Hao Fengjun liest in der chinesischen Epoch Times über die Aussagen des ehemaligen chinesischen Diplomaten Chen Yonglin (Foto: The Epoch Times)

Ich wusste nicht, wie ich gleichzeitig ein guter Mensch und ein guter Polizist sein sollte

Von 1. Juli 2005 Aktualisiert: 1. Juli 2005 1:45
Warum der ehemalige Geheimpolizist Hao Fengjun aus China floh

Hao Fengjun, 32 Jahre alt, ein ehemaliger Polizeibeamter im Büro 610 der Staatssicherheitsbehörde von Tianjin, beantragte in Australien politisches Asyl, nachdem er im Februar 2005 aus China geflohen war. Er gab seinen Beruf auf, weil er sich nicht länger an der Verfolgung von Falun Gong und anderen religiösen Gruppen beteiligen wollte. Ermutigt durch die jüngsten Ereignisse bezüglich der “ Neun Kommentare über die Kommunistische Partei“ und Chen Yonglin entschied sich Hao, den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen und die Wahrheit zu erzählen.

Im Folgenden die Niederschrift von Hao Fengjuns Begründung, warum er sich entschied, aus China zu fliehen.

Familiärer Hintergrund

Ich wurde gegen Ende der chinesischen Kulturrevolution geboren. Mein Vater war Bauarbeiter und meine Mutter Hausfrau. Ich habe einen älteren Bruder. Mein Vater war der einzige Erwerbstätige in meiner Familie. Die Erinnerungen aus meiner Kindheit sind voller politischer Säuberungen und Erdbeben. Die einzige glückliche Zeit, an die ich mich erinnern kann, war, wenn ich im Schlamm spielte und mit anderen Kindern Wasserschlachten machte. Glücklicherweise lehrten mich meine geliebten Eltern immer, optimistisch in die Zukunft zu schauen, gaben mir moralische Anleitung und sagten mir, was im Leben wirklich wichtig ist. Sie sagten mir auch, dass ich den Mut haben solle, allen Schwierigkeiten ins Auge zu schauen und eine positive Einstellung zu haben bei allem, was ich tue. Meine Eltern legten großen Wert auf die Entwicklung des Charakters ihrer Kinder, indem sie uns lehrten, ehrlich, aufrichtig, bescheiden, freundlich und mutig zu sein. Mein Aufwachsen wurde tiefgehend von meinen Eltern beeinflusst, und ich war erfolgreich in der Schule.

Ich war fasziniert von vielen Berufen, besonders von dem des Polizisten. Ich wollte meinen Beitrag zur Gesellschaft leisten, indem ich schlechte Menschen und das Verbrechen bekämpfte und das Volk beschützte. Ich hatte darauf hin gearbeitet, dieses Ziel zu erreichen! 1985 kam ich durch eine Leistungsprüfung ins Nankai Gymnasium, eine der fünf Eliteschulen in der Stadt Tianjin, und ich legte meinen Schwerpunkt auf Geisteswissenschaften.

Der Vorfall vom 4. Juni ereignete sich zwischen Frühling und Sommer 1989, als ich noch am Anfang des Gymnasiums stand. Nachrichten über die Studentenbewegung in Peking verbreiteten sich in meiner Schule, und wir begannen uns Sorgen über die Situation in Peking und die Studenten dort zu machen. Eines Tages, angeleitet von einem Lehrer, gingen wir auf die Straße, um die Studenten in Peking zu unterstützen. Die Flyer, die ich mitnahm und las, während ich in der Parade mitlief, schockierten mich. Ich erfuhr aus diesen Flyern die verrufenen Taten der Korruption der politischen Führer unseres Landes auf verschiedenen Ebenen.

Zum Beispiel hatte Deng Pufang, der Sohn von Deng Xiaoping, den Posten des Präsidenten von Chinas Behindertenvereinigung inne. Ein anderer Sohn von Deng, Deng Zhifang, war Vorsitzender des Unternehmens China Northern Inc. (ein Waffenhändler) usw.. Als ich die Gespräche zwischen Chinas Premierminister Li Peng und Studenten im Fernsehen sah, fand ich, dass die Fragen, die von den Studenten gestellt wurden, wirklich realitätsnah waren. Obgleich ich mich noch in meiner Ausbildung befand, erkannte ich schon viele soziale Krankheiten, wie Bestechung, den Unterschied zwischen Reich und Arm und Vetternwirtschaft. Das, wofür die Studenten einstanden, spiegelte genau wider, was ich fühlte und inspirierte meine Sympathie für die gerechten Handlungen der Studenten und meinen Wunsch, für Demokratie und gegen Korruption zu kämpfen. Dann brachte die Zentralregierung den ganzen Vorfall mit Waffengewalt zum Schweigen.

