Organraub in China: Das Schweigen des Westens – Wiener Politikerin fordert internationalen Aufschrei

Von 31. Juli 2017 Aktualisiert: 15. September 2017 14:24
Vor mittlerweile 18 Jahren begann in China die Verfolgung von mehr als 80 Millionen Falun-Gong-Praktizierenden. Seither sind sie von Inhaftierung, Folter und Ermordung – insbesondere zum Zweck der Organentnahme und des illegalen Organhandels – bedroht. Die österreichische Abgeordnete Faika El-Nagashi fordert Aufschrei der internationalen Staatengemeinschaft.

Am Nachmittag des 13. Juli 2016 erreichte die „Schriftliche Erklärung 48“ die benötigte Zahl an Unterstützern für eine Resolution des Europäischen Parlaments. Seit Ende April hatten 377 von 751 EU-Abgeordneten das Statement „zu Maßnahmen gegen Organentnahmen an Gewissensgefangenen in China“ unterschrieben – mehr als die Hälfte aller Abgeordneten.

Die Resolution bezog sich auf eine Resolution des EU-Parlaments aus dem Jahr 2013. Konkret wurden damals die Kommission und der Rat aufgefordert, „die Entschließung des Parlaments vom 12. Dezember 2013 zu ‚Organentnahmen in China‘ umzusetzen und über diese Angelegenheit Bericht zu erstatten.“ Doch es geschah nichts.

Die neue Erklärung vom Sommer 2016 forderte „unverzüglich eine unabhängige Untersuchung des ‚kontinuierlichen Handels mit menschlichen Organen‘ in der Volksrepublik China zu starten.“ Doch es geschah nichts. Der Wille des EU-Parlaments wurde von wieder von dem EU-Rat und der Kommission ignoriert.

Aufschrei der Staaten-Gemeinschaft gefordert

Faika El-Nagashi ist Abgeordnete zum Wiener Gemeinderat und Landtag. Anlässlich der 18 Jahre währenden Verfolgung von Falun Gong in China fordert die Politikerin den Aufschrei der internationalen Staatengemeinschaft, sowie eine internationale Kommission zur Untersuchung und Bekämpfung der illegalen Organentnahmepraxis an Falun Gong Praktizierenden in China.

Ein Bekenntnis für die Menschenrechte – bedingungslos über alle Parteigrenzen hinweg auch für Menschen in China.

Menschenrechte – Jenseits jeder Parteipolitik

„Vor mittlerweile 18 Jahren begann in China die Verfolgung von mehr als 80 Millionen Falun-Gong-Praktizierenden. Seither sind sie von Inhaftierung, Folter und Ermordung – insbesondere zum Zweck der Organentnahme und des illegalen Organhandels – bedroht. Hier braucht es dringend den Aufschrei der internationalen Staatengemeinschaft und den Verweis auf menschenrechtliche Sperrlinien. Die Stadt Wien hat dazu bereits Anfang April 2017 einen entsprechenden Antrag eingebracht und ich richte mich noch einmal mit Nachdruck an die Bundesregierung, hier tätig zu werden: Der Missbrauch bei Organtransplantationen in China muss offensiv thematisiert und eine internationale Kommission zur Untersuchung und Bekämpfung eingerichtet werden. Österreich hat hier die Chance, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Gerne auch mit unserer Unterstützung. Es geht hier um Menschenrechte jenseits jeder Parteipolitik, wie sich bei der einstimmig angenommenen Wiener Resolution auch gezeigt hat,“ so El-Nagashi.

David Kilgour: „Eine neue Form des Bösen auf unserem Planeten“

Der Kanadier David Kilgour, als ehemaliger Staatssekretär für den Asien-Pazifik-Raum ein Insider Asiens, nennt die Verfolgung mit dem erzwungenen Organraub eine „neue Form des Bösen“ auf unserem Planeten.

