Vor dem Verteidigungsmuseum in Tehran, Iran. (Symbolfoto)Foto: ATTA KENARE/AFP/Getty Images

Aus der Welt der Geheimdienste: „Iran näher an der Atombombe als gedacht“

Von 26. Oktober 2018 Aktualisiert: 26. Oktober 2018 15:48
Am Dienstag präsentierte die in Washington, D.C. ansässige Militärforschungseinrichtung „Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit“ einen brisanten Bericht zum Stand des iranischen Atomprogramms.

Die „Jerusalem Post“ berichtete über die Vorstellung des Berichts. Die Einrichtung konnte die neuen Unterlagen auswerten, die der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad im Januar aus einem Lagerhauskomplex in Teheran erlangen konnte. Zudem hatte das Institut Satellitenaufnahmen zur Verfügung, die „den Schluss nahelegen, dass die Lagerstätte in Parchin zur Aufbewahrung von Sprengkammern genutzt wurde, die in der Forschung und Entwicklung von Nuklearwaffen werden können“.

Der Schwerpunkt des Berichts liegt auf der Vorgeschichte und den iranischen Bemühungen bis zum Jahr 2003. In den Jahren nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und in Anbetracht der US-geführten Militärinterventionen in Afghanistan und im Irak hatte Teheran seine atomaren Ambitionen über mehrere Jahre hinweg vorübergehend zurückgeschraubt.

Iran soll der IAEA relevante Informationen vorenthalten haben

Die weitere Analyse galt jedoch den Unterlagen, die der Mossad aus der Anlage in Teheran entwenden konnte und die zeigen sollen, dass die Tests, die der Iran durchgeführt hatte, darauf hinweisen, dass das Land schneller in der Lage sein könnte, Nuklearwaffen zu entwickeln, als zuvor gedacht. Der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat der israelische Geheimdienst die erlangten Dokumente noch nicht zugänglich gemacht.

Derzeitige Debatten kreisen um die Frage, ob die „Islamische Republik“ nur noch 12 oder nicht eher schon lediglich sechs Monate von der Fähigkeit entfernt sei, eine Atombombe zu bauen. Der Iran habe bereits eine Reihe von Hindernissen überwunden, von denen Experten bislang gedacht hatten, sie stünden Teheran noch im Weg, heißt es im Bericht. Dies würde auch die verbleibende Zeit zur Fertigstellung erheblich verkürzen.

Das Bildmaterial, das der Mossad erlangt hat, deutet dem Bericht zufolge auch darauf hin, dass der Iran der IAEA nicht alle Informationen über den tatsächlichen Stand der Forschung und die umfangreichen Anlagen, die zur Entwicklung der Nuklearwaffen verwendet werden können, zugänglich gemacht hat. Die Atomenergiebehörde hatte Teheran bis dato stets bestätigt, sich an ihre Verpflichtungen aus dem Atomabkommen JCPOA aus dem Jahr 2015 gehalten zu haben. Die Autoren des „Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit“ fordern nun die Behörde dazu auf, den Iran mit den neuen Hinweisen zu konfrontieren.

„Explosionen und Radioaktivität am Standort Parchin“

In dem Bericht, den der „Jerusalem Post“ zufolge der Direktor des Think-Tanks, David Albright, der ehemalige stellvertretende IAEO-Generaldirektor Olli Heinonen und anderen hochrangige Experten verfasst hatten, ist von weiteren Beweisen die Rede, welche „ausdrücklich Explosionen und Radioaktivität am Standort Parchin“ erwähnen. Diese Informationen zeigten auf noch bedeutendere Weise die dortigen nuklearwaffenrelevanten Aktivitäten des Iran“.

Das Nukleararchiv, das der Mossad erlangen konnte, zeige, dass der Iran in Parchin deutlich mehr an hochexplosiven Tests durchgeführt habe als bislang gemutmaßt. Insbesondere seien die Tests deutlich über die „Machbarkeits- und Wissenschaftsstudien“ hinausgegangen, von denen die IAEA noch in einem Bericht vom Dezember 2015 gesprochen hatte.

Die Informationen in dem Bericht unterstreichen, so die Jerusalem Post, zudem auch noch einmal deutlich, dass in Parchin auch gelenkte Dual-Use-Geräte Verwendung fanden. Die Rede ist etwa von einem „Röntgenblitzsystem mit Marx-Generator“ sowie einer Vielzahl von Geräten zur Neutronen-Messung. Diese seien mit einer Elektronik ausgestattet gewesen, die „der Überwachung von explosiv erzeugten Hochgeschwindigkeitstests einer Neutronenquelle dienen, wie sie für gewöhnlich bei Nuklearwaffen verwendet wird“.

EU will trotz Enthüllungen an Abkommen festhalten

Die US-Regierung unter Donald Trump hat im Mai den Rückzug aus dem JCPOA-Abkommen mit der Begründung erklärt, dieses sei nicht in der Lage, den Iran vom Bau einer Atomwaffe abzuhalten. Stattdessen bewirke der damit verbundene Wegfall von Wirtschaftssanktionen, dass dem Regime in Teheran zusätzlich Mittel zur Verfügung stehen, um seine Politik der Einflussnahme in den Nachbarländern und der Unterstützung von Terrororganisationen auszubauen.

Trump setzte deshalb zuvor aufgehobene Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft und verhängte zusätzliche. Die Europäische Union möchte hingegen am Atomabkommen festhalten und arbeitet an der Entwicklung von Mechanismen, die US-Sanktionen zu umgehen.


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