Der Colorado State Capitol am 24. Juni 2022 in Denver.Foto: Michael Ciaglo/Getty Images

Vandalen zertrümmern Pro-Life-Zentren in den USA: „Ihr seid nicht sicher“

Von 28. Juni 2022 Aktualisiert: 28. Juni 2022 14:35
Seitdem die ersten Entwürfe zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofs durchgesickert sind, dass das Recht auf Abtreibung gekippt wird, häufen sich die Anschläge auf sogenannte „Pro-Life“-Einrichtungen. Die Täter rufen sogar indirekt zur Gewalt auf und liefern durch interaktive Karten Informationen über Schwangerschaftszentren.

Radikale Abtreibungsbefürworter nutzen Berichten zufolge eine von zwei Professoren der University of Georgia entwickelte interaktive Karte, um ihre Anschläge auf Schwangerschaftsberatungsstellen zu planen. Während die Standorte dieser Zentren zwar öffentlich bekannt sind, nutzen die Täter Online-Tools, die diese Informationen sammeln und so organisieren, dass sie das nächste Ziel leichter finden können.

Eines dieser Instrumente ist die „Crisis Pregnancy Center Map“, ein Projekt unter der Leitung von zwei Professoren an der Abteilung für Epidemiologie und Biostatistik an der University of Georgia. Auf der interaktiven Karte sind die genauen Straßenanschriften von über 2.500 Pro-Life-Kliniken verzeichnet.

Erklärtes Ziel der Karte ist es, „Informationen über die Standorte aller in den USA tätigen Schwangerschaftsberatungsstellen bereitzustellen“. Die Website bezeichnet diese Zentren auch als „falsche Frauengesundheitszentren“, die in erster Linie darauf abzielen, „Menschen von Abtreibungen abzuhalten“.

Nach Angaben von „Fox News“ nutzen Linksextremisten die Karte, um ihre nächsten Ziele zu markieren, wobei sie versuchen, nicht ausdrücklich zur Gewalt aufzurufen.

Die „Puget Sound Anarchists“, eine der Antifa nahestehende Gruppe, die im Bundesstaat Washington operiert, fügte die Karte in einen Beitrag ein, in dem sie den Vandalismus einer Klinik für Abtreibungsgegner in diesem Bundesstaat durch eine andere radikale Gruppe lobte. 

Die Gruppe selbst hatte im Mai öffentlich die Verantwortung für die Zerstörung von vier verschiedenen Kirchen in Olympia, Washington, übernommen, weil sie angeblich Verbindungen zu Schwangerschaftsberatungsstellen haben.

Sie können Ihre nächste falsche Abtreibungsklinik auf der Karte des Crisis Pregnancy Center finden“, hieß es in dem Beitrag.

Zentren trotzen Anschläge

„Wenn Abtreibung nicht sicher ist, seid ihr es auch nicht“, droht ein Graffiti im Eingangsbereich eines Schwangerschaftszentrums im US-Bundesstaat Virginia. In den letzten Monaten wurden Berichten zufolge Zentren in mehreren Bundesstaaten vandalisiert, zertrümmert und in Brand gesetzt. Der Grund: das Oberste Gerichtshof in Washington hat das Recht auf Schwangerschaftsabbruch gekippt und solche Zentren vertreten in der Regel eine Pro-Life-Perspektive, das heißt Schwangerschaften auszutragen, anstatt abzutreiben. 

Susan Campbell, die geschäftsführende Direktorin besagten Zentrums in Virginia, sagte gegenüber „Fox News“, dass der Vandalismus „verheerend“ sei. „Wir sind dazu da, diejenigen zu trösten und zu unterstützen, die von ungeplanten Schwangerschaften betroffen sind“, betonte Campbell. 

Das Zentrum werde trotz Drohungen weiterhin kostenlose Schwangerschaftsvorsorge, Beratung und Unterstützung und „Liebe für jeden bereitstellen, der durch unsere Türen kommt, ganz gleich, welche Entscheidung sie treffen“, sagte sie.

Kein Einzelfall: Noch bevor der Gerichtshof seine Entscheidung bekannt gab, gab es mindestens 40 bekannte Fälle, in denen Abtreibungsgegner angegriffen wurden.

Ein von der gemeinnützigen Organisation „Susan B. Anthony Pro-Life America“ veröffentlichter Bericht beschreibt 49 Vorfälle von Gewalt, Vandalismus und Belästigung, die von Abtreibungsbefürwortern begangen wurden.