Kilgour und Rechtsanwalt David Matas sicherten Verkaufsangebote von menschlichen Organen im Internet. Die Angebote wurden auch von chinesischen staatlichen Einrichtungen ins Internet eingestellt.

Folgender Kurzbericht mit deutschen Untertiteln [Klick] des exilchinesischen Fernsehsenders NTD-TV aus New York, „Killed for Organs: China’s Secret State Transplant Business“  gibt Aufschluss über die wichtigsten Erkenntnisse bis 2012.

https://www.youtube.com/watch?v=bvAOOwvJMZs

Resolutionen in Amerika und Europa folgten gegen die Organtransplantations-Praktiken Chinas und dennoch wurde 2016 von The Transplantation Society der erste internationale Transplantationskongress der Transplanteure und Wirtschaftler in China abgehalten. Einen kurzen Hintergrundbericht  dazu finden Sie hier auf HausWill.

Polizeichef Wang Lijun erhält Award –  Hinrichtungsexperimente waren „herzergreifend“ 

In Bezug auf das chinesische Transplantationssystem ist auch der ehemalige Polizeichef von Jinzhou Wang Lijun erwähnenswert. Wang war Polizeichef unter dem ehemals mächtigen Bo Xilai – dessen Ehefrau Kalai europäische Leichenplastinat-Produzenten mit Leichen aus den staatlichen Restverwertungsbeständen ihres Gatten belieferte.

Für seine „Forschungen“ erhielt Wang Lijun den begehrten Guanghua Innovation Special Contribution Award. In seiner Dankesrede prahlte Lijun , die von ihm entwickelte „brandneue Schutzflüssigkeit“ schütze die Organe der Hinzurichtenden für die sofort folgende Transplantation. Vor prominentem Publikum – die Staatspresse war ebenfalls anwesend – berichtete der Polizeikader seine Hinrichtungsexperimente „an mehreren tausend Personen“ durchgeführt zu haben.

Er fügte an: die vielen gelungenen Experimente seien „herzergreifend“ gewesen. Polizeichef Wang Lijun wurde mit umgerechnet 200.000 Euro für seinen „Forschergeist“ vom kommunistischen System entlohnt.

Offen bleibt explizit die Frage, ob die „brandneue Schutzflüssigkeit“ wirklich lediglich die Organe der Opfer vor Beschädigung durch eine Todesspritze „schützt“ – oder ob es sich um eine den Körper lähmende Substanz handelt, die es ermöglicht komplikationslos Organe beim lebendigen Menschen herauszuschneiden und direkt den ohnehin bereitliegenden Empfängern in den Nachbar-OPs zu transplantieren. Da eine Untersuchung der „brandneuen Schutzflüssigkeit“ für Organe verweigert wird, muss real davon ausgegangen werden, dass die Organe bei lebendigen Leib entnommen werden.

Regisseur Leon Lee erhält Peabody Award: „Human Harvest – China’s illegal Organ Trade“

Der folgende Filmtrailer „Human Harvest: China’s illegal Organ Trade“ gibt einen detaillierten Einblick in die erschreckenden Hintergründe des chinesischen Transplantations-Systems.

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2016 wurde der Film unter dem Titel „Ausgeschlachtet – Organe auf Bestellung “ im deutschen 3.Sat ausgestrahlt. Letzte Untersuchungen gehen von bisher 1,5 Millionen für den „Markt“ Getötete in China aus.

Nötig wäre, dass die vielen engagierten Politiker global sich energisch zusammenfinden und die von Faika El-Nagashi geforderte Untersuchungskommission initiieren.

Siehe auch:

Wiens Resolution gegen Organraub in China: Wie kam es dazu?

Skandal! Organraub im großen Stil in China – Video auf Schrang TV

„NEIN“ zu Chinas staatlichem Organraub: Warum zögert Deutschland? David Matas im Interview

Organraub in China: Staatsverbrechen mit Völkermord-Dimension – „Es geht uns alle an“