gaben die Minister des britischen Kabinetts bekannt, dass sie 300 Ventilatoren aus China gekauft hätten, die auf einem Militärstützpunkt in England entladen wurden. „Ich möchte der chinesischen Regierung für ihre Unterstützung bei der Sicherung dieser Kapazität danken“, sagte Michael Gove, ein hochrangiges Mitglied der Regierung von Premierminister Boris Johnson, bei einem Briefing am besagten Tag.

Sauerstoffversorgung des Beatmungsgerätes „schwankend und unzuverlässig“

Nur neun Tage später warnte eine Gruppe von leitenden Ärzten und medizinischen Führungskräften eindringlich vor der Verwendung von 250 Beatmungsgeräten, die sie erhalten hatten. Dabei handelte es sich um das Modell Shangrila 510 von Beijing Aeonmed Co. Ltd., einem der größten chinesischen Hersteller von Beatmungsgeräten, schreibt NBC.

„Wir glauben, dass sie bei der Verwendung erhebliche Patientenschäden verursachen, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch tödliche“, steht in dem Brief der auf den 13. April datiert ist. „Wir hoffen, dass diese Beatmungsgeräte zurückgezogen und durch Geräte ersetzt werden, welche die Intensivbeatmung unserer Patienten besser gewährleisten können“, schreiben die Fachkräfte.

Die Ärzte betonen auch, dass die Sauerstoffversorgung der Beatmungsgeräte „schwankend und unzuverlässig“ und die Bauqualität „einfach“ sei. Zudem könne das Stoffgehäuse nicht richtig gereinigt werden, was bei der Bekämpfung eines hochinfektiösen Virus unerlässlich sei.

Neben den ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Qualität der Beatmungsgeräte sind sich die Mediziner auch unsicher bei der Handhabe. Britische Ärzte sind laut NBC nicht vertraut mit diesen Geräten. Zudem seien sie für den Einsatz in der gegenwärtigen Krise ungeeignet.

Aus dem Brief geht hervor, dass die Maschinen einen falschen Typ haben. Sie seien gar nicht für den Einsatz im Krankenhaus gedacht, sondern im Krankenwagen. Die Ärzte schreiben, dass sie die Geräte zunächst nicht neben Krankenbetten einsetzen konnten. Sie hätten zuerst einen Untersatz aus einem Krankenwagen holen und diesen provisorisch installieren müssen.

Gesundheitsministerium gibt keine Details über die Geräte bekannt

Dem Medium zufolge wurde der Brief von einem leitenden Arzt für Anästhesie und Intensivmedizin verfasst, der eine Gruppe von Klinikärzten und leitenden Angestellten vertritt. Die Mediziner arbeiten in und rund um Birmingham, der zweitgrößten Stadt Großbritanniens. Diese Region ist sehr stark von der Corona-Pandemie betroffen.

Der Arzt, der den Brief geschrieben hat, arbeitet beim Sandwell and West Birmingham National Health Service Trust, einer regionalen Abteilung des aus öffentlichen Mitteln finanzierten National Health Service (NHS) des Vereinigten Königreichs. Der Brief war direkt an einen leitenden Beamten des NHS gerichtet.

Das Ministerium für Gesundheit und Sozialfürsorge, das das NHS und den Kauf von Beatmungsgeräten aus dem Ausland beaufsichtigt, schrieb in einer E-Mail an NBC: Es sei sich der Bedenken der Ärzte bewusst und habe diese gegenüber dem Hersteller zur Sprache gebracht.

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Die Abteilung lehnte es aber ab, mehrere detaillierte Fragen zu dem Schreiben zu beantworten, wie beispielsweise: Wie viele dieser Beatmungsgeräte insgesamt gekauft wurden, warum dieses Modell gewählt wurde und ob zuvor Ärzte – die direkt mit Corona-Patienten arbeiten – konsultiert wurden.

Stattdessen schrieb die Abteilung in einer Erklärung per E-Mail: „Wir führen eine koordinierte Aktion an, um die Beatmungskapazität rasch zu erhöhen und sicherzustellen, dass diese lebenswichtigen Geräte an die Front geliefert werden“. Die Patientensicherheit habe für das Amt „absolute Priorität“ und: „Neue Aufträge hängen davon ab, dass die Geräte gesetzlich vorgeschriebene Tests bestehen, um sicherzustellen, dass sie dem Standard entsprechen.“

„Globale Schlacht der Narrative“

Nach wiederholten E-Mails und Anrufen erreichte NBC den internationalen Verkaufsleiter von Beijing Aeonmed. Der Chinese sagte auf die Frage, ob das Unternehmen sich der Bedenken über sein Produkt bewusst sei: „Ich weiß es nicht“. Das Unternehmen habe weder auf detaillierte Fragen zu diesem Beatmungsgerät-Modell, noch darauf geantwortet, wohin es sonst noch in der Welt exportiert wurde, so NBC.

Die Kommunistische Partei Chinas versucht derzeit eine Art „Maskendiplomatie“ aufzubauen, um ihr internationales Image zu verbessern. Bei dem Versuch begeht Peking aber zahlreiche Fehler und sendet minderwertige Waren mit hohem Preis ins Ausland.

Kritiker werfen chinesischen Beamten vor, Aspekte der Krise in ihrem Anfangsstadium vertuscht und Daten über Todesfälle und Infektionen unterdrückt zu haben – was Peking vehement bestreitet. Einer dieser Kritiker ist Josep Borrell, Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Im März hat Borrell vor einer „globalen Schlacht der Narrative“ mit China gewarnt. „China verbreitet aggressiv die Botschaft, dass … es ein verantwortungsbewusster und verlässlicher Partner ist“, sagte Borrell in einer Erklärung und nannte dies einen „Kampf um Einfluss durch eine ‚Politik der Großzügigkeit‘“.