Bundesregierung fördert Gender-Wahn in Wort und Schrift – Fortschritt oder Verdummung?

Von 4. Juli 2019 Aktualisiert: 5. Juli 2019 7:35
Akademiker wappnen sich für den Erhalt der deutschen Sprache, während Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) auf einer neuen Website für die Umsetzung der Gendersprache wirbt.

Radfahrer oder Radfahrende? Reporter oder Berichterstattende oder doch lieber Journalist*innen? Gender ist in, zumindest bei der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend fördert das neueste Projekt des Journalistinnenbundes: die „genderleicht.de“-Website. Mit Tipps und Tools wird Journalist*innen Nachhilfe zum „diskriminierungsfreien Schreiben und Sprechen“ gegeben.

Wir alle kennen die Diskussionen um genderrechte Sprache, um geschlechtsneutrale Formulierungen und die Frage, wie man diskriminierungsfrei und so formulieren kann, dass alle sich berücksichtigt fühlen“, so lautet die Begrüßung von Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD).

Giffey freut sich darüber, dass es auf genderleicht.de Tipps gibt, wie „man es gut machen kann, die Sprache in ihrer Schönheit bewahrt werden kann und trotzdem so formuliert wird, dass alle sich wiederfinden.“

Da das Wort „Gendern“ schon einmal im Duden steht, müsse es auch im Sprachgebrauch Beachtung finden, so heißt es auf der empfohlenen Website. „Aber Gendern hat nichts mit Sprachpolizei zu tun“, beteuern die kreativen Köpfe von genderleicht.de. Es bedeute, sich geschlechtergerecht auszudrücken. Denn „alle sind gleich wichtig, alle sind gleich viel wert.“

Gendersternchen und Binnen-I

Vorhang auf für das Gendersternchen: Als Platzhalter steht es für die unzählige Vielfalt der Geschlechter. Das „Binnen-I“ hinter dem Gendersternchen spielt ebenfalls eine große Rolle. Es trägt dazu bei, die Frauen und Männer in einem Wort zu erfassen. Schließlich heißt es bereits im Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Oktober 2017:

Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG schützt nicht nur Männer und Frauen, sondern auch Menschen, die sich diesen beiden Kategorien in ihrer geschlechtlichen Identität nicht zuordnen, vor Diskriminierungen wegen ihres Geschlechts.“

Zurück auf diesen Beschluss geht übrigens auch die Möglichkeit, dass man seit 1. Januar 2019 seinen Personenstand als „divers“ eintragen lassen kann. Und das nehmen inzwischen auch Arbeitgeber sehr ernst. Sie suchen inzwischen Mitarbeiter männlich, weiblich, divers (m/w/d). Allerdings kommt es dabei manchmal zu Irritierungen wie dieses Beispiel zeigt:

Mut zur Lücke

Will man gendergetreu formulieren, kommt man nicht drum herum, auch gendergerecht zu sprechen. Dann müsste auch das Gendersternchen, auch Gender-Gap, wörtlich: „Geschlechter-Lücke“ genannt, richtig gesprochen werden – nämlich mit einer Pause. Hieß es früher noch unter Beachtung der Silbentrennung nach den deutschen Rechtschreibregeln

Po-li-ti-ke-rin-nen

sagt man gendergerecht

Po-li-ti-ker—in-nen.

Sprache verändert sich fortlaufend mit den Menschen, die sie gebrauchen. Gut möglich, dass sich der gesprochene Gender-Gap oder Genderstern im Alltag durchsetzt, so wie wir uns an eine Vielzahl von Anglizismen im Deutschen gewöhnt haben“, lautet die Hoffnung des Journalistinnenbundes unterhalb der Sprachübung auf der Website.

Gendern bei den Öffentlich-Rechtlichen

„Beim NDR wird schon seit zwei Jahren gegendert“, so Nicole Schmutte, die seit 2012 die Abteilung Gleichstellung und Diversity des NDR leitet. Dort gibt es statt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen „Mitarbeitende“ oder auch „Studierende“. Wenn Schmutte nach dem Genderformulierungen gefragt wird, weist sie darauf hin:

dass es uns um Chancengleichheit geht, auch in der Sprache, und dass wir einen Auftrag haben, alle Menschen, die uns hören gleichermaßen anzusprechen. Darauf kommt dann kein Brief zurück und ich hoffe, dass meine Antwort Bewusstsein schafft.“

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Die Gender-Expertin hat eine Broschüre für geschlechtergerechten Sprachgebrauch erstellt mit dem Titel: „Sprache schafft Bewusstsein und Bewusstsein schafft Sprache“. Bewusstsein mit Sprache schärfen, so lautet die Devise. Schmutte sagt:

Ich hoffe, dass dieser Sprachwandel, der sicher eine lange Zeit brauchen wird, einen Kulturwandel bewirkt.“

Schluss mit dem Gender-Unfug

Ganz anders ist die Sichtweise des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache e.V., indem unter anderem etliche Publizisten und Akademiker mitwirken. Der Verein setzt sich dafür ein,

dass Deutsch nicht zu einem Feierabenddialekt verkommt, sondern als Sprache von Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten bleibt.“

In einer Umfrage vom 10. April gab es bei Facebook eine Umfrage von exakt/FAKT. Darin wurde die Frage gestellt:

Sollte man alle Geschlechter in der Sprache sichtbar machen? „Nein. Ich wünsche mir eine Sprache ohne diesen ganzen Gender-Firlefanz“, sagte Sabine Mertens vom Verein Deutsche Sprache e.V. Was denken Sie?“

86 Prozent der Befragten sprachen sich damals gegen die Gendersprache aus.

Bereits im März startete der Verein seinen„Aufruf zum Widerstand“. Darin heißt es:

Die sogenannte gendergerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum, erzeugt zweitens eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde und ist drittens konsequent gar nicht durchzuhalten. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.“

Radfahrende und Fahrzeugführende sind schon Bestandteil der Straßenverkehrsordnung. Die Studierenden gehen zur Universität und die Arbeitnehmenden in den Betrieb. Allerdings hat der Große Duden inzwischen auch Luftpiratinnen und Idiotinnen in sein Verzeichnis aufgenommen. Doch wie sieht es mit Bürgerinnenmeister oder Christinnentum aus?

Und dann tragen solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen. Auch im Grundgengesetz gibt es dafür kein Indiz: In 13 Artikeln spricht es 20mal vom Bundeskanzler, zusätzlich auch vom „Gewählten“ und vom „Vorgeschlagenen“. Den mehrfachen Aufstieg von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin hat dies nicht behindert, und eine mögliche neue Bundeskanzlerin fühlt sich inmitten dieses Missstands offensichtlich ziemlich wohl“, so die Protestschrift.

Auf der Seite der „AG Gendersprache“ weist der Verein darauf hin, dass am 23. Juni 1999 per Kabinettsbeschluss „das Leitprinzip der Geschlechtergerechtigkeit als durchgängiges Prinzip anerkannt und bestimmt (wurde), dass zur Umsetzung dieser Aufgabe die Gender Mainstreaming-Strategie einzuführen ist“.

Im Gesetz heißt es beispielsweise: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Derartige schlichte und klare Sprache verdiene es, gepflegt und gefördert zu werden, so der Verein. Er fordert, dass die Sprache nicht zum Spielball politischer Interessen werden dürfe.

Der Verein betont:

Gender-Mainstreaming ist der falsche Weg zu mehr Gerechtigkeit. Auf Grund der Vielzahl negativer Effekte muss es sofort beendet werden.“

Die Forderungen des Vereins lauten im Einzelnen:

  • Gerechtigkeit bedeutet nicht Ergebnisgleichheit. Sie bedeutet Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln, bei strikter Rechtsgleichheit vor dem Gesetz
  • Geschlechtsunterschiede sind biologisch bzw. evolutionär begründet und müssen anerkannt, nicht ausgemerzt werden
  • Menschenrechte und Grundrechte sollen Maßstab zur Abwägung von Partikularinteressen sein
  • Die Regierung soll (nach dem Vorbild Frankreichs und Norwegens) das Gender-Mainstreaming-Programm beenden
  • Die verbreitete Praxis, Studenten und Schüler unter Androhung von schlechterer Benotung zum Gendern zu zwingen, muss sofort aufhören
  • Verwaltungen, Universitäten und Schulen sollen Gendersprachregelungen zurücknehmen und Lehrpläne sowie alle öffentlich finanzierten Leitfäden in korrektem Deutsch verfassen
  • Die Verleumdung von Gender-Gegnern als rechtsradikal, antifeministisch, homophob, rassistisch, antisozial, antidemokratisch, fremdenfeindlich und ewig gestrig muss aufhören
  • Der Bund soll mit den wertvollen Ressourcen, die dem Gender-Mainstreaming zufließen, die Zivilgesellschaft stärken und in gemeinschaftsstiftende Projekte investieren.

Dass der Verein den Nerv der Zeit mit seiner Forderung trifft, zeigt auch das Beispiel der 10-jährigen Kaysey. Sie ist ein Mobbing-Opfer der Genderpolitik, die auch vor ihrer Schule nicht halt macht. Sie berichtet, dass alle Kinder in dem Gewusel von bi- und transexuell verwirrt seien. Als ihr Schulfreund um Befreiung vom LGTB-Unterricht bietet, kommt es zum Eklat.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.