Doch Zensur bei der China Time in Hamburg?

Von 3. August 2012 Aktualisiert: 3. August 2012 10:41

Hamburg – Die GAL versteht die Reaktion von Hamburg Marketing nicht.

Keine Antwort gibt es seitens der Hamburg Marketing GmbH auf die Zensurvorwürfe zur China Time in Hamburg. Dabei sei das Fehlen der Falun Gong Veranstaltungen im gedruckten Programmheft zur China Time gerade auf die Hamburg Marketing GmbH zurückzuführen, so eine anonyme Quelle. Wir berichteten bereits. Die für die Veranstaltung verantwortliche Senatskanzlei beantwortete eine diesbezügliche Anfrage der GAL Fraktion Hamburg und der Epoch Times mit: Dem Fehlen der Veranstaltungen liege keine Entscheidung der Redaktion zugrunde „vielmehr erfolgte dies aufgrund einer missverständlichen Kommunikation auf Arbeitsebene zwischen der Hamburg Marketing GmbH und der HSI – Hamburger Stadtillustrierten Verlags GmbH“.

Doch worin die „missverständliche Kommunikation“ bestand, dies wollte die Sprecherin der China Time bei der Hamburg Marketing GmbH, Laura Kroth, ebenso wenig beantworten, wie zu den Zensurvorwürfen Stellung nehmen:„Schicken Sie mir die Fragen per Email“ war die einzige Auskunft am Telefon. Und seit mehr als einer Woche blieben eben auch diese, telefonisch vorab angekündigten, Fragen per Email unbeantwortet. Somit bleibt beispielsweise weiterhin ungeklärt, ob es unter den von der Hamburg Marketing GmbH beworbenen Veranstaltungen „auch regimekritische gibt und wenn ja welche?“ – wie es in einer der eingereichten Fragen heißt.

Für Katharina Fegebank, Grünen-Chefin und Verfasserin der Anfrage an die Senatskanzlei, ist die Reaktion der Hamburg Marketing GmbH „befremdlich; gerade vor dem Hintergrund der Anfrage an die Senatskanzlei ist dies ungünstig.“ Die GAL habe versucht, jede Art der Diskriminierung von allfällig regimekritischen Veranstaltern in der kleinen schriftlichen Anfrage an den Senat aufzugreifen. Wenn daraufhin entstehende kritische Nachfragen zur Organisation, zum Ablauf, zur finanziellen Ausstattung und zu Partnerschaften und Kooperationen der China Time nicht beantwortet würden, sei dies befremdlich. Für den Versuch der Hamburg Marketing GmbH, größtmögliche Transparenz und Kommunikationsbereitschaft herzustellen, sei dieses Verhalten kontraproduktiv.

Für sie gehe aus der Antwort der Senatskanzlei auf ihre Anfrage hervor, dass es sich beim Wegfall der Falun Gong Veranstaltungen im gedruckten Programmheft um eine missverständliche Kommunikation handle, so Fegebank weiter. Aber auch wenn sie bei der China Time keine Zensur sieht, habe sie grundsätzliche Zweifel an der Einstellung zur Volksrepublik China. „Ich würde mir wünschen, dass die Beziehungen zu China nicht nur äußerlich über die Wirtschaft definiert und bejubelt werden, sondern dass man sich damit auch differenziert auseinandersetzt, als einem Land, in dem offensichtlich gegen Menschenrechte verstoßen wird“. Gerade für Hamburg als Hafenstadt sei dies sehr wichtig.

Vom 9. bis 25. August findet in Hamburg die China Time statt, initiiert vom Hamburger Senat in diesem Jahr bereits zum vierten Mal. Alle zwei Jahre präsentiert der Senat gemeinsam mit der Handelskammer Vorträge, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Konzerte und Ausstellungen auf dem Hintergrund von intensivierten Wirtschaftsbeziehungen.

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