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Chinas Schulbücher verschweigen 40 Millionen Hungertote nach ‚Großem Sprung nach vorn‘

Epoch Times25. April 2009 Aktualisiert: 25. April 2009 0:29

In einem Interview mit der chinesischen Tageszeitung Guangzhou Daily enthüllte Yuan Longping, der Mann, der als „Vater des Hybrid-Reis“ bekannt wurde, dass 40-50 Millionen Menschen während der Kampagne der Kommunistischen Partei „Der Große Sprung nach vorn“ in den späten 1950er Jahren an Hunger starben.

In dem Interview sagte Yuan, dass die sogenannten „Drei Jahre der Naturkatastrophen“, 1960, 1961 und 1962, über die in chinesischen Lehrbüchern berichtet wird, das direkte Resultat der rücksichtslosen Versuche der chinesischen KP waren, die Stahlproduktion im ganzen Land zu steigern.

„Die nachfolgenden Generationen wissen gar nicht, dass die Menschen während des „Großen Sprungs nach vorn“ ganze Wälder abholzten, um Platz für Stahlfabriken zu schaffen und so das ökologische Gleichgewicht erheblich gestört haben,“ sagte Yuan der Guangzhou Daily.

„Die große Dürre von 1959 führte zu einem fast vollständigen Ernteausfall und die schreckliche Hungersnot, die dann folgte, forderte über die Jahre 40 bis 50 Millionen Tote. Ich persönlich habe fünf Leichen am Straßenrand liegen sehen, einige auf den Feldern und einige unter den Brücken. Es war ein unvorstellbares Elend.“

Yuan ist Mitglied des Ständigen Ausschusses des National Komitees der CPPCC (Politische Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes). Obwohl Wissenschaftler in der Vergangenheit diese von Yuan genannte Zahl schon als richtig bestätigt haben, ist es doch das erste Mal, dass ein so hochrangiger Beamter sie öffentlich zugibt.
Mao Tsetung führte den sogenannten „Großen Sprung nach vorn“ 1958 ein und versuchte, China in wenigen Jahren zu „modernisieren“. Zu diesem Zweck startete er eine Kampagne für eine Massenstahlproduktion. Weil fast jeder in diese Kampagne einbezogen war, wurde die Landwirtschaft schwerwiegend vernachlässigt.

Darüber hinaus setzten übereifrige Beamte, die fürchteten, als Bummellanten gebrandmarkt zu werden, [für die Landwirtschaft] unrealistisch hohe Abgabequoten fest. Das hatte zur Folge, dass den Bauern nichts zu essen übrig blieb, nachdem sie ihre Ernten als Steuer abgeliefert hatten.

Yuans Aussage hat heftige Diskussionen in chinesischen Internetforen ausgelöst. Darin geht es um die Darstellung von Teilen der jüngsten Geschichte in chinesischen Lehrbüchern.

Originalartikel (chinesisch): http://epochtimes.com/gb/9/4/10/n2490797.htm

Englisch: http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/15224/


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