Prof. Dr. Dr. Christian Schubert erforscht die Einflüsse von Psyche und sozialem Umfeld auf die Gesundheit, also den Menschen als „ganzheitliches Wesen“.Foto: Prof. Christian Schubert

Starben wegen der strengen Corona-Maßnahmen in Deutschland fünfmal mehr Menschen als in Indien?

Von 12. Juni 2021 Aktualisiert: 16. Juni 2021 19:59
Gesundheit als höchstes Gut. Die Inzidenzen in Deutschland sinken. Kinder haben wieder Präsenzunterricht, Geschäfte sperren auf, die Außengastronomie füllt sich. Einige Maßnahmen gelten jedoch nach wie vor. Homeoffice und die zunehmende Digitalisierung werden auch künftig unseren Alltag prägen.

Waren und sind die Beschränkungen der persönlichen Freiheiten zum Schutze unserer Gesundheit gerechtfertigt oder sind es gerade die Maßnahmen und Schreckensmeldungen, die unsere Gesundheit beeinträchtigen und vielleicht sogar schädigen? Epoch Times sprach dazu mit Universitätsprofessor Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, Mediziner und Psychologe. In Innsbruck leitet er das Labor für Psychoneuroimmunologie an der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und ist zudem Psychotherapeut in der kassenärztlich anerkannten psychodynamischen Psychotherapie.

ET: Herr Professor Schubert, in der Psychoneuroimmunologie geht es um die psychischen Auswirkungen auf die Gesundheit. Können Sie das näher beschreiben? 

Prof. Schubert: Die Psychoneuroimmunologie ist ein ganzheitlicher Forschungsansatz. Wir gehen davon aus, dass Psyche, Nerven-, Hormon- und Immunsystem miteinander in enger Wechselbeziehung stehen. Ja, selbst soziale, spirituelle und kulturelle Aspekte werden in der Psychoneuroimmunologie miteinbezogen. In der mechanistischen Schulmedizin ist das anders, da werden Körper und Psyche voneinander getrennt gesehen.

ET: Während der Corona-Pandemie hören wir oft von Lockdowns, Corona-Toten, Maskenpflicht, neuen Virus-Mutationen bis hin zu eventuellen Triagen auf den Intensivstationen. Wie wirken sich solche negativen Botschaften auf den Körper aus?

Prof. Schubert: Ich gehe davon aus, dass viele Menschen nach den ersten alarmierenden Bildern und Zahlen 2020 zunächst eine gesunde Angst-Reaktion gezeigt haben. Angst ist ein Warnsignal, das mit der Aktivierung unserer Psychobiologie verknüpft ist.

Im akuten Angstzustand sind wir wachsam, fokussieren den Angreifer, haben einen erhöhten Puls, eine angestiegene Atemfrequenz und das Blut hat eine erhöhte Gerinnungsneigung.

Diese stressbedingten Anpassungsprozesse sind darüber hinaus mit einer Steigerung des Immunschutzes verbunden. Wir sind also ganz gut gewappnet für solche akuten Stresssituationen, die im Fall von Corona auch mit einer viralen Infektion einhergehen können.

Problematisch wird das Ganze, wenn Angst und Panik längere Zeit anhalten – und vielleicht sogar noch Einsamkeit, Isolation und Schuldgefühle dazukommen. Das schwächt unser Immunsystem besonders. Das wissen wir aus der psychoneuroimmunologischen Forschung.

Das heißt, es dürfte dann zu der paradoxen Wirkung kommen, dass wir uns bereits bei einer geringen Viruslast infizieren und an der Infektion erkranken.

ET: Wird also durch die lang anhaltenden Corona-Maßnahmen das Immunsystem geschwächt?

Prof. Schubert: Man hat die Bevölkerung in den letzten 15 Monaten durch die mediale Angst- und Panikmache in einen Zustand versetzt, von dem ich ausgehe, dass er mit Immunsuppression einhergeht.

Sogar den Kindern wurde Angst eingejagt und mit Schuld und Strafe gedroht. Das sehr dominante, ja fast diktatorisch-totalitäre Verhalten von Medizin, Regierung und Medien zielte darauf ab, dass jeder, ob alt oder jung, die AHA-Regeln einhält. Damit hat man versucht, das Virus auf Kosten des Immunschutzes einzudämmen.

