Linksgerichtete dominieren Faktenprüferprogramm bei Facebook

Von 25. September 2020 Aktualisiert: 25. September 2020 14:41
Facebook gibt an, die Faktenprüfer des Internetunternehmens seien neutral und unabhängig. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich ein anderes Bild.

Das Internetunternehmen Facebook stellt sein Faktenprüferprogramm als neutral und unabhängig dar. Das Personal, die Finanzierungsströme und das Auswahlverfahren der Faktenprüfer – die in verschiedenen Organisationen tätig sind – deuten jedoch auf etwas anderes hin.

Kurz nachdem Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen 2016 gewonnen hatte, startete Facebook die Funktion zur Faktenüberprüfung. Seitdem hat sich Facebook mit mehr als 50 Organisationen auf der ganzen Welt zusammengetan, um Fakten zu prüfen. Eine Handvoll dieser Organisationen konzentriert sich auf amerikanische Inhalte.

Das Media Research Center (MRC), ein rechtsgerichteter Medienbeobachter, identifizierte neun Fakenprüfer von Facebook, die für amerikanische Inhalte zuständig und auch relevant sind. Das sind die Fakenprüfer von „Reuters“, „USA Today“, „Lead Stories“, „Check Your Fact“, „Factcheck.org“, „Politifact“, „Science Feedback“, „The Associated Press“ und „AFP“. Nur eine der Organisationen hat einen rechtsgerichteten Hintergrund – und zwar „Check Your Fact“ von der Nachrichtenplattform „Daily Caller“.

Facebook reagierte nicht auf eine Anfrage nach weiteren Informationen, wie beispielsweise einer vollständigen Liste der Fakenprüfer und wie viel Facebook diese für den Dienst bezahlt. Einige Faktenprüfer haben angegeben, dass sie von Facebook direkt bezahlt werden.

Postings, die von den Partnern von Facebook als falsch gekennzeichnet werden, werden nicht nur mit einem Warnhinweis und einem Link zur Faktenüberprüfung versehen, sondern auch gedrosselt. Das bedeutet: Facebook reduziert „die Anzahl von Personen, die den Eintrag sehen können erheblich“, heißt es auf der Webseite des Unternehmens.

Die Faktenüberprüfungen sind umstritten. Im Jahr 2019 drosselte Facebook beispielsweise die Seite der Anti-Abtreibungsgruppe „Live Action“, nachdem Inhalte von zwei ihrer Videos von einem der Faktenprüfer als „falsch“ betitelt wurden. Wie sich später herausstellte, stützte sich der Faktenprüfer auf Kommentare von zwei Abtreibungsbefürwortern.

Nach dem Vorfall veröffentlichte die „American Association of Pro-Life Obstetricians and Gynecologists“ einen Brief, in dem es heißt: Die Aussage in den Videos von „Live Action“, dass „Abtreibung medizinisch niemals notwendig ist“, sei gerechtfertigt.

Unterdessen positionierte sich Facebook als enormer Einflussnehmer im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2020. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte neue Regeln für wahlbezogene Inhalte und eine Spende in Höhe von 300 Millionen US-Dollar an lokale Wahlbüros und eine Aktion zur Unterstützung von vier Millionen Menschen bei der Registrierung und Stimmabgabe in diesem Jahr angekündigt. Einige Experten schlagen bereits Alarm wegen des Einflusses von Facebook auf den Wahlprozess.

Wer kontrolliert die Kontrollierer?

Welche Fakten überprüft werden, wird von Facebook auf Grundlage von „Hinweisen und Feedbacks von Personen auf Facebook“ bestimmt. Die Fakenprüfer können aber auch selbst entscheiden, was sie prüfen wollen.

Die Fakenprüfer von Facebook müssen vom „International Fact-Checking Network“ (IFCN) zertifiziert sein. Facebook beschreibt die Organisation als „unparteiisch“. Details werden dabei nicht genannt.

Das IFCN wurde von „Poynter“, einer gemeinnützigen Journalistenorganisation, gegründet und 2019 fast vollständig vom eBay-Gründer Pierre Omidyar – einem Großspender der US-Demokraten – sowie von Google und dem progressiven Milliardär George Soros finanziert. Facebook ist ebenfalls als ein ehemaliger Spender aufgeführt.

Wer zertifiziert wird und wer nicht, entscheidet der siebenköpfige Beirat des IFCN. Dieser setzt sich aus Vertretern von Organisationen zusammen, die Fakten prüfen – einem aus Afrika, einem aus Bosnien und Herzegowina, einem aus Spanien, einem aus Indien, einem aus Lateinamerika und zwei aus den USA.

Die beiden Amerikaner scheinen die einzigen zu sein, die Erfahrung mit der Berichterstattung über politische Nachrichten aus den USA haben. Einer von ihnen ist Glenn Kessler, ehemaliger außenpolitischer Reporter und derzeitiger Leiter der Faktenüberprüfung bei der „Washington Post“. Kessler und sein Team haben vor Kurzem ein Buch mit dem Titel „Donald Trump and His Assault on Truth“ (Donald Trump und sein Angriff auf die Wahrheit) veröffentlicht.

