Die Kraft der Zahl: Wann sind Migranten in der Mehrheit?

Von 4. April 2018 Aktualisiert: 5. April 2018 17:02
Wann gibt es in Deutschland mehr Menschen mit Migrationshintergrund als Deutsche? In Frankfurt am Main hatten bereits 2008 72 Prozent der unter 3-Jährigen einen Migrationshintergrund. Wieso gibt es keine neueren Zahlen – Will man uns nicht erschrecken? Eine Analyse von Joachim Jahnke.

Nach der letzten Befragung durch das Statistische Bundesamt lebten Ende 2016 bereits fast 19 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation in Deutschland. Zusammen mit den noch nicht befragten Zuwanderern von 2015 und 2016 sind das über 20 Millionen Menschen oder 10 Menschen mit Migrationshintergrund auf je 31 Menschen ohne Migrationshintergrund.

Da viele der seit 1960 Zugewanderten inzwischen in der dritten Generation Enkelkinder haben, ist der Migrantenanteil noch erheblich grösser.

Menschen mit Migrationshintergrund leben ganz überwiegend in den Großstädten. Daher erreichen sie dort noch weit höhere Anteile an der Bevölkerung.

Nach den leider bisher letzten statistischen Daten von 2013 war bis dahin der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in 13 deutschen Großstädten auf 24 % für Essen bis 45 % für Frankfurt a.M. gestiegen.

Frankfurt/Main: 72 Prozent der unter 3-Jährigen hatten 2008 einen Migrationshintergrund

Das mag noch niedrig aussehen, doch bei den nachwachsenden Generationen baut sich ein ganz anderer Zuwachs auf (Abb. 19075).

Schon im Jahr 2008 (wieder die letzten verfügbaren Daten) betrug der Anteil der unter drei Jahre Alten, die heute also bis zu 12 Jahre alt sind, unter sieben Großstädten zwischen 44 Prozent für Berlin und 72 % für Frankfurt a.M..

In vier der Großstädte waren sie bereits unter Gleichaltrigen in der Mehrheit (Abb. 18099). Bis heute dürften diese Anteile weiter gewachsen sein.

38 Prozent der unter 5-Jährigen hatten 2016 einen Migrationshintergrund

Will man jedoch feststellen, wie der weit höhere Wert für die jüngeren Generationen in den Großstädten heute aussieht, so stösst man auf wahrscheinlich absichtliche Informationslücken.

Will man uns nicht erschrecken? Die bisher letzte Statistik zu den bis zu Dreijährigen in Großstädten ist schon zehn Jahre alt.

Der Mikrozensus von 2016 bringt nur die Anteile für ganz Deutschland, also auch ausserhalb der Großstädte. Immerhin liegt der Anteil für die unter fünf Jahren bereits bei etwas über 38 % (Abb. 18096).

Modellrechnung: Binnen zwei Generationen steigt der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund auf 76 Prozent

Neben dem Saldo weiterer Zuwanderung und Abschiebung sowie der Familienzusammenführung wird die künftige Bevölkerungsentwicklung vor allem von den unterschiedlichen Geburtenziffern von einheimischen Müttern einerseits und solchen mit Migrationshintergrund andererseits bestimmt.

Das Statistische Bundesamt hat im März 2018 die Geburtenziffern von 2016 mit 2,28 für „nicht-deutsche“ Mütter bzw. 1,46 für „deutsche“, also mehr als die Hälfte höher, mitgeteilt.

Überträgt man in einer Modellrechnung diese Geburtenziffern auf die Bevölkerungen ohne und mit Migrationshintergrund (statt auf „deutsche“ und „nicht-deutsche“), so würde der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund an dem ohne – von 31 Prozent nach einer Generation von 30 Jahren auf 49 Prozent und nach einer weiteren auf 76 Prozent steigen (Abb. 19979).

Der Anstieg wäre geringer, soweit die Geburtenrate der Mütter ohne Migrationshintergrund geringer als der der „nicht-deutschen“ [vom Statistischen Bundesamt, d. Red.] wäre und sich mit längerem Aufenthalt in Deutschland abschwächen sollte, was zu erwarten wäre.

Aber selbst dann wären in wenigen Generationen Menschen mit Migrationshintergrund in der Mehrheit.

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Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts ist jedenfalls das Verhältnis der Geburten von „nicht-deutschen“ Müttern gemessen an dem von „deutschen“ Müttern seit 2011 bis 2016 bereits von etwas über 20 Prozent auf etwas über 30 Prozent angestiegen, wobei die Tendenz in jüngster Zeit wegen der Zuwanderung seit 2015 erheblich zugenommen hat (Abb. 19980).

Der Artikel erschien zuerst auf dem Informationsportal Deutschland & Globalisierung von Joachim Jahnke. Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

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