Ich gehe davon aus, dass je stärker diese Maßnahmen durchgedrückt werden, umso höher sind die Inzidenzen. Das könnte der Grund dafür sein, warum in Deutschland die Inzidenzen nur so spärlich heruntergegangen sind.

ET: Kann ich zusammenfassen, dass der von der Regierung aufgebaute Druck also eine Infektion mit Corona wahrscheinlicher macht als ohne Maßnahmen? 

Prof. Schubert: Absolut, da würde ich Ihnen aus psychoneuroimmunologischer Sicht zustimmen. Man könnte noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass vielleicht sogar die Todeszahlen durch die Verängstigung der Menschen hochgegangen sind.

Auch könnte die tiefe COVID-19-bedingte Verängstigung der Menschen mit dem Auftreten von Long-COVID bzw. Post-COVID [Anm. d. Redaktion: Spätfolgen nach einer abgeklungenen Corona-Infektion] zusammenhängen. Die Symptomatik erinnert sehr an eine posttraumatische Belastungsstörung, von der wir wissen, dass sie eine Entzündungserkrankung ist.

ET: Wurde folglich Post-COVID oder Long-COVID durch die Schreckensmeldungen um COVID-19 hervorgerufen?

Prof. Schubert: Ich gehe davon aus, dass das, was bis dato an Bildern, Zahlen und Katastrophenmeldungen über die Medien ging, das Traumatisierungspotential in der Bevölkerung erhöht hat. Erkrankt man dann tatsächlich an COVID-19, könnte dies eine Traumafolgestörung nach sich ziehen.

Inwieweit jedoch Angst, Panikmache, Isolation und Vereinsamung langfristig gesehen Entzündungserkrankungen hervorrufen, werden wir erst in den nächsten Jahrzehnten sehen. 15 Monate an psychosozialem Stress, Bewegungslosigkeit, möglicherweise schlechter Ernährung und anderen gesundheitsschädlichen Faktoren beeinträchtigen jedenfalls unser Immunsystem. Das geht nicht spurlos an uns vorbei.

ET: Inwiefern überwiegt dann der Vorteil, also das verringerte Risiko an COVID-19 zu erkranken, die Nachteile des Lockdowns und der Schreckensmeldungen?

Prof. Schubert: Ja, das ist die dümmliche Risiko-Nutzen-Argumentation von Schulmedizin, Regierung und Medien. Das wird leider sehr zugunsten einer mechanistischen Medizin interpretiert. Man sagt, wenn wir die Masken nicht aufziehen, gefährden wir unsere Mitmenschen. Wenn wir nicht geimpft werden, ist das Risiko, an COVID-19 zu sterben, erhöht. Ich bezweifle das sehr. Ich denke, dass das ständige Maskentragen gesundheitsschädlich ist und die Impfung nur für eine vergleichsweise kleine Gruppe von Vorerkrankten Sinn macht.

Ich bin überzeugt, dass wir in dieser Krise als Allererstes die natürliche Immunität der Menschen steigern müssen und plädiere massiv für präventive Maßnahmen.

ET: Könnte man denn nicht auch andersherum argumentieren, dass aus gesundheitlicher Sicht die Corona-Maßnahmen hinfällig sind?

Prof. Schubert: Es gibt weltweit mindestens zwei „Experimente“, die uns klar zeigen, dass andere Wege, eine SARS-CoV2-Infektion zu verhindern, keineswegs Millionen Tote produzieren, wie uns vorgegaukelt wird. Zum Beispiel hat Schweden in einer sehr Menschen respektierenden Form reagiert. Kinder und Jugendliche wurden in ihrer Entwicklung nicht gehemmt.

Obwohl in Schweden in der Anfangszeit aufgrund von herunter gewirtschafteten Pflegeeinrichtungen und mangelnder Sicherheitsmaßnahmen etwas mehr alte und zu pflegende Menschen starben, sind die COVID-Todeszahlen in Schweden absolut vergleichbar mit denen von anderen in der Virus-Eindämmung restriktiver agierenden Staaten mit entsprechender Bevölkerungsanzahl.

ET: Was ist das zweite „Experiment“?

Prof. Schubert: Indien. Die indische Regierung hat ganz zu Beginn der COVID-19-Krise eine andere Haltung gezeigt als das RKI mit den AHA-Regeln. Sie hat der Bevölkerung die ayurvedische Medizin nahegebracht und Ratschläge gegeben, wie man das Immunsystem aktivieren kann.