Die andere Amerikanerin ist Angie Drobnic Holan. Sie ist Chefredakteurin bei „PolitiFact“ – das Unternehmen befindet sich im Besitz von „Poynter“.

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IFCN-Direktor Baybars Orsek versicherte The Epoch Times, dass sich Vorstandsmitglieder nicht an Abstimmungen und Beratungen über Zertifizierungen für Organisationen, in denen sie selber wichtige Positionen innehaben, beteiligen.

Das würde bedeuten, dass Kessler sich aus dem Zertifizierungsprozess bei der „Washington Post“ und Holan bei „PolitiFact“ zurückziehen würden. Es steht ihnen jedoch frei, sich gegenseitig zu bestätigen.

Seit September 2018 hat „PolitiFact“ mehr als 1.400 Faktenprüfungen für Facebook durchgeführt. Bei 84 Prozent der geprüften Einträge wurde das Urteil „falsch“ verhängt. Größter finanzieller Sponsor von „PolitiFact“ ist der „Omidyar Democracy Fund“. Zahlungen von Facebook machten 2019 mehr als fünf Prozent der Einnahmen von „PolitiFact“ aus, wie das Unternehmen auf seiner Website ohne Angabe der Summe angibt.

Holan sagte, das IFCN habe „ein langwieriges Antragsverfahren, bei dem Organisationen, die Fakten prüfen, spezifische Beweise dafür vorlegen müssen, dass sie objektive Kriterien erfüllen“, und dass die Anträge auf ihrer Webseite einsehbar seien. „PolitiFact hat diesen Prozess wiederholt bestanden“, sagte Holan The Epoch Times per E-Mail.

Zudem charakterisierte sie die anderen Vorstandsmitglieder als „sehr sachkundig über die US-Politik und die Praktiken der Faktenprüfung“.

Gleichgewicht schaffen – aber Trump ausschließen

Jeder IFCN-Antrag wird von einem „Gutachter“ geprüft, der dem Vorstand eine Empfehlung zur Annahme des Antrags gibt. Zu den Anforderungen gehören ein gewisses Maß an Transparenz in Bezug auf  die Finanzierung, das Personal und Eigentumsverhältnisse sowie der Nachweis, dass „der Antragsteller die Prüfung der Fakten nicht übermäßig einseitig behandelt“.

Die Durchsicht der Anträge zeigt, dass praktisch alle in den USA ansässigen Faktenprüfer von drei Personen beurteilt wurden: Michael Wagner, Margot Susca und Steve Fox.

Fox, der mit fünf Bewertungen am wenigsten produktiv ist, ist ein ehemaliger Web-Redakteur der „Washington Post“. Davor war er Sportredakteur. Jetzt lehrt er Journalismus an der Universität von Massachusetts Amherst. Er reagierte nicht sofort auf eine Bitte um einen Kommentar.

Susca, Assistenzprofessorin für Kommunikation an der American University, hat 14 Beurteilungen vorgenommen, unter anderem für „AP“, „Washington Post“ und „Lead Stories“.

„Lead Stories“ wurde 2015 von dem belgischen Technikgenie Maarten Schenk, dem „CNN“-Veteran Alan Duke und zwei Anwälten aus Florida und Colorado ins Leben gerufen. Das Unternehmen verzeichnete 2017 Betriebsausgaben von weniger als 50.000 US-Dollar – dies versiebenfachte sich aber bis 2019. Vor allem dank der mehr als 460.000 US-Dollar, die Facebook 2018 und 2019 für Dienstleistungen zur Faktenüberprüfung an das Unternehmen bezahlte. Die Firma stellte mehr als ein Dutzend Mitarbeiter ein, etwa die Hälfte davon von „CNN“-Alumni.

Im Januar machte „Lead Stories“ etwa 150 Faktenprüfungen für Facebook, fast dreimal so viel wie andere Facktenprüfer, berichtete „MRC“, das auch darauf hingewisen hat, dass die Organisation rechtsgerichtete Inhalte viermal häufiger überprüfte als linksgerichtete.

Susca fand sie jedoch in ihrer Bewertung von 2019 „vollständig konform“. Sie sagte: „Einige ihrer Arbeiten könnten als Modelle für andere Webseiten dienen, die versuchen, Faktenprüfer-Seiten zu lancieren oder die Arbeit von Facktenprüfern zu erklären.“

Susca reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Wagner führte 14 Bewertungen durch. Er ist Professor für Journalismus an der University of Wisconsin-Madison.

