Berlin: Hilflose Polizeiaktion nach Gaseinsatz in Rigaer Straße? – Mehrere Anzeigen gegen „unbekannt“

Von 4. December 2017 Aktualisiert: 4. Dezember 2017 17:35
Die Rigaer Straße scheint immer noch fest in der Hand linker Extremisten. Die Polizei fühlt sich in diesem Gebiet offenbar nicht so sicher. Eingeleitete Aktionen werden nicht konsequent zu Ende geführt, die Polizei zieht wieder ab und erteilt ein paar Strafanzeigen gegen "unbekannt".

Vergangene Woche, Mittwoch, 29. November 2017, 20.30 Uhr in der berüchtigten Rigaer Straße in Friedrichshain-Kreuzberg, im „Tal der Vermummten“: Einsatzkräfte stellten eine offen stehende Haustür an einem Wohnhaus fest, in dessen Hausflur die Beamten bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag einen Einkaufswagen mit Pflastersteinen und Ziegelsteinen gefüllt entdeckten.

Auf der Suche nach weiterem potenziellen Material für linksextreme Steinewerfer betraten die Beamten den Hausflur. Dort stießen sie auf eine verschlossene Tür, die zum Innenhof führt. Ihr Kommen war bereits bemerkt worden. Hinter der Tür beschimpften mehrere Personen die Polizisten wüst.

Dann flog ein „pyrotechnischer Gegenstand“ unter der Tür hindurch. Die brennende Lunte erlosch dabei.

Darüber hinaus drang aus dem Schlitz weißer Rauch, der in kürzester Zeit dem gesamten Flur im Erdgeschoss bedeckte. Daraufhin mussten die Einsatzkräfte das Gebäude verlassen.“

(Polizeibericht)

Heim zum „Wundenlecken“

Nach einer Weile hatte sich der beißende Rauch verzogen und die Beamten betraten erneut den Hausflur. Nun drohte ein Mann hinter der immer noch verschlossenen Tür zum Innenhof, diese unter Strom zu setzen. Gleichzeitig floss eine durchsichtige Flüssigkeit unter der Tür hindurch …

Anschließend verließen die Polizisten das Wohnhaus und fuhren für die Behandlung der verletzten Kollegen zum Polizeiabschnitt 51. Während vier Polizisten ihre Dienste mit Reizungen der Atemwege beenden mussten, verblieben zwei weitere Dienstkräfte nach ambulanten Behandlungen im Dienst.“

(Polizei Berlin)

Offenbar war der Einsatz damit erst einmal beendet.

Der „Krieger“ mit dem Mopp

Als dann kurz vor 22 Uhr ein Streifenwagen durch die Rigaer Straße fuhr, beschmierte ein Vermummter den Wagen beim Vorbeifahren mit einem Wischmopp mit einer unbekannten Substanz.

Der Streifenwagen fuhr weiter.

Dann warf der Vermummte einen länglichen Gegenstand auf das Wagendach und flüchtete in ein Wohnhaus.

Es entstand kein Schaden. Die Flüssigkeit konnte entfernt werden.“

(Polizei Berlin)

Wieder am ersten Tatort angekommen, stellten Polizeibeamte an der „weit geöffneten Hauseingangstür“ vier Vermummte fest. Mutig näherten sich die Einsatzkräfte dem Gebäude, worauf die vier Vermummten wieder ins Haus gingen und die Tür abschlossen.

Ab 23.30 Uhr war die Haustür dauerhaft geschlossen.“

(Polizei Berlin)

Anzeigen gegen „unbekannt“

In der Angelegenheit wurden mehrere Strafanzeigen gefertigt: versuchtes Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und versuchte Sachbeschädigung.

Nach Rückfrage unserer Redaktion bei der Polizei Berlin wurde uns mitgeteilt, dass, wie erwartet, die Strafanzeigen gegen „unbekannt“ ausgestellt wurden.

Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Rote Randale am Tag des Aufstands

Am 17. Juni 1953 fand der Volksaufstand in der DDR statt. Er wurde von der Roten Armee blutig niedergeschlagen. Bis zur Wiedervereinigung galt dieser Termin als Gedenktag an die Opfer des  Widerstandes gegen das kommunistische Regime im Osten Deutschlands, weshalb er auch bis 1989 als „Tag der Deutschen Einheit“ gefeiert wurde.

In Sommer dieses Jahres kam es am 17. Juni in der Rigaer Straße zu linksextremen Gewaltexzessen gegen die Polizei, die dabei in Hinterhalte gelockt wurde.

Autos und Barrikaden brannten, Polizisten wurden von Vermummten mit Pflastersteinen, Böllern und Farbgläsern beworfen. Der Berliner Landessprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, machte warnend deutlich, dass dies „keine Kiezromantiker“ seien, sondern dass sie „Polizisten sterben sehen“ wollten.

Wenn Berlins Politik hier nicht seiner Aufgabe gerecht wird und weiter tatenlos zuschaut, werden die Gewaltexzesse immer schlimmer und irgendwann tödlich enden.“

(B. Jendro, GdP)

 

Der zuständige SPD-Innensenator Andreas Geisel nannte die Attacken der Linksextremisten in jener Nacht zwar „sinnlos“ und „menschenverachtend“, aber vor allem auch „unpolitisch“.

Jahrelang wurden linke Extremisten unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Nationalsozialismus und Rassismus gedeckt und politisch gefördert, Demonstrationen gesponsert.

Politisch wird das Ganze dann schöngeredet und als „Gute Tat“ verpackt.

Siehe auch:

Berlin/Rigaer94: Aggressiver Aufwiegler verhaftet – Polizeibeamten ins Gesicht geschlagen – Staatsschutz übernimmt

Nach G20: Berliner Linke will Vermummungsverbot abschaffen – CDU: „Einladung an Gewalttäter“

Berlins Innensenator: Rigaer Straße kann nicht einfach geräumt werden

Berlin/Friedel54: Linksextremisten stellten Polizei Todesfalle – Türknauf unter Strom gesetzt – Räumung von Szeneladen

 

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