„Jane´s Revenge“ bekennt sich

Auf ein „CompassCare“-Schwangerschaftszentrum in Buffalo wurde am 7. Juni ein Brandanschlag verübt. Die veröffentlichten Fotos zeigen zerbrochene Fenster und verkohlte Innenräume. 

Am Tatort – wie auch in Virginia – war die Schrift zu finden: „Jane was here“ (Jane war hier). Die Gruppe „Jane’s Revenge“ bekannte sich zu einer Reihe von Anschlägen. In einem am 14. Juni veröffentlichten Brief erklärt die Gruppierung, dass sie die Jagd auf Schwangerschaftsberatungsstellen, die sich für Leben einsetzen, eröffnet. 

Und tatsächlich hat „Jane’s Revenge“ die Drohungen und Angriffe wahr gemacht. „Für unsere Verbündeten, die an der Echtheit des Briefes und Aktionen zweifeln: Es gibt eine Möglichkeit, unwiderlegbare Beweise für die Echtheit dieser Aktionen zu erhalten: Macht mit“, heißt es in der Botschaft. 

Jeder, der den Drang hat, zu malen, zu brennen, zu schneiden, zu klemmen: Jetzt ist die Zeit dafür.“

In einem Handzettel von „Jane’s Revenge“, der letzte Woche auf dem Washingtoner Capitol Hill ausgehängt wurde, war von einer „Nacht des Zorns“ die Rede. Als Reaktion auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs heißt es darin: „An unsere Unterdrücker„wenn Abtreibungen nicht sicher sind, seid ihr es auch nicht“.

Die Anschläge werden vom FBI bereits untersucht. Auch das Weiße Haus hat sie scharf kritisiert: „Gewalt und Zerstörung von Eigentum haben in unserem Land unter keinen Umständen Platz, und der Präsident verurteilt diese Aktion“. 

Wir sollten uns alle einig sein, dass Aktionen wie diese völlig inakzeptabel sind – unabhängig von unserer Politik“.

Streisand: Oberster Gerichtshof ist „die amerikanische Taliban“

Am 24. Juni verkündete der Oberste Gerichtshof seine Entscheidung, rückwirkend zu kippen, womit die Anerkennung der Abtreibung als verfassungsmäßiges Recht beendet wurde. Die Ankündigung löste im ganzen Land heftige Proteste aus, auch in Arizona, wo die Polizei Tränengas einsetzen musste, um eine Menschenmenge vor dem Senatsgebäude des Bundesstaates aufzulösen.

Die gesetzliche Regelung von Abtreibungen ist somit seit vergangenem Freitag nun Sache der Bundesstaaten. Die konservative Mehrheit des Gerichts befand mit sechs zu drei Stimmen, dass das Grundsatzurteil von 1973 „vollkommen falsch“ gewesen sei. Präsident Joe Biden sprach von einer „furchtbaren Entscheidung“.

Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand bezeichnete den Obersten Gerichtshof als „die amerikanischen Taliban“. Das Gericht hätte „religiöse Dogmen benutzt, um das verfassungsmäßige Recht auf Abtreibung aufzuheben“.

Green-Day-Frontman Billie Joe Armstrong verkündete bei einem Konzert in London, er werde seine US-Staatsbürgerschaft aufgeben und nach England ziehen, weil er so verärgert über das Urteil des Obersten Gerichtshofs ist.

Governor Ron DeSantis begrüßte die Entscheidung des Gerichts: „Die Gebete von Millionen wurden erhört“, schrieb er auf Twitter.

Fast fünfzig Jahre lang hätte der Oberste Gerichtshof der USA praktisch jeden sinnvollen Schutz für das Leben untersagt, „aber das war nicht durch den Inhalt, die Geschichte oder die Struktur der Verfassung zu rechtfertigen“.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump begrüßte das Urteil als „einen Sieg für die Verfassung, einen Sieg für die Rechtsstaatlichkeit und vor allem einen Sieg für das Leben“.

„Generationen von Amerikanern in der Pro-Life-Bewegung sowie zahllose verfassungsmäßige Konservative: Ihre grenzenlose Liebe, Aufopferung und Hingabe wurde endlich in vollem Umfang belohnt“, sagte Trump. „Herzlichen Glückwunsch.“



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