Später erfuhr ich, dass die Personalakten der Studenten Aufzeichnungen über ihre Teilnahme an den Demonstrationen vom 4. Juni enthielten und dass diese Studenten, nach ihrem Abschluss, selber zusehen mussten, wie sie eine Arbeit fanden. Da niemand es wagte, sie anzustellen, mussten sie sich selbst über die Runden bringen, indem sie Gelegenheitsarbeiten verrichteten.

Der Konflikt zwischen meinen Träumen und der Realität

1991 kam ich an die Tianjin Nankai Universität und studierte Rechtswissenschaften. Nach meinem Abschluss 1994 wurde mir Arbeit im Büro für Öffentliche Sicherheit der Stadt Tianjin zugewiesen. Nach einem Jahr ideologischer und juristischer Ausbildung und militärischem und Gehorsamstraining (Training, das einen daran gewöhnen lässt, die Befehle von Vorgesetzten zu befolgen) blieb in den Köpfen der Absolventen, dass die „Organe der öffentlichen Sicherheit gewalttätige Apparate des Staates sind, basierend auf der Diktatur des Volkes, und die Werkzeuge sind, die der Partei dienen.“ Durch die Gehirnwäsche lernten wir, Befehle zu befolgen, ohne nach dem Warum zu fragen. Ich beendete das polizeiliche Grundtraining Ende 1994 und wurde dem Anti-Aufruhr Team des Büros für Öffentliche Sicherheit von Heping zugeteilt, in dem ich zwei Jahre lang arbeitete.

Als ich mit der Arbeit begann, wollte ich Gangster aus dem Verkehr ziehen und Menschen schützen und verhaftete einige, die des Mordes, des Raubes und des Drogenhandels verdächtig waren. Während der Arbeit ging mir vieles, was unlogisch erschien, sehr nahe. Zum Beispiel ein Fall, der sich 1996 ereignete. Ich erhielt eine Nachricht, dass jemand im Fulihua Unterhaltungszentrum Stichwunden erlitten hatte. Als wir dort ankamen, sahen wir den verletzten Mann, der vier Stichwunden aufwies und blutete, auf dem Boden in der Eingangshalle des Zentrums liegen, umringt von sechs Sicherheitswachen in schwarzen Anzügen.

Noch bevor ich eine Möglichkeit hatte, zu fragen, was geschehen war, sagten mir die Wachen, dass ich das Opfer in die Polizeistation mitnehmen sollte, um ihn zu verhaften. Ich war verwirrt und fühlte mich gekränkt. Dann kam mein Chef, Zhao Shaozhong, und befahl mir, das Opfer mitzunehmen, zuerst zur Behandlung ins Krankenhaus, und dann zur Inhaftierung. Damals hätte ich mich am liebsten in Luft aufgelöst! War ich immer noch ein Polizist und verantwortlich dafür, Menschen zu schützen? Auf gar keinen Fall!

Erst später erfuhr ich, was wirklich geschehen war. Das Fulihua Unterhaltungszentrum wurde von Liu Li geleitet, der Schwester von Liu Ying, ständigem Mitglied des Stadtkomitees von Tianjin und Parteichef des Distrikts Heping. Es ist bekannt, dass China, ein sozialistischer Staat, vorgibt keine Bordelle zuzulassen. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass das Fulihua Unterhaltungszentrum ein Bordell war, das unter dem Schutz von Leuten wie Gao Dezhan stand, dem damaligen Parteichef von Tianjin (später wurde er von seinem Posten enthoben, weil er Prostituierte aufsuchte) und einigen hochrangigen Beamten aus Peking und unter den höchsten Parteiführern.

Ich wagte nicht, das Opfer zu verhaften und bat meinen Chef, Zhao Shaozhong, andere diese Arbeit für mich übernehmen zu lassen. Das Opfer wurde wirklich 15 Tage in Polizeigewahrsam gehalten, wegen Störung der öffentlichen Ordnung.

