Warum sich BioNTech-Chef Ugur Sahin noch nicht gegen Corona impfen lässt

Von 27. Dezember 2020 Aktualisiert: 28. Dezember 2020 11:25
Der deutschtürkische Chef des Unternehmens BioNTech, Ugur Sahin, gilt als einer der Väter des ersten Corona-Impfstoffs. Er selbst und seine Mitarbeiter sind noch nicht geimpft, was Spekulationen ausgelöst hat. Grund für das Zögern sind jedoch bürokratische Vorgaben.

Ugur Sahin und seine Ehefrau Özlem Türeci haben den ersten Impfstoff gegen Corona entwickelt, der am 11. Dezember in den USA erstmals zugelassen wurde. US-Präsident Donald Trump sprach damals von einem „medizinischen Wunder“. Die Zulassung für die EU erfolgte knapp zwei Wochen später.

Dass Entwickler Sahin in mehreren Interviews erklärt hatte, sich selbst und seinem Team das Präparat noch nicht verabreichen zu wollen, hat in sozialen Medien unterdessen für Aufregung gesorgt.

Sahin sorgt sich um Ausfall von Mitarbeitern

Wie die „Hürriyet“ berichtet, sind es mittlerweile 40 Länder weltweit, in denen der Impfstoff von Pfizer und BioNTech verabreicht werden darf. In den USA ist mit dem Präparat von Moderna mittlerweile bereits ein zweiter Impfstoff zur Verwendung freigegeben, es wird in den kommenden Wochen mit weiteren positiven Bescheiden gerechnet.

BioNTech-Chef Sahin erklärte am 8. Dezember in einem Interview mit „RTL-ntv“, er wolle sich „noch nicht“ impfen lassen. Im Gespräch mit dem SWR anlässlich der Zulassung des Impfstoffs für die EU spricht sein Interviewpartner ebenfalls an, dass Sahin sich als Entwickler selbst noch nicht mit seinem Präparat hat behandeln lassen.

Dass er in diesem Kontext davon sprach, dass „keine Mitarbeiter ausfallen“ dürften, wurde in sozialen Medien vielfach in einer Weise aus dem Zusammenhang gerissen, dass der Eindruck vermittelt wurde, Sahin würde seinem eigenen Impfstoff nicht trauen und mögliche Schäden befürchten.

BioNTech will mehr als 1,3 Milliarden Impfstoffdosen herstellen

Sowohl im Gespräch mit RTL/ntv als auch später mit dem SWR ließ Sahin seine grundsätzliche Bereitschaft zur Impfung erkennen. „Sobald sie [die Zulassung] da ist, würde ich das natürlich gerne machen“, sagte der Forscher zu der Sendergruppe.

Im SWR, wo er angesichts des bevorstehenden Impfstarts auch in Deutschland noch einmal nach der Vorbildwirkung einer eigenen Impfung befragt wurde, äußerte er: „Ich möchte mich natürlich liebend gerne impfen lassen. Wir müssen einfach sehen, dass wir die rechtlichen Grundlagen dabei befolgen. Es ist für uns als Unternehmen wichtig, unsere Mitarbeiter zu schützen. Wir werden in den nächsten zwölf Monaten über 1,3 Milliarden Impfstoffdosen herstellen müssen. Es ist wichtig, dass da keine Mitarbeiter ausfallen und dementsprechend denken wir darüber nach, dass wir die Möglichkeit finden, die rechtlich uns erlaubt, unsere Mitarbeiter zu schützen. Aber das ist momentan noch in der Abklärung.“

Gesetzliche Vorgaben zu beachten

Auch gegenüber RTL/ntv hatte er erklärt, man halte sich „an die Vorgaben, für welche Personengruppen der Impfstoff zuerst vorgesehen ist“. Falls es eine Möglichkeit gäbe, Mitarbeiter zu impfen, weil sie eine systemrelevante Arbeit leisten, dann würden man das „natürlich sehr schnell und sehr gerne machen“.

Dass Sahin und sein Team selbst noch nicht mit dem eigenen Präparat geimpft sind, liegt demnach vor allem daran, dass ihre diesbezügliche Entscheidungsfreiheit durch gesetzliche Vorgaben eingeschränkt ist. Der Entwickler eines medizinischen Präparats ist auch im Moment der Zulassung nicht berechtigt, frei über seine Innovation zu verfügen und sie sich selbst und seinem Umfeld zu verabreichen.

Bundesgesundheitsministerium wird Corona-Impfverordnung herausgeben

Der eigentliche Herr über die Beschaffung und Verabreichung des Impfstoffs ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Wie die Kassenärztliche Vereinigung erklärt, wird eine eigene „Coronavirus-Impfverordnung“ Einzelheiten „zum Anspruch auf eine Impfung, zur Reihenfolge und Organisation, zur Impfsurveillance, Terminvergabe sowie zur Vergütung und Finanzierung“ regeln. Diese werde in Kürze im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Anspruch auf eine Impfung werden generell alle Personen mit Wohnsitz oder längerfristigem bzw. regelmäßigem Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben. Allerdings werde zu Beginn, wie es aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) heißt, „nicht genug Impfstoff zur Verfügung stehe, um allen Anspruchsberechtigten gleichzeitig ein Impfangebot zu machen“.

Auch BioNTech-Chef Sahin muss warten, bis Spahn das Angebot ausgedehnt hat

Aus diesem Grund müsse im Wege der Verordnung priorisiert werden. Wie Spahn betonte, würden zuerst Bewohnern und Mitarbeitern in Alten- und Pflegeheimen sowie über 80-Jährigen das Recht zustehen, eine Impfung in Anspruch zu nehmen. Bis diese Nachfrage bedient sei, werde es mindestens ein bis zwei Monate dauern.

Erst danach könne man „das Angebot Zug um Zug zu verbreitern“. Ugur Sahin und sein Entwicklerteam könnten wie auch alle übrigen Bürger des Landes, die nicht in die priorisierte Zielgruppe fallen, erst von diesem Augenblick an Impfschutz in Anspruch nehmen – es sei denn, das BMG entschließt sich im letzten Moment doch noch dazu, Forscher und Entwickler ebenfalls in die primäre Zielgruppe mit aufzunehmen.

Die Teilnahme an der Impfung ist freiwillig. Bis Ende Januar sollen dem BMG zufolge deutschlandweit 3 bis 4 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Der Bund wird die Impfstoffe besorgen und anteilig nach Bevölkerungsanteil zur weiteren Verteilung an die Länder weitergeben.

Dort werden die Impfdosen an die Impfzentren in den Kommunen weiterverteilt. Für das gesamte erste Quartal wird der Kassenärztlichen Vereinigung zufolge mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet.

(Mit Material der dpa)

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