Depression.Foto: iStock

Depressionshilfe-Stiftung: Zweiter Lockdown wirkt deutlich traumatischer

Von 4. April 2021 Aktualisiert: 4. April 2021 9:32
Die Deutsche Stiftung Depressionshilfe spricht von einer dramatischen Verschlechterung der Lage psychisch Erkrankter im zweiten Lockdown. Im Vergleich zur ersten Welle an Einschränkungen werde die gegenwärtige allgemein als belastender wahrgenommen.

Das seit 2017 jährlich von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutsche Bahn Stiftung initiierte „Deutschland-Barometer Depression“ weist auf eine drastische Verschlechterung der Lage von Menschen mit diagnostizierter Depression im zweiten Lockdown hin. Im Februar 2021 waren dazu 5.135 Personen zwischen 18 und 69 Jahren im Zuge eines repräsentativen Online-Panels befragt worden.

Wie die Stiftung in einer Erklärung mitteilt, habe sich im zweiten Lockdown bei fast der Hälfte der Patienten, genauer bei 44 Prozent, die bereits zuvor diagnostizierte Krankheit in den vergangenen sechs Monaten deutlich verschlechtert. Jeweils 16 Prozent der depressiv Erkrankten, die an der Studie teilnahmen, berichteten von einem Rückfall oder einer Verschärfung der Symptome. Acht Prozent gaben an, dass dies bis hin zu suizidalen Impulsen gereicht hätte.

Von 1.994 Befragten, die entweder eine depressive Erkrankung diagnostiziert bekommen hätten oder sich selbst als depressiv einstuften, berichteten sogar 13, sie hätten im Laufe des vergangenen halben Jahres einen Selbstmordversuch unternommen.

Diese Zahl sei alarmierend, heißt es aus der Stiftung: „Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung würde das allein für diese Gruppe Betroffener circa 140.000 Suizidversuche innerhalb eines halben Jahres ergeben.“

Zweiter Lockdown von 71 Prozent als bedrückend empfunden

Nicht nur bei depressiv Vorbelasteten, auch in der Gesamtbevölkerung werde der zweite Lockdown als deutlich belastender wahrgenommen im Vergleich zum Frühjahr des Vorjahres – obwohl dieser vom Umfang der Einschnitte her deutlich restriktiver ausgestaltet war.

Waren es damals 59 Prozent, die sich durch die Einschränkungen belastet fühlten, und im Sommer 2020, als es Lockerungen gab, nur 36, sind es mittlerweile 71 Prozent der befragten Bundesbürger insgesamt, die den zweiten Lockdown als „bedrückend“ wahrnehmen. Auch der Anteil derjenigen, die ihre Mitmenschen als rücksichtsloser erlebten, sei um sechs Prozent auf 46 gestiegen.

Wegbrechende Strukturen können Depression verschlimmern

Als besonders belastend werden eine wegbrechende Alltagsstruktur, Sorgen um die berufliche Zukunft, familiäre Belastungen, Bewegungsmangel und das Wegbrechen sozialer Kontakte wahrgenommen. Depressive Menschen sind durch den Verlust strukturierter Abläufe besonders belastet.

Was bei diesen jedoch als zusätzliche Herausforderung dazukommt, ist der Umstand, dass im zweiten Lockdown deutlich häufiger Facharzttermine ausgefallen wären. Von den befragten an Depressionen Erkrankten berichteten 22 Prozent, in den vergangenen sechs Monaten seien Facharzttermine ausgefallen, bei 18 Prozent sei ein Termin beim Psychotherapeuten ausgefallen.

In 22 Prozent der Fälle von Depressiven in einer akuten Krankheitsphase sei es nicht möglich gewesen einen Behandlungstermin zu bekommen – gegenüber 17 Prozent im ersten Lockdown. Um acht Prozent mehr, nämlich 21 Prozent, gaben an, von sich aus einen Termin aus Angst vor einer möglichen Corona-Infektion abgesagt zu haben.

„Nicht allein auf Infektionsgeschehen schauen“

Manche Menschen schafften es immerhin, den Beschränkungen Positives abzugewinnen, meint Stiftungschef Prof. Ulrich Hegerl. Sie strukturierten Pflichten und Erholungsphasen im Tagesablauf selbst oder fänden Zeit für Hobby, Sport oder das Lesen eines dickeren Buches.

Wichtig seien auch ausreichende, feste und geregelte Schlafphasen. Es sei, so Hegerl, „dringend notwendig, bei der Entscheidung über Maßnahmen gegen Corona den Blick nicht nur auf das Infektionsgeschehen zu verengen“. Man müsse auch die Schäden erfassen, die durch die Pandemiemaßnahmen selbst verursacht würden.

Für Depressive sei die Situation besonders gravierend: „Für Depressionspatienten sind Bewegung, ein geregelter Tagesablauf und ein fester Schlaf-Wachrhythmus wichtige unterstützende Bausteine in der Behandlung. Wenn diese wegbrechen, kann das den Krankheitsverlauf der Depression negativ beeinflussen.“



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