Dreckschleuder KreuzfahrtschiffFoto: NABU/Hapke

Fahrverbote für Kreuzfahrtschiffe „abwegig“: Grüne wollen Menschen nicht „den Spaß verderben“

Epoch Times22. September 2017 Aktualisiert: 22. September 2017 12:12
"Ein Kreuzfahrtschiff ist auch aus Sicht eines Grünen etwas anderes als ein Auto", sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold, mit Blick auf den Dieselskandal. Seine Partei wolle den Menschen nicht "den Spaß verderben".

In der Debatte über den Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen haben die Grünen den Verweis auf ebenfalls beträchtliche Emissionen von Schiffen als „Ablenkungsmanöver“ kritisiert.

„Ein Kreuzfahrtschiff ist auch aus Sicht eines Grünen etwas anderes als ein Auto“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). Fahrverbote für Ozeanriesen seien abwegig.

Seine Partei wolle „den Menschen nicht den Spaß verderben beim Kreuzfahren“. Das Zentrum der Debatte seien die Gesundheitsschäden durch den Diesel und die Konsequenzen für die Nachrüstung der Autos, erklärte der Grünen-Politiker. Was Kreuzfahrtschiffe betreffe, sei es im Interesse der Fahrgäste sowie der Hafenstädte gleichwohl wichtig, dass diese zunehmend über saubere Antriebe statt des bisher dominierenden Schweröls verfügen.

„Die Branche muss sich dringend damit beschäftigen“, sagte der Grünen-Politiker. Dies liege auch im Interesse der Werften, da ein sauberer Antrieb ein wichtiges Qualitätsmerkmal der Zukunft sei. Was die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen betrifft, forderte Giegold, auch ausländische Automobilkonzerne stärker in den Fokus zu nehmen. „Es ist ja kein Zufall, dass sich etwa die französischen Automobilhersteller bei diesem Thema schön wegducken“, sagte der Grünen-Politiker. „Das sollte man ihnen nicht durchgehen lassen.“

Der Dieselskandal habe keine nationale Farbe. „Zahlreiche Dieselfahrzeuge widersprechen nicht nur bei der Software, sondern auch bei der Hardware europäischen Normen. Fahrverbote drohen Autos aller Marken. Auch PSA oder Renault müssen sicherstellen, dass ihre Autos erfüllen, was den Kunden beim Kauf versprochen worden ist“, sagte Giegold. (dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion