Bund fördert Feier zu 30 Jahre Deutsche Einheit – ohne DDR-Opfer und Nationalhymne

Von und 2. Oktober 2020 Aktualisiert: 3. Oktober 2020 21:57
„Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland.“ Mit diesen Worten könnte der Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 2020 gefeiert werden. Das von der Bundesregierung mit 170.000 Euro geförderte Projekt „Deutschland singt“ hat jedoch andere Lieder im Repertoire. Die Deutschlandhymne findet nur nachrangig Beachtung. „Auch die Opfer der SED finden bei keinerlei Feierlichkeiten zum 3. Oktober Berücksichtigung“, kritisierte Dieter Dombrowski, der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft.

Alle Chöre, Instrumentenensembles und auch Laien sind aufgerufen, sich an der Aktion „3. Oktober – Deutschland singt“ zu beteiligen. In über 150 Städten und Gemeinden sollen sich im Rahmen des Projekts „Menschen versammeln“, die den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit und 75 Jahre Frieden in Deutschland feiern. Projektträger der Aktion ist der Bundesmusikverband Chor und Orchester e.V.

„Zeitgleich gesungen werden 10 Lieder, die allgemein bekannt sind und alle Generationen ansprechen“, heißt es auf der Website des Bundesmusikverbandes. Die zentralen Lieder, die ab 19 Uhr angestimmt werden, sind:

  1. Die Gedanken sind frei
  2. Nun danket all Gott
  3. Amazing Grace
  4. We shall overcome
  5. Hevenu Shalom Alechem
  6. Dona Nobis Pacem
  7. Von guten Mächten
  8. Wind of Change
  9. Der Mond ist aufgegangen
  10. Über sieben Brücken musst du gehen

Auf der Suche nach der deutschen Nationalhymne

Die Nationalhymne ist bei den zehn Liedern nicht aufgeführt. Epoch Times fragte nach, warum.

Während der Projektträger unsere Frage nicht beantwortete, wich der Pressesprecher der Projektleitung der Fragestellung aus. In seiner Antwort hieß es: „Das ist recht einfach. Es gibt 10 festgelegte Lieder. Die anderen Lieder sind Vorschläge, wenn man mehr singen will. Man kann aber auch eigene Ideen umsetzen, wie man will.“

Auf nochmalige Nachfrage, ob es nicht passend gewesen wäre, die deutsche Nationalhymne im Rahmen der zehn Lieder festzulegen, antwortete Projektleiter Bernd Oetinghaus schließlich:

Wir haben die Deutsche Nationalhymne und die Europahymne in unseren Liedheften mit aufgenommen und es damit allen Veranstaltern ans Herz gelegt, weil dies sicherlich zu unserem Nationalfeiertag gehört.“

Von der Pressestelle des Bundesinnenministeriums hieß es: „Die inhaltliche Gestaltung des Projektes, also auch die Auswahl des Liedguts, verantwortet der Projektträger Bundesmusikverband Chor und Orchester e.V.“

Darüber hinaus teilte das Bundesinnenministerium mit, dass seitens der Bundesregierung eine „Zuwendung in Höhe von 170.000 Euro“ für das Projekt gewährt worden sei. Die Förderung folge der Empfehlung der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“.

Das von der Bundesregierung beschlossene Konzept zur Durchführung der Feierlichkeiten „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ habe zum Ziel, „den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit als ein für ganz Deutschland einendes Jubiläum zu begehen, das auch ein Bewusstsein dafür schafft, dass die Deutsche Einheit ein Prozess ist, der noch nicht abgeschlossen ist“.

Spenden für gemeinsames Singen

Auf dem Crowdfunding-Portal „startnext“ wirbt die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt“ um Spendengelder. Ausgewiesen sind bislang 22.576 Euro (2. Oktober, 13:34 Uhr) eingegangene Spenden.

Ebenfalls angegeben auf dem Crowdfunding-Portal ist: „Durch einen Bundeszuschuss von 150.000 Euro sind die Grundkosten für 150 Orte in Deutschland gesichert sowie für eine grundsätzliche Bewerbung mit Webseite und sozialen Medien.“

Mit den weiteren bereits gespendeten 20.000 Euro, die als Fundingsziel 1 angegeben werden, können nun 20 weitere Orte unterstützt werden. Insoweit gab der Veranstalter als benötigtes Budget pro Veranstaltungsort 1.000 Euro an.

Schirmherrschaft für Aktion

„Singen ist etwas Wunderbares, es verbindet Menschen und hilft, Grenzen zu überwinden“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm. Aus diesem Grunde sei das gemeinsame Singen am 3. Oktober gerade in diesem Jahr ein wichtiges Zeichen „gegen alle Kräfte, die uns als Gesellschaft auseinanderbringen wollen“.

