US-Präsident Donald Trump spricht zu Medienvertreter vor dem Weißen Haus.Foto: Mark Wilson/Getty Images

Donald Trump: Es stehen andere Mittel gegen den Iran zur Verfügung als nur Krieg

Von 19. September 2019 Aktualisiert: 19. September 2019 21:36
US-Präsident Donald Trump bleibt seiner Linie treu, kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden.

US-Präsident Donald Trump sagte, es gebe andere Möglichkeiten den Iran zu bestrafen, als Krieg. Die Vereinigten Staaten machen das Mullah-Regime für die jüngsten Angriffe auf saudi-arabische Ölanlagen verantwortlich.

„Es gibt viele Möglichkeiten. Es gibt die ultimative Option und es gibt Optionen, die viel kleiner sind als das. Und wir werden sehen“, sagte Trump Reportern in Los Angeles am 18. September. „Ich sage, die ultimative Option bedeutet, in den Krieg zu ziehen.“

Trump ordnete am 18. September weitere Sanktionen – zu den bereits beispiellosen Sanktionen gegen den Iran – an, nachdem Drohnen und Marschflugkörper am 14. September ein Ölfeld und zwei große Ölverarbeitungsanlagen in Saudi-Arabien getroffen hatten.

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben die Verantwortung für die Anschläge übernommen. Der Iran verneinte seine Beteiligung. Unterdessen präsentierte Saudi-Arabien jedoch Drohnen- und Raketenschrott als „unbestreitbaren“ Beweis für die iranische Beteiligung. Ein Sprecher des saudischen Verteidigungsministeriums sagte während einer Pressekonferenz am 18. September, dass insgesamt 25 Drohnen und Raketen bei den Angriffen vom Iran und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien.

Die von den Saudis präsentierten Trümmer waren Überreste iranischer Drohnen, die von Chinas Kopie der IAI-Harpy stammen. „China kaufte 1994 eine Reihe der israelischen Drohnen, baute sie um und bot sie 2017 Abnehmern im Nahen Osten an“, so Rick Fisher, hochrangiger Mitarbeiter für asiatische Militärangelegenheiten im International Assessment and Strategy Center, einem Think Tank mit Sitz in Virginia.

Die ursprüngliche Harpy war im Grunde genommen ein sehr preiswerter Marschflugkörper“, sagte Fisher der Epoche Times.

Trump erhielt einige Kritik für seine Reaktion auf die Anschläge, die zunächst die saudische Ölproduktion halbierten und mehr als 5 Prozent der täglichen Ölversorgung der Welt unterbrachen.

Der Iran wird sein Fehlverhalten nicht beenden, bis die Folgen konkreter werden“, sagte der republikanische Senator Lindsey Graham am 14. September.

Eine maßvolle Reaktion hat aber auch Vorteile: Die Saudis positionieren sich, ohne offene Vergeltungsmaßnahmen zu treffen, als Opfer des Terrorismus. Das macht es für europäische Politiker schwieriger, das Atomabkommen mit dem Iran weiterhin zu unterstützen und isoliert das iranische Regime zusätzlich.

Gleichzeitig könnten Russland und China dadurch unter Druck gesetzt werden, zu erklären, warum sie den Iran angesichts der Angriffe weiterhin unterstützen. Außerdem würde ein offener Krieg gegen den Iran Trumps politisches Ziel, den Interventionismus im Nahen Osten zu beenden, unterminieren.

Trumps Optionen

Fisher sagte, dass umfassende Militärschläge gegen den Iran robust genug sein müssten, um „die militärischen Fähigkeiten des Iran stark zu mindern“, auch wenn er anerkannte, dass der Iran „gut darin geübt“ sei, Raketen unter der Erde zu verstecken.

Abhängig davon, wie gut unsere Informationen sind, sind wir vielleicht nicht in der Lage, einen größeren iranischen Zweitschlag zu verhindern“, sagte er.

Trump hat mehrere Optionen, um Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran in einer angemesseneren Weise durchzuführen.

„Die Vereinigten Staaten könnten zum Beispiel eine Seeblockade durchsetzen, um die Ölexporte des Iran zu stoppen“, sagte Peter Huessy, Direktor für Strategic Deterrent Studies am Mitchell Institute for Aerospace Studies.

Die Vereinigten Staaten könnten auch das Bargeld und die Vermögenswerte der Mullahs im Ausland finden und diese iranischen individuellen und nationalen Vermögenswerte als Strafzahlung für früheren iranischen Terrorismusschaden beschlagnahmen“, so Huessy.

Darüber hinaus verfügen die Vereinigten Staaten über ein breites Spektrum an verdeckten Kampfmitteln, einschließlich Cyberkriegsführung und Spezialoperationen.

Trump gründete im vergangenen Jahr das U.S. Cyber Command, um unter anderem „sehr, sehr schwere und mächtige offensive Bedrohungen zu erzeugen, sollten wir sie brauchen“, sagte der Präsident kürzlich im Weißen Haus.

Nachdem eine US-Drohne am 20. Juni vom Iran abgeschossen wurde, sagte Trump, dass er einen Vergeltungsschlag im letzten Moment abgebrochen, aber Cyberangriffe auf iranische Ziele angeordnet hätte.

„Cyberangriffe können genutzt werden, um die Raffineriekapazität des Iran, andere Bereiche seiner Wirtschaft oder sogar sein Stromnetz stillzulegen“, sagte Huessy.

Spezielle Einsatzkräfte werden in Sabotage und psychologischen Operationen geschult.

Es ist wahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten bereits einige Elemente der oben genannten Maßnahmen gegen den Iran einsetzen. Es ist auch möglich, dass diese Manöver weiter intensiviert werden.

Trump scheint es nicht eilig zu haben, den Iran in einen offenen militärischen Konflikt zu stürzen, sondern zieht es vor, die Sanktionsschlinge weiter zuzuziehen und das Regime mit weniger offenen Mitteln weiter unter Druck zu setzen.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Trump Says More Can Be Done Against Iran Besides War

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion