Fackelträgerin Ines Geipel (rechts), bekannt durch ihr erfolgreiches Engagement für Dopingopfer der ehemaligen DDR, lief einen Teil der Strecke zusammen mit der siebenjährigen Fadu Chen, die ihren Vater vor sechs Jahren durch die Verfolgung von Falun Gong in China verloren hat. (Yude Chao/DJY)

Fackellauf gegen Olympia 2008 in Peking in Berlin angekommen

Von und 19. August 2007 Aktualisiert: 19. August 2007 15:11
Ex-DDR-Sportler Krieger: „Wollen ein Zeichen setzen“

Während am Sonnabend die Fans des Berliner Fußball-Erstligisten Hertha BSC ihrer Mannschaft im Olympiastadion zujubelten, waren am Platz davor sanftere Stimmen zu hören. Ein Chor, zusammengesetzt aus Mitgliedern aus 15 Ländern Europas, stimmte das Lied „Fackel für Menschenrechte“ an. Menschenrechtsaktivisten riefen vor exakt jenem Olympiastadion, in dem 1936 die Welt Olympische Spiele trotz der Nazidiktatur abgehalten hatte, mit einem Protest-Fackellauf zum Boykott von Olympia 2008 in Peking auf.

Gestartet war dieser Fackellauf, der unter dem Motto „Keine Olympischen Spiele in China ohne Menschenrechte“ steht, in der vergangenen Woche in Athen. Nach Planung der Veranstalter, der „Koalition zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong“ (CIPFG), soll der Lauf durch mehr als 35 Ländern und 100 Städte führen. Der CIPFG gehören mehr als 300 Organisationen an, darunter Rechtsanwälte, Politiker, Ärzte, Menschenrechtler und Nichtstaatliche Organisationen wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte.

Berlin war die erste Station der Fackel. Mit dabei die deutsche Ines Geipel, in den 80er Jahren Mitglied der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft und heute Schriftstellerin und Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Im Jahr 2000 war sie eine der Nebenklägerinnen gegen das DDR-Staatsdoping. In der jüngsten Vergangenheit erlangte sie durch ihr Buch „Für heute reicht’s“ über das Schüler-Massaker in Erfurt Bekanntheit. In Berlin lief sie als Startläuferin des Protestlaufs und absolvierte einen Teil der Strecke mit der siebenjährigen Fadu Chen. Das Mädchen hatte ihren Vater durch die Verfolgung der Meditationsbewegung Falun Gong in China vor sechs Jahren verloren.

„Wer ohne eine veränderte Menschenrechtssituation in China nächstes Jahr dennoch Olympische Spiele feiert, weiß, dass er das mit Mördern tut und sich zu ihren Komplizen macht“, sagte Ines Geipel vor rund hundert Menschen, die zur Fackel-Übergabe auf den Olympiaplatz gekommen waren.

Andreas Krieger und seine Frau Ute Krieger-Krause, beide ehemalige Sportler und Opfer des DDR-Staatsdopings, gehörten ebenfalls zu den Fackelträgern. „Wir können die Verantwortung nicht immer abschieben, sondern müssen heute ein Zeichen setzen. Immer nur diskutieren? Inzwischen sterben Menschen.“, sagte der zu DDR-Zeiten mit Anabolika und männlichen Hormonen behandelte Andreas Krieger. Er gewann bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 1986 die Goldmedaille im Kugelstoßen – als Heidi Krieger im Damenwettbewerb. Später ließ er eine Geschlechtsumwandlung durchführen, gab die Medaille wieder zurück und ist heute, wie Geipel, ein Kämpfer gegen Doping

Die ehemalige DDR und das heutige kommunistische China würden sich zwar vom politischen System unterscheiden, die Methoden zur Unterdrückung und Ideologisierung von Menschen wiesen jedoch Ähnlichkeiten auf, so Andreas Krieger. Seine Frau Uta Krieger-Krause spricht von „psychologischer Engführung“ und der Notwendigkeit von „blindem Gehorsam“, dem sie bereits als Elfjährige ausgesetzt war.

„Noch nie hat Nachgiebigkeit gegen die Feinde der Freiheit der Freiheit irgendeinen Nutzen gebracht“, kam Rainer Wagner, Vorsitzender der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft, in seiner Rede auf dem Olympiaplatz gleich zur Sache. „Mit tiefer Betrübnis erleben wir, dass westliche Politik und Wirtschaft ihre ethischen Werte kurzzeitigem finanziellen Profit oder der Illusion von scheinbarer Verständigung opfert.“

Fackelträgerin Geipel hatte sich schon im Mai an Außenminister Steinmeier, das IOC und den DOSB gewandt mit den Fragen: „Warum gibt es kein „Projekt Saubere Spiele“, das die öffentlich gewordenen Indizien zum unsauberen chinesischen Sport klärt? Was plant das IOC, was planen der deutsche Sport und die deutsche Politik, damit die Welt im Sommer 2008 Olympische Spiele feiert, die ihrem selbst gegebenen Geist tatsächlich entsprechen?“



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