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, hat Bedford-Strohm die Schirmherrschaft über die Aktion „3. Oktober – Deutschland singt“ übernommen. Schuster hofft, „dass von den Singenden ein Signal ausgeht für ein friedliches Zusammenleben in einem vereinigten Deutschland, ohne Hass, Rassismus und Antisemitismus“.

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Mit der Aktion könne es nach Aussage der Veranstalter möglich werden, dass eine Feierkultur für den Nationalfeiertag am jeweiligen Ort auch für die folgenden Jahre als „schöne Tradition entsteh[t] – indem gemeinsam mit anderen unter uns lebenden Kulturen fröhlich ohne nationalistischen Unterton gefeiert werden kann“.

In den meisten Ortschaften und Städten gebe es bisher keine öffentliche Feiertradition der Bevölkerung. Der 3. Oktober als Nationalfeiertag werde gerade von der jungen Generation kaum mehr in seiner Bedeutung wahrgenommen.

Doch mit dieser neuen angedachten Tradition, die morgen ab 18.45 Uhr von ZDF-Moderator Tim Niedernolte moderiert und live übertragen wird, könnte auch die gesamte deutsche Geschichte mehr und mehr in den Hintergrund treten. So geraten auch die Opfer des Kommunismus in Vergessenheit.

SED-Opfer kommen bei deutschen Einheitsfeiern nicht vor

Der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski (CDU), kritisiert, dass die Opfer der SED-Diktatur bei den Feiern zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit keine Rolle spielten. „Bei den Feierlichkeiten zu 30 Jahren deutscher Einheit kommen Hunderttausende Opfer der SED-Diktatur leider nicht vor“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Dabei seien im Laufe der Existenz der DDR immerhin 250.000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert worden.

„Es gibt keine einzige Veranstaltung, die irgendetwas mit dem SED-Unrecht zu tun hat. Das ist schade.“ Denn das gehöre auch zur deutschen Einheit. „Corona ist da keine Ausrede.“ Dombrowski kritisierte den Vorsitzenden der Regierungskommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“, den ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD), persönlich: „Wir waren bei Herrn Platzeck, um uns mit ihm zu verständigen“, sagte er. „Das hat nicht funktioniert.“

Allerdings sei die UOKG darüber nicht wirklich überrascht: Es sei genau „so gekommen, wie wir erwartet haben“, so Dombrowski. Schließlich sei Platzeck ein Gegner der deutschen Einheit gewesen und habe dem Einigungsvertrag seinerzeit gar nicht zugestimmt. Er habe eine bessere DDR gewollt. „Dagegen freut sich niemand mehr über die Einheit als die SED-Opfer“, so Dombrowski.

Die UOKG ist der Dachverband von nach eigenen Angaben mehr als 30 Opferverbänden, Menschenrechtsorganisationen und Aufarbeitungsinitiativen. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), sieht hingegen keine Versäumnisse: Die Interessen der SED-Opfer seien „ein Dauerthema“, sagte Wanderwitz dem „RND“. „Wir haben als Koalition da ganz gut geliefert.“

So würden derzeit die Überführung der Stasiakten ins Bundesarchiv und die Schaffung eines Opferbeauftragten anstellte des Stasiunterlagen-Beauftragten gesetzgeberisch vorbereitet. „Ich sehe da keine Virulenzen“, so der CDU-Politiker. Er bedauerte indes, dass das Einheitsjubiläum unter dem Schatten der Corona-Pandemie stehe. „Wir hätten uns gewünscht, dass wir in ganz anderer Art und Weise Öffentlichkeit erzielen können“, so Wanderwitz. „Aber es ist, wie es ist.“

Ziemiak fordert Aufnahme der Nationalhymne ins Grundgesetz

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich aus Anlass des 30. Jahrestags der deutschen Vereinigung für eine Aufnahme der Nationalhymne in das Grundgesetz ausgesprochen. Symbole, die „zeigen, wie wir zu unserem Land stehen“, seien wichtig, sagte Ziemiak dem Nachrichtenportal „t-online“. Die Hymne sei „ein Staatssymbol und sie drückt aus, welchen gesellschaftlichen Anspruch wir an unser Land haben“.

Die Werte „Einigkeit und Recht und Freiheit“ seien „vielleicht nie wichtiger als heute“ gewesen, sagte er. Deswegen müsse das Grundgesetz entsprechend geändert werden.

Zudem forderte Ziemiak mehr Respekt für die Leistung der Menschen in Ostdeutschland nach der Vereinigung. „Viel zu selten würdigen wir das, was diese Menschen nach der friedlichen Revolution geleistet haben, wie sie mit den vielen Umbrüchen umgegangen sind und diese gemeistert haben.“

(mit Material von dts und afp)

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