Mit knallroten Schuhen sorgt der neue Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) bei seiner Vereidigung im Abgeordnetenhaus für einen bunten Akzent.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Berliner-Preis erntet Kritik: 3000 Euro fürs sichtbare Lesbischsein – bevorzugt der Staat lesbische Frauen?

Epoch Times2. Mai 2018 Aktualisiert: 2. Mai 2018 14:25
Grünen-Politiker Dirk Behrendt hat einen neuen Preis ausgelobt. Der Preis soll lesbische Frauen auszeichnen, die sich in besonderer Weise bemerkbar machen. Aber "was soll der neue Preis bewirken?", fragt BZ-Kolumnist Gunnar Schupelius.

Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt hat einen neuen Preis ausgelobt. Der Preis trägt den Titel „Für Lesbische Sichtbarkeit“ und ist mit 3000 Euro dotiert. Er soll dieses Jahr zum ersten Mal vergeben werden. Der Grünen-Politiker ist auch für Verbraucherschutz und Antidiskriminierung zuständig. Die „Berliner-Zeitung“ berichtete.

Der Senator will mit dem Preis lesbische Frauen auszeichnen, die sich in besonderer Weise bemerkbar machen.

„Die Regenbogenhauptstadt Berlin“ wolle „die Sichtbarkeit lesbischen Lebens entschieden verbessern,“ so Behrendt. Denn „lesbisches Leben“ sei in unserer Gesellschaft „noch immer zu wenig sichtbar“.

Es gibt auch Kriterien, wer den Preis bekommen soll: „Die Person(en) soll(en) sich als lesbisch* definieren und durch ihr Handeln zur Sichtbarkeit von Lesben*, lesbischem* Leben, lesbischer* Kultur oder Geschichte in Berlin beitragen,“ listet BZ den Kriterienkatalog auf.

Auch Bewerber, die von Geburt an männlich sind sich aber als Frau empfinden und noch dazu lesbisch sind, seien herzlich willkommen.

„Eine 5-köpfige, lesbische* Expert*innen-Jury“, werde darüber entscheiden, wer den Preis bekommt, so BZ.

Diesbezüglich twitterte Dirk Behrendt am 26. April:

Der Preis für lesbische Sichtbarkeit ist im Berliner Haushalt für 2018 und 2019 offenbar schon eingeplant und wurde 2016 bereits im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und Linken festgehalten. Dort steht: „Die Koalition wird (…) die lesbische Sichtbarkeit erhöhen.“

Kritik am Preis

BZ-Kolumnist Gunnar Schupelius kritisiert den Preis. Er fragt, ob dies „wirklich Aufgabe des Staates ist“ – oder eine lesbisch gelebte Liebe nicht doch etwas privates sei.

Schupelius meint, ob jemand lesbisch sei oder nicht sollte „nicht öffentlich bewertet werden, weil das zu Irritationen führt.“

Wenn eine lesbische Frau einen Preis vom Senat erhalten kann, eine heterosexuelle Frau aber nicht, dann wirkt es so, als ob die lesbische Liebe bevorzugt werden würde, als ob sie in den Augen des Preisgebers mehr Wert sei als die andere. Aber das ist sie nicht, sie ist gleichwertig,“ so Schupelius.

Der Preis soll, so Justizsenator Behrendt, die Diskriminierung homosexueller Menschen durch den Staat und die Öffentlichkeit beenden. Doch eine solche Diskriminierung gebe es nicht mehr, meint Schupelius. Homosexuelle Menschen seien bereits durch Gesetze gleichberechtigt.

Der Journalist fragt sich also „was soll der neue Preis bewirken?“ Bei einer Abstimmung unter dem BZ-Bericht wird gefragt, ob Schupelius mit seiner Kritik recht habe. Dort stimmten die Leser zu 100 Prozent mi „ja“. (so)


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