COVID-Impfungen, Schulschließungen und Maskenzwang: Wie gefährdet sind unsere Kinder?

Von 4. Mai 2021 Aktualisiert: 5. Mai 2021 10:31
Studien zeigen, dass COVID-19 nicht wirklich eine Gefahr für Kinder und Jugendliche darstellt. Prof. Dr. Christian Kreiß fragt sich deshalb, warum die Regierung dieser Nichtrisikogruppe solch strenge Maßnahmen auferlegt?

Am 18. April erschien die vermutlich umfassendste wissenschaftliche Studie zu Todesfällen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland seit dem 17. März 2020. Verfasser sind die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH).

Darin heißt es: „Die nun seit Beginn der Pandemie gemachte Beobachtung, dass von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden mussten und 4 an ihrer Infektion verstarben (< 0.00002%), sollte Anlass sein, Eltern übergroße Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern zu nehmen. In der Saison 2018/19 wurde nach Angaben des RKI insgesamt 7641 Kinder unter 14 Jahren mit Influenza als hospitalisiert gemeldet, 9 Kinder verstarben. Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur lag im Jahr 2019 die Zahl der durch einen Verkehrsunfall getöteten Kinder bei 55, nach Angaben der DLRG die Zahl der ertrunkenen Kinder bei 25.“

Fassen wir zusammen: An COVID starben in den letzten 13 Monaten insgesamt vier Kinder und Jugendliche, an der letzten Grippewelle neun, bei Verkehrsunfällen 55 und ertrunken sind 25. Eltern sollte die übergroße Sorge vor COVID genommen werden, da das Virus für Kinder und Jugendliche im Vergleich zu den anderen oben genannten Punkten weniger gefährlich ist. Die letzte Grippewelle war also mehr als doppelt so gefährlich für Kinder wie COVID. Trotzdem hat man seinerzeit nicht sämtliche deutschen Schulen geschlossen.

Die Studie fährt fort: „Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen Verlaufes von SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen ist nicht geeignet, als Argument für Schul- und Kita-Schließungen benutzt zu werden. Nur die verbleibende Behauptung, dass zwischen den Infektionen bei Kindern und Jugendlichen und der Überlastung der Intensivstationen und den schweren und tödlichen Verläufen der älteren Erwachsenen ein Zusammenhang bestehe, könnte Kita- und Schulschließungen rechtfertigen. Daten, die diese These bestätigen, fehlen allerdings.“

Kurz: Es gibt laut DGPI und DGKH keinen objektiv wissenschaftlich-medizinischen Grund für Kita- und Schulschließungen. Das ist das Ergebnis der vermutlich umfassendsten wissenschaftlichen Studie zu den Auswirkungen von COVID auf Kinder und Jugendliche.

Drei Tage nach Erscheinen der Erstversion der Studie, am 21. April, sagte die Regierung Markus Söders zu den fortbestehenden Schulschließungen in Bayern: „Das sind wir der Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler schuldig.“ Diese Aussage ist angesichts der Studienergebnisse von DGPI und DGKH nicht haltbar. Ohne eine solche wissenschaftlich nicht belegbare Darstellung durch die Regierung Söder gäbe es demnach keinen nachvollziehbaren Grund für Schulschließungen oder Maskenpflicht an Schulen.

Derzeit werden immer mehr Jugendliche ab 16 geimpft. Das Impfalter soll bis Herbst auf 12, bis Frühjahr 2022 auf sechs Jahre herabgesetzt werden. Da stellt sich die Frage: Gegen welche Gefahr werden die Kinder und Jugendlichen eigentlich geimpft? Wenn Grippe mehr als doppelt so gefährlich ist wie COVID, Autounfälle 14 Mal so gefährlich und Ertrinken sechs Mal so gefährlich für Kinder und Jugendliche ist wie COVID, müsste man da nicht statt einer COVID-Impfung zuerst eine Impfung gegen Influenza einführen, müsste man nicht allen Kindern und Jugendlichen verbieten, die Straßen zu benutzen und jegliches Baden deutschlandweit verbieten?

Angesichts der aktuellen Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) sind COVID-Impfungen für Kinder und Jugendliche offenbar nicht nur sinnlos, sondern setzen unsere Kinder einem kaum untersuchten Impfrisiko aus. Auch Schulschließungen und Maskenzwang an Schulen erscheinen demnach medizinisch nutzlos, schaden jedoch unseren Kindern.

Über den Autor: Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Autor von sieben Büchern: Gekaufte Wissenschaft (2020); Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019); BWL Blenden Wuchern Lamentieren (2019, zusammen mit Heinz Siebenbrock); Werbung nein danke (2016); Gekaufte Forschung (2015); Geplanter Verschleiß (2014); Profitwahn (2013). Drei Einladungen in den Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte (Grüne, Linke, SPD), Gewerkschaftsmitglied bei ver.di. Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und Zeitschriften-Interviews, öffentliche Vorträge und Veröffentlichungen. Homepage www.menschengerechtewirtschaft.de

[1] https://dgpi.de/stellungnahme-dgpi-dgkh-hospitalisierung-und-sterblichkeit-von-covid-19-bei-kindern-in-deutschland-18-04-2021/.

[1] https://dgpi.de/stellungnahme-dgpi-dgkh-hospitalisierung-und-sterblichkeit-von-covid-19-bei-kindern-in-deutschland-18-04-2021/.

[1] https://www.merkur.de/bayern/corona-bayern-notbremse-regceln-schulen-inzidenz-soeder-bund-laender-verschaerfung-zr-90468994.html

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