Das Opfer war tatsächlich in das Fulihua Unterhaltungszentrum gekommen, um seine Tochter abzuholen, eine Studentin, die bis vor einem halben Jahr jedes Wochenende nach Hause gekommen war. Eine Klassenkameradin seiner Tochter sagte ihm, dass sie jeden Tag nach dem Unterricht als Bardame und sogar als Prostituierte im Fulihua Unterhaltungszentrum arbeitete, und dass er sie dort finden könne. Dieser Fall traf mich wie ein Schlag und ich war verwirrt wegen meiner weiteren Zukunft. Ich wusste nicht, wie ich gleichzeitig ein guter Mensch und ein guter Polizist sein sollte.

Die Verfolgung von Falun Gong

1999 ereignete sich der bekannte Vorfall vom 25. April. Der direkte Auslöser für dieses Ereignis lag in der Stadt Tianjin. Als Polizist, der dem Volk dient, habe ich das gesamte Vorkommnis miterlebt.

Anfang April erhielten wir eine Notiz von den höheren Behörden: „Man solle im Geheimen vorsichtig sein mit dem System von Falun Gong.“

Am 11. April 1999 veröffentlichte eine Ausgabe eines Magazins für Jugendliche an der Tianjin Hochschule für Pädagogik einen Artikel, der Falun Gong und seinen Gründer attackierte. Der Autor dieses Artikels war He Zuoxiu, Mitglied eines Institutes, das dem Institut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften angeschlossen ist. Er war einer der wenigen Radikalen in China, die gegen Falun Gong und Qi Gong waren. Diese Radikalen betrachteten alle übernatürlichen Erscheinungen von Qi Gong-Praktiken als anti-wissenschaftlich, als Aberglauben und Täuschung. Er behauptete, Falun Gong mache geisteskrank und sei den Boxern ähnlich, die Ende des 19. Jahrhunderts versuchten, die Regierung zu stürzen.

Der Artikel von He Zuoxiu verletzte die Falun Gong- Praktizierenden sehr. Deshalb gingen einige von ihnen zur Tianjin Hochschule für Erziehung und zu anderen verantwortlichen Regierungsbehörden, um zu erklären, worum es ging.

Damals wurden wir alle durch das Büro für Öffentliche Sicherheit in Tianjin informiert, umgehend dorthin zu kommen und den Verkehr zu kontrollieren, alle Nachrichten zu blockieren und die Falun Gong-Praktizierenden, die sich dort befanden, zu umstellen. Am 23. April wurden über 300 Anti-Unruhepolizisten dorthin geschickt. Sie schlugen und verhafteten 45 Falun Gong-Praktizierende. Eine Gruppe der Praktizierenden ging direkt zur Stadtregierung von Tianjin. Die städtischen Beamten sagten, sie könnten dieses Problem nicht lösen. Die Praktizierenden sollten dafür nach Peking gehen. Die Falun Gong-Praktizierenden sollten am 25. April nach Peking gehen und an die höheren Behörden appellieren, um das Problem zu lösen.

Als ich damals dorthin kam, um meine Arbeit zu tun, fühlte ich mich von der Szene, die sich vor mir auftat, verwirrt. Ich hatte natürlich nicht erwartet, dass die versammelten Falun Gong Praktizierenden gegen die Tianjin Hochschule für Erziehung mit tödlichen Waffen in den Händen vorgehen würden. Sie alle waren eher gewöhnliche Bürger, ehemalige Angestellte, die entlassen worden waren und kein Geld für ihre medizinische Behandlung hatten, und alte Leute. Ich selbst hatte nicht im Entferntesten daran gedacht, ihnen etwas anzutun. Diese Szene hielt jedoch nicht lange Zeit an.

Nach zwei oder drei Tagen Konfrontation mit den Falun Gong-Praktizierenden begann die Polizei, den Platz zu räumen. Ganz gleich, wie alt oder wie krank die Praktizierenden waren, alle wurden zwangsweise von dem Ort entfernt. Einige fragliche Fälle wurden zur Identifizierung und Registrierung zur Polizeistation gebracht. Später fand ich heraus, dass das Verhalten aller registrierten Falun Gong-Praktizierenden in ihren persönlichen Akten permanent eingetragen wurde, was Auswirkung für sie und ihre Familienmitglieder in Bezug auf alle sozialen Leistungen hat.

Ich wusste auch, dass man an diesem Tag heimlich Videokameras auf den umstehenden Gebäuden der Tianjin Hochschule für Erziehung angebracht hatte, und alle mehr als 5.000 Falun Gong-Praktizierenden dort filmte.

Nach dem 25. April 1999 trieb die chinesische Regierung ihre Arbeit, Fakten und Informationen über Falun Gong zu sammeln, voran und bereitete sich auf die Verfolgung von Falun Gong vor. Damals wurden die Abteilungen im Büro für Öffentliche Sicherheit und die Abteilung für religiöse Angelegenheiten im nationalen Büro für Öffentliche Sicherheit sofort mit einbezogen. Im Juli gaben die höheren Behörden die Nachricht weiter, dass Falun Gong am 18. Juni verboten werden sollte. Sie informierten uns auch darüber, dass die Nachrichten über das staatliche Fernsehen CCTV ausgestrahlt werden würden.

Später hieß es, dass die Nachrichten wegen unterschiedlicher Ansichten bei den vorgesetzten Behörden nicht veröffentlicht wurden. Vor dem 20. Juli organisierte mein Arbeitsplatz Menschen aus verschiedenen Ebenen und Rängen, um Treffen zum veranstalten und unser Verständnis für die Ideologie zu stärken. Bei diesen Treffen wurde eine mündliche Order vom Generalsekretär der KPC (Jiang Zemin) an uns weitergegeben, die besagte, dass wir nicht länger warten sollten, um Falun Gong zu verbieten und dies auch nicht von soliden Beweisen abhängig machen sollten. Andernfalls würde Falun Gong die Partei und die Nation ruinieren usw.. Am 20. Juli wurden schließlich die Nachrichten über die Niederschlagung von Falun Gong durch CCTV gesendet, und an meinem Arbeitsplatz wurde es so organisiert, dass alle es ansehen mussten. Von da an lernte ich Falun Gong kennen.

Ungefähr um 11 Uhr am Abend des 20. Juli war ich zu Hause, als ich per Piepser zu einem Treffen in die Polizeistation gerufen wurde. Uns wurde mitgeteilt, dass am nächsten Tag viele Falun Gong-Praktizierende appellieren würden. Die Behörden ordneten an, dass wir über Nacht in der Polizeistation bleiben sollten. Am nächsten Tag kamen wir vor fünf Uhr morgens da an, wo wir unsere Aufgabe zu erfüllen hatten: am Eingang des Komitees der Kommunistischen Partei von Tianjin.

Polizisten aus unserer Station wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und zum Komitee der Kommunistischen Partei und zum Regierungsgebäude geschickt. Ein Team war in Polizeiuniformen gekleidet, um zu zeigen, dass sie im Dienst waren. Das andere Team war in Zivil gekleidet, um sich damit unter die Menge zu mischen und, wenn die Zeit gekommen war, negative Effekte hervorzurufen.

Die Behörden verlangten von uns, sehr diszipliniert und geheim vorzugehen. Uns wurde befohlen, uns von den Falun Gong-Praktizierenden völlig fern zu halten. Um acht Uhr kamen viele Praktizierende zum Komitee der Kommunistischen Partei und zur Stadt. Sie stellten sich in zwei Reihen auf und warteten, um dort zu appellieren. Sie fragten, warum die Stadtregierung Falun Gong verboten habe. Ein Führer des Appellbüros des Parteikomitees kam heraus und sagte dem verantwortlichen Polizisten, Zou Lanshan, dass sie nicht mit den Praktizierenden sprechen würden. Das Komiteemitglied sagte zu Zhou, dass er zuerst versuchen solle die Praktizierenden dazu zu überreden, weg zu gehen. Wenn sie weiterhin nicht gehen würden, sollten sie Gewalt anwenden.

Ich habe diese Befehle nicht ausgeführt. Statt dessen sprach ich mit einigen Praktizierenden, die zum Appellieren gekommen waren, jedoch gewaltsam in den Hinterhof des Parteikomitees gebracht wurden. Wir redeten eine Weile miteinander. Unsere Unterhaltung ging um Themen wie das menschliche Leben, die Realität und die Gesellschaft bis hin zu Gesundheitsproblemen. Dies war der erste Eindruck, den ich über Falun Gong bekam. An diesem Tag transportierten mehrere Dutzend Lastwagen die Falun Gong-Praktizierenden weg und verstreuten sie. Wir bestraften die wichtigsten „Anführer“ der Gruppe wegen Störung der öffentlichen Ordnung.