Und wenn man überlegt, dass in Indien nach China weltweit die meisten Menschen mit einer unglaublich dichten, armen Bevölkerung leben, dann hätte das Virus die Menschen dort wie im Lauffeuer töten müssen. Hat es aber nicht! Ganz im Gegenteil. Die Todesrate, bezogen auf die dortige Bevölkerungsanzahl ist fünfmal geringer als in Deutschland. Dabei sind die kürzlich in Indien stark angestiegenen Zahlen an COVID-Toten bereits berücksichtigt.

Das zeigt aus meiner Sicht, dass ein präventiver Zugang, bei dem der Mensch und sein Immunsystem im Mittelpunkt stehen, sehr hilfreich sein kann.

ET: Videokonferenzen, Telefonate, E-Mails ersetzen in der Corona-Krise den direkten Kontakt. Es heißt, manches davon könnte die Krise überdauern und künftig mehr zum Einsatz kommen. Welche Auswirkungen hat das auf die Gesellschaft, was ist „der Preis der Digitalisierung“? 

Prof. Schubert: Eine weitere Entmenschlichung unserer Gesellschaft, eine weitere Entfremdung. Das Maschinen-Paradigma, die Mechanisierung von Leben und Natur, die Trennung von Körper und Geist gehen in die nächste Stufe.

Die heutige Kultur und Gesellschaft machen krank. Arbeitskontexte werden digitalisiert, Menschen verkümmern sozial in ihren Wohnungen. Sie sind nur mehr arbeitende Masse. Das ist eine katastrophale Entwicklung, die sich auch in der Medizin widerspiegelt.

Die sozialen Beziehungen, die soziale Unterstützung, die soziale Diversifizierung – also die reichhaltigen sozialen Netze, die ein Mensch hat – sind das Lebenselixier! Die Psychoneuroimmunologie zeigt ganz klar, dass der soziale Aspekt der mächtigste Einflussfaktor für unsere Gesundheit ist.

Es ist nicht so, wie uns die Schulmedizin seit Jahrhunderten vormacht: Das Biologische bestimme, was krank macht. Es gäbe genetische Veränderungen, die wie Zeitbomben in einem Körper-Geist-gespaltenen Individuum ticken und gegen die man nichts tun könne.

Mit dieser Haltung wird den Menschen die Möglichkeit genommen, selbst Verantwortung über die eigene Gesundheit zu übernehmen. In dem Moment, wo Psychisches und Soziales vom Körper abgespalten werden, tragen wir lediglich unsere Maschinenkörper zum Arzt, geraten in ohnmächtige Abhängigkeit und sind damit der ärztlichen Manipulation hilflos ausgeliefert. Dass so auch viel Geld an uns verdient werden kann, ist selbstredend.

Das gemeinsame, zusammenhängende, ganzheitliche Individuum existiert nicht mehr. Eine Katastrophe! All das spinnt sich in der Digitalisierung weiter.

In weiterer Folge werden die Arzt-Patienten-Kontakte nicht mehr physisch stattfinden. Die Medikamente bestellt man sich über das Internet. Der letzte Rest der Arzt-Patienten-Beziehung wird entfernt. Der Mensch hat nur mehr über digitale Medien Kontakt, bis er zum Schluss auf dem Operationstisch landet – und selbst die Operation wird irgendwann einmal nur mehr von Robotern durchgeführt.

Das alles passt zur verrohten und unmenschlichen Tendenz der Medizin. Dabei will ich aber auf keinen Fall meine ärztlichen Kollegen anschwärzen oder kritisieren, denn was ich hier anspreche, ist zuallererst ein gesellschaftlich-kulturelles Problem. Es gibt sehr viele Kollegen, die nach dem Studium alles versuchen, um ihren Patienten zu helfen, jedoch aufgrund dessen, dass sie nie gelernt haben, wie man mit kranken Menschen umgeht, daran verzweifeln.

Ärzte sind aber nicht nur nicht ausgebildet mit Kranken umzugehen, sondern sie sind fehl-gebildet. Sie diagnostizieren und behandeln nicht den ganzen Menschen, sondern eben nur den körperlich-mechanischen Teil. Damit schaffen sie ungewollt eine Medizin, die mehr krank macht als gesund.



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