In der diesjährigen Beurteilung von „USA Today“ bemerkte Wagner: „Die Seite hat sich fast ausschließlich auf die Überprüfung republikanischer Behauptungen konzentriert“, und dass „das gegenwärtige Ungleichgewicht nicht den IFCN-Richtlinien entspricht“. Er stufte den Faktenprüfer in diesem Punkt immer noch als „teilweise konform“ ein und sagte, da die Republikaner das Sagen hätten, gebe es mehr Gelegenheiten, die Fakten zu überprüfen. Er fügte hinzu, der Präsident habe eine „wirklich bemerkenswerte Erfolgsbilanz, wenn er Dinge sagt, die nicht wahr sind“.

Eine ähnliche Aussage machte Wagner in seiner Bewertung der „Washington Post“ im Juli: Derzeit würden „mehr Faktenprüfungen über den Präsidenten durchführt als bei allen anderen.“

„Es besteht ein Ungleichgewicht bei der Überprüfung von Fakten über den gegenwärtigen Präsidenten im Vergleich zu seinen Gegnern und parteiischen Gegenspielern des Präsidenten, vor allem im Repräsentantenhaus. Aber dieses Ungleichgewicht ist mehr als vernünftig angesichts der erschütternden Menge an falschen Behauptungen, die der gegenwärtige Präsident aufgestellt hat“, schrieb er.

Als er nach seiner Begründung gefragt wurde, bezog er sich auf Kesslers Bilanz der „falschen und irreführenden Aussagen“ von Trump, die inzwischen mehr als 20.000 beträgt. „Wenn eine Person so oft lügt wie Präsident Trump, ist es gerechtfertigt, sich auf seine Behauptungen zu konzentrieren. Und zwar unabhängig von einem Ungleichgewicht in der Anzahl der Faktenüberprüfungen zwischen Republikanern und Demokraten, die sich daraus ergeben könnten“, sagte Wagner The Epoch Times per E-Mail.

Wieder andere Journalisten haben Kesslers Zählung als „irreführend und teilweise falsch“ kritisiert. „Tausende von Aussagen, die die ‚Washington Post‘ als unwahr oder irreführend bezeichnet, werden eher als gewohnheitsmäßige verbale Exzesse eines Mannes angesehen, der für seine übermäßige Form der Kommunikation bekannt ist“, kommentierte Mark Hemingway, leitender Autor bei „RealClearInvestigations“, in einer kürzlich erschienenen Stellungnahme. „Darüber hinaus laufen viele der Einwände der ‚Post‘ gegen Trumps Aussagen auf argumentative Spitzfindigkeiten hinaus, die nicht wirklich ‚Faktenprüfungen‘ sind.“

Wagner nannte die Kritik „albern“.

Spanisch sprechende Menschen als Zielgruppe

Am 18. September kündigte das IFCN ein Kooperationsprojekt zwischen zehn Faktenprüfern und den beiden größten spanischsprachigen amerikanischen Sendern „Univision“ und „Telemundo“ an. In dem Projekt gehe es „um die Bekämpfung von Falsch- und Desinformationen während des Präsidentschaftswahlkampfes“ und „den Rekord an 32 Millionen lateinamerikanischen Wählern in den USA vom 15. September 2020 bis zum Tag der Amtseinführung im Jahr 2021 mit genauen wahlbezogenen Informationen zu versorgen“.

Der Sponsor der Bemühungen ist WhatsApp. Die Plattform befindet sich im Besitz von Facebook.

Von den zehn Faktenprüfern werden zwei von „Poynter“ („PolitiFact“ und „MediaWise“) geleitet. Nur einer ist rechtsgerichtet – und zwar „Check Your Fact“.

IFCN-Direktor Baybars Örsek reagierte nicht sofort auf Fragen, die per E-Mail gestellt wurden.

Voreingenommenheit

Die Konservativen haben Big-Tech-Unternehmen wie Facebook, Google und Twitter beschuldigt, ihre Stimmen zu unterdrücken. Die Unternehmen haben die Vorwürfe zurückgewiesen und behaupten, ihre Systeme würden „politisch neutral“ betrieben.

2019 wurde das Problem der Voreingenommenheit seitens dieser Unternehmen von dem republikanischen US-Senator Josh Hawley angesprochen. Hawley sagte: Zuckerberg habe hinter verschlossenen Türen eingeräumt, dass Voreingenommenheit „ein Thema ist, mit dem wir seit langer Zeit kämpfen“. Facebook gab zu Hawleys Äußerungen keinen Kommentar ab.

Anfang dieses Jahres behaupteten mehrere ehemalige Moderatoren von Facebook-Inhalten, das Unternehmen habe bei der Inhaltskontrolle eine linke Ausrichtung.

Darüber hinaus wurden einige beauftragte Moderatoren mit versteckter Kamera dabei erwischt, wie sie erzählten, dass sie Beiträge aufgrund ihrer eigenen politischen Präferenzen entfernten oder nicht entfernten, unabhängig davon, welche Richtlinien Facebook vorschreibe.

Dieser Artikel erschien im Original auf The Epoch Times USA unter dem Titel: Facebook Fact-Checkers Dominated by Left-Leaning Funding, Personnel, Organizations (deutsche Bearbeitung so)

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