Dokumente belegen: Huawei-Mitarbeiter arbeiteten mit Chinas Militär an Forschungsprojekten

Epoch Times28. Juni 2019 Aktualisiert: 28. Juni 2019 12:59
Huawei bestreitet Verbindungen zum chinesischen Militär. Doch Studien in einschlägigen Fachmagazinen vermitteln ein anderes Bild.

Mitarbeiter des chinesischen Technologieunternehmens Huawei haben gemeinsam mit Chinas Militär an Forschungsprojekten gearbeitet. Dies weist auf eine enge Bindung zwischen Huawei und den Streitkräften der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) hin – etwas das Chinas größter Smartphone-Hersteller bislang bestritten hat. „Bloomberg“ berichtete.

Offenbar haben sich Huawei-Mitarbeiter und chinesische Militär-Angehörige gemeinsam an mindestens zehn Forschungsprojekten beteiligt – von Künstlicher Intelligenz (KI) bis hin zu Funkkommunikation. Der Techriese, die Zentrale Militärkommission – das oberste Organ der Streitkräfte – und die „National University of Defense Technology“ standen – oder stehen – in enger Verbindung. In ihren Projekten ging es vor allem, um das Sammeln und Analysieren von Daten – das betraf menschliches Verhalten online, sowie das Auswerten von Satellitenbildern und geografischen Daten.

Das sind aber nur einige Projekte, die der Öffentlichkeit durch Studien zugänglich gemacht worden sind und die Aufschluss darüber geben, wie die Mitarbeiter von Huawei und die der chinesischen Armee bei der Erforschung einer Reihe potenzieller Militär- und Sicherheitsanwendungen zusammengearbeitet haben. Viele Forschungsprojekte gelangen nicht an die Öffentlichkeit, da sie unter strengem Verschluss gehalten werden.

„Bloomberg“ bezieht die Informationen über die oben genannten Forschungsarbeiten zwischen Huawei und Chinas Militär aus einschlägigen chinesischen Fachzeitschriften und Online-Forschungsdatenbanken, die hauptsächlich von chinesischen Wissenschaftlern und Branchenspezialisten genutzt werden. Die Autoren der Abhandlungen identifizieren sich als Huawei-Mitarbeiter. Der Firmenname Huawei wurde laut „Bloomberg“ mehrmals in den Dokumenten aufgeführt. Die von der Zeitung analysierten Schriftstücke stammen aus dem Jahr 2006.

Huawei bestreitet Verbindungen zu chinesischem Militär

„Huawei ist sich dessen nicht bewusst, dass seine Mitarbeiter individuell Forschungsarbeiten veröffentlichen“, sagte der Huawei-Sprecher Glenn Schloss zu „Bloomberg“. Er betonte auch, dass Huawei nicht mit dem chinesischen Militär zusammenarbeiten würde.

Huawei entwickelt und produziert nur Kommunikationsprodukte, die weltweit zivilen Standards entsprechen und fertigte keine Forschungsprodukte für das Militär an,“ so der Sprecher.

Das chinesische Verteidigungsministerium reagierte nicht auf eine „Bloomberg“-Anfrage zu dem Thema.

Starke Einschränkung für Huawei in den USA

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Huawei mit Sanktionen belegt. Das chinesische Unternehmen ist in ihrem Bestreben Geschäfte mit US-Unternehmen zu tätigen stark eingeschränkt. Die USA bezeichnen Huaweis Aktivitäten als eine Gefahr für die Nationale Sicherheit.

Washington hat bereits mehrmals darauf verwiesen, dass Huawei-Gründer und Milliardär Ren Zhengfei ein enger Vertrauter der Kommunistischen Partei Chinas ist. Nicht zuletzt begründet auf der Tatsache, dass Ren Zhengfei ein selbsterklärter Anhänger der Partei ist.  Zudem war er ein KP-Beamter der, während seiner Zeit in der Armee an Kommunikationsprojekten für das Militär arbeitete. Und dennoch bestreitet Huawei die Beziehungen zur Kommunistischen Partei Chinas und dem Militär. Das Technologieunternehmen behauptet „nicht politisch“ zu sein – ihre Kontakte zum Militär seien „minimal“.

Doch die von „Bloomberg“ recherchierten Dokumente zeichnen ein anderes Bild: auch wenn sich nicht beweisen lassen würde, dass Huawei selbst enge Verbindungen zum chinesischen Militär pflegt, zeigen die Schriftstücke dennoch, dass die Beziehung des Unternehmens – oder zumindest die seiner Mitarbeiter – zu Chinas Militär enger ist, als die  Führungskräfte von Huawei dargelegt haben.

„Huawei ist kein Militärunternehmen“

Huawei betonte auch, dass es keine sensiblen Informationen an das Regime in Peking weitergeben würde. „Wir haben keine Zusammenarbeit mit dem Militär in der Forschung“, sagte Ren Zhengfei im chinesischen Shenzhen zu Reportern Anfang des Jahres.

Vielleicht verkaufen wir ihnen eine kleine Menge an ziviler Ausrüstung. Wie viel, das weiß ich nicht, weil wir sie nicht als Kernkunden betrachten.“

Auch die Streitkräfte haben Verbindungen zu Huawei bestritten. „Huawei ist kein Militärunternehmen“, sagte Chinas Verteidigungsminister Wei Fenghe im Juni beim Shangri-La-Dialog in Singapur. Auch wenn Ren Zhengfei in der Armee gedient habe, könne man das Unternehmen jedoch nicht als einen Teil des Militärs betrachten.

USA in Alarmbereitschaft

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Und dennoch bleiben die Beziehungen zwischen Huawei und Chinas Militär in den USA ein heißes Thema, nicht zuletzt wegen der Spannungen im Südchinesischen Meer und die angeblich von Peking ausgehenden staatlich geförderten Hacker-Angriffe auf die USA.

Auch der Umstand, dass Chinas Führer Xi Jinping seine Bestrebungen Künstliche Intelligenz und online Technologien für militärische Zwecke zu nutzen intensiviert, versetzten die USA in Alarmbereitschaft. Zudem hat das Regime in Peking seine Beteiligung an privaten Unternehmen im Verteidigungssektor stark intensiviert.

Die Verflechtung zwischen Chinas Regime und privaten Unternehmen scheint eine gängige Praxis zu sein. Im Interview mit „Bloomberg“ bestätigte Wong Kam Fai, ein Professor der Chinese University of Hong Kong, der sich mit der Verarbeitung von Sprachen beschäftigt, dass es für Unternehmen und Universitäten in China ganz üblich wäre mit der Regierung oder dem Militär zusammenarbeiten.

Universitäten sind sehr offen für die Zusammenarbeit mit dem Militär. Wenn die Zusammenarbeit sehr sensible Daten enthält, wird sie einfach klassifiziert.“

Wong sagte auch, dass die Dokumente, die von den Huawei-Mitarbeitern veröffentlicht wurden, keine hochsensiblen Informationen enthalten würden. „Verschiedene Projekte haben unterschiedliche Sensibilitätsstufen. Manchmal gehört sogar die IP der Regierung“, so Wong. „Es ist möglich, dass es viele Forschungsprojekte gibt, die die Leute aber einfach nicht zu Gesicht bekommen, weil einige militärische Forschungen sensibel und streng geheim sind.“ (so)

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