In der Zeit nach dem 20. Juli gab es sowohl öffentliche als auch verdeckte Registrierungen und Untersuchungen in der Stadt. Die Behörden forderten von jeder Polizeistation, Falun Gong-Praktizierende zu registrieren und über sie zu berichten (der Schwerpunkt lag dabei auf dem Sammeln von Daten von Teilnehmern an den Ereignissen am 25. April, dem 20. und 22. Juli). Die Behörden forderten auch von den Falun Gong-Praktizierenden, einen „Garantiebrief“ zu schreiben, die besagte, sie würden niemals wieder Falun Gong praktizieren. Alle, die sich weigerten, diesen Brief zu schreiben, sollten entweder in „Erziehungsklassen“, die von den örtlichen Regierungen eingerichtet wurden, gesteckt oder wegen Störung der öffentlichen Ordnung bestraft werden.

Den registrierten Falun Gong-Praktizierenden oder ihren Familienmitglieder wurden in vieler Hinsicht die Rechte entzogen wurden, zum Beispiel beim Eintritt in die Universität, der Anstellung, dem Einzug der Jugendlichen zum Militär, bei Renten usw.. Sie waren großer Not ausgesetzt. Einige Arbeitseinheiten entließen sogar jeden, der in die Kategorie Falun Gong-Praktizierender eingeordnet wurde.

Nach dem 20. Juli, um die Feiern zum 50. Jahrestag der Volksrepublik China sicher und ungestört durchführen zu können, wurden in der Stadt Tianjin Massenverhaftungen von Falun Gong-Praktizierenden durchgeführt. Diese Aktionen wurden vom ersten Bereich des Büros für Öffentliche Sicherheit Tianjin (dem Bereich für Politik und Sicherheit)geplant. Einige Tage vor dem Nationalfeiertag gingen viele Falun Gong-Praktizierende aus dem ganzen Land von sich aus nach Peking, um zu appellieren, wurden aber in großer Zahl wieder zurückgebracht. Damals war die Zentrale des Büros 610 wütend, weil sich die verhafteten Falun Gong-Praktizierenden weigerten, ihre Namen und Herkunft preiszugeben.

Die Zentrale des „Büro 610“ ordnete an, dass die lokalen „Büros 610“ die Falun Gong-Praktizierenden jedem Distrikt entsprechend seiner Bevölkerungsanzahl zuordneten. Mehrere Hundert Praktizierende wurden dem Büro für Öffentliche Sicherheit der Stadt Tianjin zugeordnet. Das Büro für Öffentliche Sicherheit brachte dann die Praktizierenden zu der jeweiligen Bezirksstation. Jede Bezirksstation brachte dann die Praktizierenden wieder in die örtliche Polizeistation zur Untersuchung. Jede örtliche Polizeistation schickte dann jemanden, um die Praktizierenden anzufordern, so wie man Vieh mitnimmt. In jeder Polizeistation, in die man die Praktizierenden brachte, wurden sie von den örtlichen Polizisten mit Seilen gefesselt und gezwungen, auf dem Boden zu knien.

Drei praktizierende Frauen wurden in meine Polizeistation zurückgeschickt. Sie waren um die 40 und 50 Jahre alt. Alle drei wurden von unserem Strafverfolgungsteam verhört. In den nächsten Tagen der Verhöre hörte ich jedes Mal, wenn ich zur Arbeit kam, extrem tragische Schreie. Später erfuhr ich von einem Kollegen, dass sie Befehl erhalten hatten, alle möglichen Methoden einzusetzen, um Falun Gong-Praktizierende dazu zu zwingen, ihre Namen und die Anschrift ihrer Familie preiszugeben.

In der Zeit um das chinesische Neujahr 2000 erhielten Arbeitseinheiten, Nachbarschaftsbüros und Polizeistationen den Befehl, Gehirnwäsche- und „Umerziehungskurse“ einzurichten, um die Kontrolle über Falun Gong-Praktizierende zu verstärken und sie davon abzuhalten, zum Appellieren nach Peking zu gehen. Falun Gong-Praktizierende wurden gezwungen, sich die Gehirnwäsche gemeinsam an einem Ort anzuhören. Sie mussten auch eine “ Studiengebühr“ bezahlen. Ich drückte einem Regierungsbeamten meine Unzufriedenheit darüber aus. Ich sagte, das Verbot von Falun Gong sei eine Verschwendung von Arbeitskräften, materiellen und finanziellen Ressourcen. Sie wollten nur gesunde und gute Menschen sein. Warum konnte man sie nicht praktizieren lassen?



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