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Von 29. September 2005 Aktualisiert: 29. September 2005 18:22
Ein weiterer Epoch Times-Reporter in China verurteilt
Der Kolumnist Zheng Yichun; er wurde in China verurteilt wegen „Anstiftung zum Umsturz der staatlichen Macht“. (Der Kolumnist Zheng Yichun; er wurde in China verurteilt wegen „Anstiftung zum Umsturz der staatlichen Macht“. (Foto: DJY)

Seit Dezember 2000 wurden vier Epoch Times-Reporter in China zu 10 Jahren, einer zu fünf Jahren Haft verurteilt. In diesem Monat folgte ein weiterer. Sie alle lieferten verlässliche Nachrichten aus China, oft unter großer persönlicher Gefahr. Sie wurden seit der Gründung der Zeitungsgruppe Epoch Times International zu einem der bevorzugten Ziele von Chinas KP, die kaum etwas mehr fürchtet, als dass die unter ihrer Herrschaft begangenen Menschenrechtsverletzungen im Ausland bekannt werden.
 
„Die ganze Welt sollte wissen, wie Journalisten in China behandelt werden.“ Das forderte die internationale Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen nach der Verhängung einer siebenjährigen Gefängnisstrafe für den freien Autor und Kolumnisten Zheng Yichun in China. Das Urteil erging am 20. September. Grund für die Verurteilung war eine am 1. Dez. vorigen Jahres in der chinesischsprachigen Zeitung The Epoch Times erschienene Kolumne von Zheng zu den Neun Kommentaren über die kommunistische Partei. Das chinesische Regime vermutet in Zheng auch einender Autoren dieser Neun Kommentare, die seit Anfang des Jahres zu mehr als 4,5 Mio. Austrittserklärungen aus Chinas KP geführt und die kommunistische Führungsriege hinter den Kulissen in Panik versetzt haben.Zheng Yichun ist in diesem Jahr bereits der dritte Journalist, dem die verfassungsmäßig garantierten Rechte auf freie Meinungsäußerung durch eine Verurteilung genommen werden. Das Urteil gegen ihn erging von einem Gericht der im Nordosten Chinas gelegenen Stadt Yingkou. Laut Bericht des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) sind ihm laut Urteil für drei Jahre anschließend an seine Freilassung die politischen Rechte entzogen.   
 
„Zheng hat lediglich seine Meinung geäußert, das Recht steht jedem Bürger in China zu,” sagte Ann Cooper, die Direktorin des Komitees zum Schutz von Journalisten(CPJ). „Die chinesische Führung hat eine Farce aus dem gerichtlichen Verfahren gegen Zheng gemacht, der diese Verurteilung nicht verdient.“ Reporter ohne Grenzen schrieb: „Wir verurteilen auch das Drangsalieren seiner Familie, das die Kontaktaufnahme zu ausländischen Medienverhindern soll. Die ganze Welt sollte wissen, wie Journalisten in China behandelt werden.   

“Polizei beschlagnahmte 600 Manuskripte und zwei PCs“
 
{L:1}Am 3. Dez. hatten mehr als 20 Polizisten die Wohnung des freien Journalisten in Yingkou durchsucht und etwa 600 Manuskripte und zwei PCs beschlagnahmt. Zwei Wochen später nahm die Polizei Zheng fest und beschuldigte den ehemaligen Professor und Autoren Hunderter von Artikeln für Webseiten, die in China durch staatliche Kontrolle blockiert sind, der „Anstiftung zum Umsturz der staatlichen Macht“. Ihm wurde zur Last gelegt, über die Bedeutung der Neun Kommentare geschrieben und Kontakt zu ausländischen Organisationen unterhalten zu haben. Die monatliche Honorierungseiner Mitarbeit bei The Epoch Times in Höhe von 150 US Dollar sei ausländische Finanzierung seiner „staatsschädigenden Tätigkeit“.
 
Dem Urteilsspruch gingen zwei Verhandlungen voraus, die offiziell als öffentlich galten, bei denen aber das interessierte Publikum bis auf engste Familienangehörige und örtliche Beamte ausgesperrt war. Sein Bruder sagte, Zheng sei Diabetiker, habe aber bisher in der Haft keine entsprechende Behandlung erhalten und befände sich in akuter Gefahr. Zheng Yichun ist 1959 in Yingkou, Provinz Liaoning, geboren.
 
Er beteiligte sich vor 1989 an der demokratischen Studentenbewegung und 1998 an der Organisation der chinesischen demokratischen Parteien, beschäftigte sich am Forschungsinstitut für Betriebswirtschaft der Provinz Liaoning mit Wirtschaftstheorie und verfasste Texte mit Titeln wie: „Über die Wiederkehr der Dynastien“, „Über die Regierung des Volkes“ und „Der Grundriss der Reform von Chinas politischem System“, worin er darlegt, dass die Alleinherrschaft der Partei das größte Hindernis für die Realisierung eines modernen China darstellt.
 
Ende 2003 veröffentlichte er vorausahnend: „Mutter, wenn ich verhaftet werde…“ Ein Abschnitt daraus: „Sollte ich verhaftet werden, Mutter, bitte weine nicht meinetwegen, bitte sei nicht traurig meinetwegen. Ich möchte nicht, dass du traurig bist; ich möchte nicht, dass du weinst. Ich denke, du sollst stolz auf mich sein, du wirst bestimmt stolz auf mich sein, weil dein Sohn nichts getan hat, was ihn dir und anderen gegenüber hat schuldig werden lassen, noch weniger hat dein Sohn die sogenannte Straftat des „Umstürzens“ begangen, das entspricht nicht der Wahrheit. Ja, ich werde vielleicht verhaftet werden, vielleicht werde ich sogar zugrunde gerichtet. Aber Mutter, bitte merke dir die Worte deines Sohnes: Mein Untergang wird zu einem glänzenden Sieg der Gedankenfreiheit werden!“
 
Zheng Yichun wurde vor einem Monat für den Menschenrechtspreis des Berliner Mauermuseums vorgeschlagen.

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